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Heinz-Hermann Vollmer, Projektbeauftragter Lions Club Gütersloh-Teutoburger Wald, Pfarrer Frank Schneider, Assessor Evangelischer Kirchenkreis Gütersloh, Pfarrer Ulrich Melzer, Referent für Erwachsenenbildung und Soziales Lernen Evangelischer Kirchenkreis Gütersloh, Manfred Brockmeyer, Vorsitzender Förderverein Lions Club, Christoph Mohn, Vorstandsvorsitzender Reinhard Mohn Stiftung und Dirk Schott, Vizepräsident Lions Club Gütersloh-Teutoburger-Wald (v. l.). - © FOTO: K. JACOBSEN
Heinz-Hermann Vollmer, Projektbeauftragter Lions Club Gütersloh-Teutoburger Wald, Pfarrer Frank Schneider, Assessor Evangelischer Kirchenkreis Gütersloh, Pfarrer Ulrich Melzer, Referent für Erwachsenenbildung und Soziales Lernen Evangelischer Kirchenkreis Gütersloh, Manfred Brockmeyer, Vorsitzender Förderverein Lions Club, Christoph Mohn, Vorstandsvorsitzender Reinhard Mohn Stiftung und Dirk Schott, Vizepräsident Lions Club Gütersloh-Teutoburger-Wald (v. l.). | © FOTO: K. JACOBSEN

Gütersloh Grenzen setzen, Vertrauen schenken

Evangelischer Kirchenkreis Gütersloh baut Projekt "Soziales Lernen" für zehn weitere Schulen aus

VON MONIKA KOPHAL
17.12.2013 | Stand 16.12.2013, 19:35 Uhr

Gütersloh. Konflikte miteinander lösen – und zwar gewaltfrei. Das ist Ziel des Projekts "Soziales Lernen" unter der Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Gütersloh. Rund 90 Grundschulklassen machen schon mit. Nun soll das Projekt für zehn weitere Schulen geöffnet werden. Möglich wird das durch die finanzielle Unterstützung der Reinhard Mohn Stiftung und dem Lions Club Gütersloh-Teutoburger Wald.

Ein Kind liegt auf den Boden und entspannt sich. Sieben heben es hoch – halten es fest. So in etwa sehen die Übungen aus, die in den wöchentlichen Sitzungen gemacht werden. "Das fliegende Kind merkt, dass es den anderen Gruppenmitgliedern vertrauen kann", erklärt Pfarrer Ulrich Melzer, der im Evangelischen Kirchenkreis Gütersloh für das Projekt verantwortlich ist. "Das Projekt zielt darauf ab, das Klassenklima zu verbessern, das Wir-Gefühl zu stärken und Gemeinschaft zu erfahren", sagt Melzer.

Information

INFO: Wissenschaftlich bestätigt

Die Wirksamkeit des Projekts "Soziales Lernen" wurde von der Universität Bielefeld wissenschaftlich untersucht und bestätigt.

Seit Mitte der 90er Jahre gibt wird das "Soziale Lernen" im Kreis Gütersloh angeboten.

Träger des Projekts war zunächst die Kreispolizeibehörde Gütersloh, ehe 2012 der Evangelische Kirchenkreis Gütersloh die Trägerschaft übernahm.

Das Projekt wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Durch die Vertragsunterzeichnung mit der Reinhard Mohn Stiftung und dem Lions Club Gütersloh-Teutoburger Wald kann das Angebot in den nächsten drei Jahren ausgebaut werden. Für Christoph Mohn, Vorstandsvorsitzender der Reinhard Mohn Stiftung, ist die Förderung des sozialen Lernens für den Lebensweg eines jeden Kindes von großer Bedeutung: "Deswegen wollen wir die Qualität des Projekts sichern und erweitern."

Manfred Brockmeyer, Vorsitzender des Lions Clubs Gütersloh-Teutoburger Wald, fügt ergänzend hinzu, dass "wir damit die Rahmenbedingungen für Bildung im Grundschulbereich verbessern wollen". Unterschrieben wurde der Vertrag in der Grundschule Isselhorst, die sich bereits seit dem Jahr 2004 am "Sozialen Lernen" beteiligt.

Soziales Lernen bedeutet eine Veränderung des Verhaltens im Umgang mit anderen Menschen. "Sich gegenseitig zuhören, Ansichten begründen und sachlich miteinander diskutieren", sagt Melzer. Dafür sei die Sozialkompetenz eines jeden Schülers gefragt, wie zum Beispiel: Auf Kritik reagieren, Widerspruch äußern oder sich entschuldigen können. Ziele, die einmal wöchentlich verfolgt werden. Und zwar, so Melzer, durch gezielte Gruppenspiele- und Übungen: "Die Zweit- und Drittklässer bekommen beispielsweise Aufgaben, die sie nur gemeinsam bewältigen können." Am Anfang einer Stunde wird sich mit dem Lied "Komm, wir wollen Freunde sein" in die richtige Stimmung gebracht.

Soziales Lernen – ein Projekt, das nicht nur die Kinder anspricht. "Die Eltern werden mit eingebunden", sagt Melzer. Sie seien bei den Vor- und Nachbereitungen dabei. Damit verfolgt er ein bestimmtes Ziel: "Irgendwann sollen die Eltern selbst imstande sein, solche Stunden des Sozialen Lernens durchführen zu können." Dies sei wichtig, da der Evangelische Kirchenkreis Gütersloh nicht dauerhaft den Auftrag an einer Schule erfüllen kann. Demnach sei es sinnvoll, dass eine Arbeitsgemeinschaft der Eltern gegründet wird, um das Projekt fortlaufend anbieten zu können.

Bis eine Zusammenarbeit zwischen Schulen und dem Evangelischen Kirchenkreis Gütersloh entsteht, ist es oft ein langer Prozess, erklärt Melzer: "Die Schulen kommen meist aus aktuellem Anlass auf uns zu." Vom Kirchenkreis werden dann Trainer zur Verfügung gestellt, die anfangs das Projekt leiten, "bis dann im besten Fall die Eltern übernehmen". Durch regelmäßige Evaluierungen seien die Erfolgsüberprüfung- und Optimierung gesichert.

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