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Die Gerry- Weber-Zentrale in Halle. - © Ulrich Fälker
Die Gerry- Weber-Zentrale in Halle. | © Ulrich Fälker

Halle Gerry Webers Arbeitnehmer in schwieriger Situation

Marc Uthmann
11.02.2019 | Stand 11.02.2019, 23:03 Uhr

Halle. Ad-hoc-Mitteilungen im Stundentakt, zwei Insolvenzverfahren und der mögliche Verkauf der Konzerntochter Hallhuber – die Mitarbeiter des Haller Modekonzerns Gerry Weber mussten zuletzt eine Menge über sich ergehen lassen. Das hat zu großer Unsicherheit geführt – nun sind erneut die Arbeitnehmervertreter gefragt. Am Montag tagte der Betriebsausschuss, um die aktuelle Situation zu analysieren, auch die Gewerkschaft IG Metall saß mit am Tisch. „Wir haben erst einmal Fragen aus der Belegschaft gesammelt, Szenarien durchgespielt, über die nächsten Schritte gesprochen", sagte Gewerkschaftssekretär Marc Schneider auf Anfrage. Denn viele Mitarbeiter treiben derzeit drängende Fragen um: Wie viel Insolvenzgeld wird ihnen gezahlt? Funktioniert im aktuellen Szenario eine Rückkehr aus der Elternzeit? Was wird aus der geplanten Rente oder Altersteilzeit? Auch die Furcht vor einer erleichterten Kündigung treibt viele um. Gespräche mit dem Unternehmen Lösungen vermochte Marc Schneider nicht zu präsentieren. „Wir werden jetzt wieder Gespräche mit dem Unternehmen führen", kündigte er an. Final terminiert seien die allerdings noch nicht. „Wir haben den Eindruck, dass sich auch Vorstand, Sachwalter und Generalbevollmächtigter gerade neu sortieren", so Schneider. Für die Arbeitnehmer ist die Situation schwierig: In langen Verhandlungen hatten sie sich mit dem Vorstand auf einen Sanierungstarifvertrag verständigt, die Eckpunkte für Interessenausgleich und Sozialplan standen. Nach der Insolvenzanmeldung müssen diese Gespräche neu aufgenommen werden – Ergebnis ungewiss.

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