Silke und Henry Brockmeyer. - © Nicole Donath
Silke und Henry Brockmeyer. | © Nicole Donath

Halle 25 Jahre Brockmeyer: Von der kleinen Gärtnerei zum erfolgreichen Unternehmen

1994 war es noch eine kleine Gärtnerei. Mittlerweile führen Silke und Henry Brockmeyer ein mittelständisches Unternehmen mit 250 Mitarbeitern an drei Standorten. Eine Geschichte voller Mut, viel Herz und noch mehr Arbeit

Nicole Donath
15.04.2019 | Stand 15.04.2019, 15:42 Uhr

Halle. „Ich kann mich noch genau erinnern", sagt Silke Brockmeyer (50) und lächelt. „Als wir 1994 auf dem Meise-Gelände mit unserer Gärtnerei gestartet waren, hatte ich einen kleinen Kastenwagen. Einen Nissan-Kastenwagen. Damit bin ich zum Großmarkt gefahren, und habe die Pflanzen gekauft. Unser Gewächshaus, das mögen so etwa 1.500 Quadratmeter gewesen sein, war damals nicht mal immer voll gefüllt. Und dann, neun Jahre später, standen wir in diesem riesigen Gartencenter und alles war ganz anders. Wir mussten plötzlich in völlig neuen Dimensionen denken – das war erst mal nicht so einfach. Und jetzt sind wir 25 Jahre selbstständig – schon eine unglaubliche Zeit ..." Henry Brockmeyer (54) hört seiner Frau aufmerksam zu, während sie erzählt. Von früher und von ganz früher. „Ja, das war damals ein echter Glücksfall, es hatte sich auf einmal so ergeben", sagt er dann. „Timken hatte signalisiert, dass sie die Fläche hier nicht brauchen würden. Und wir wollten uns gerne vergrößern, hatten ohnehin Probleme mit der Zufahrt von der B 68 aus und bekamen nun direkt gegenüber unseres Standortes die Gelegenheit, neu zu bauen. Für unsere Kunden wechselten wir also nur die Straßenseite – besser ging’s nicht." Damals zwei ungelernte Halbtagskräfte - heute 250 Angestellte Die beiden, die schon seit 33 Jahren ein Paar sind und seit 1992 auch verheiratet, starteten mit zwei ungelernten Halbtagskräften – heute haben sie 250 Angestellte. Als sich das Gartencenter in Halle erst mal zum Erfolgsschlager entwickelt hatte, eröffnete sich 2009 die Chance, ein zweites Center in Detmold zu bauen. „Eigentlich wollten wir erst nach Gütersloh, aber da bekamen wir zunächst kein Angebot. Deshalb Detmold", erklärt Henry Brockmeyer, der seinen Job nach dem Abitur von der Pike auf gelernt hat. Schon als kleiner Junge flitzte er in Werther durch die Gewächshäuser seiner Eltern. Später sammelte er drei Jahre Erfahrungen in Dänemark, Holland und am Bodensee. Dass schon zwei Jahre später der dritte Neubau in Gütersloh geplant wurde, war nicht wirklich geplant. „Das war brutal", bringt es Silke Brockmeyer auf den Punkt. „Trotzdem konnten wir dieses Angebot nicht ablehnen", fügt sie an. „Aber klar, zu der Zeit hat unser Leben auch wirklich nur aus Arbeit und schlafen bestanden. Das ist jetzt wieder anders." "Wir waren ja völlig unbedarft" Ob sie dasselbe Programm heute noch einmal so durchziehen würden? Henry Brockmeyer zieht die Augenbrauen kurz hoch und zögert nicht lange. „Nein, rückblickend wohl nicht. Aber in den betreffenden Momenten waren die Entscheidungen genau richtig." Und Silke Brockmeyer, die gelernte Floristin mitsamt Meisterbrief, ergänzt: „Wir waren ja völlig unbedarft und wussten nicht, was auf uns zukommt – das hat uns die Kraft gegeben. Aber Henry und ich sind uns in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich. Wir können beide zupacken und treffen schnelle Entscheidungen." Und sie beide seien immer vom Erfolg überzeugt gewesen. „Das stimmt", pflichtet ihr Mann ihr bei. „Anders hätte es nicht funktioniert. Du musst fest an den Erfolg glauben, sonst wirst du von der Last erdrückt." In der Tat haben die Brockmeyers mit innovativen Ideen und hohen Ansprüchen ständig neue Maßstäbe gesetzt. Zu dem außergewöhnlichen Angebot an Pflanzen als Basis kamen später die Cafés, die Boutiquen, die eigene Deko-Linie Casi oder die Abteilungen für Gartenmöbel und Grills dazu. „Aber das ist nur die eine Sache", sagt Silke Brockmeyer. „Entscheidend sind für uns unsere Mitarbeiter. Ohne sie funktioniert hier gar nichts. Wir haben Spaß zusammen, arbeiten in einer lockeren Atmosphäre, duzen uns – und all das überträgt sich auch auf unsere Kunden." Und Henry Brockmeyer ergänzt: „Dieses Menscheln ist uns wichtig. Und dass das authentisch ist – sonst würde es keinen Sinn machen." Danke an die Eltern Bei allem Erfolg gibt es dennoch Momente und Situationen, in denen es Sorgen gibt. Oder Fragen. „Und dann gehe ich ganz oft zu meinen Eltern, öfter noch zu meinem Papa, und frage ihn um Rat", sagt Silke Brockmeyer. „Wir beide haben unseren Eltern wirklich viel zu verdanken", betont auch ihr Mann. „Sie haben uns Werte wie Bodenständigkeit, Durchhaltevermögen und Gradlinigkeit vermittelt. Das ist die Basis dafür, was wir hier alles geschafft haben. Zusammen."

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