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Gütersloh Aufwachsen in der Natur

Verein plant einen Naturkindergarten auf dem Hof Hagenlüke in Avenwedde

VON EIKE J. HORSTMANN
21.11.2013 | Stand 20.11.2013, 21:20 Uhr
Christine Hagenlükes zweijähriger Sohn Frederik bekommt wenn es nach den Plänen des neuen Vereins Naturkindergarten Hof Hagenlüke geht viele neue Spielkameraden. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Christine Hagenlükes zweijähriger Sohn Frederik bekommt wenn es nach den Plänen des neuen Vereins Naturkindergarten Hof Hagenlüke geht viele neue Spielkameraden. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Für viele Kinder kommt die Milch von lila Kühen und die Eier aus dem Supermarkt. Bauernhöfe und das ländliche Leben kennen sie oft nur aus dem Fernsehen oder gar nicht. Einen deutlich engeren Bezug zur Umwelt und zur Natur sollen in Zukunft die Kinder erhalten, die auf dem Hof Hagenlüke in Avenwedde aufwachsen. Ein neu gegründeter Verein plant im Haus und auf dem Gelände einen Naturkindergarten.

Seit 15 Jahren werden auf dem Hof an der Sürenheider Straße Kinder betreut, zunächst im Rahmen der Kindertagespflege, seit 2012 auch als Großtagespflege. Zur Zeit lernen und spielen neun Kinder im Alter von ein bis drei Jahren auf dem Hof. Nun soll ein kleiner Kindergarten entstehen, der auch für ältere Kinder ein weiteres Betreuungsangebot bereit hält. "Der Gedanke, der da hinter steckt ist der, dass Kinder vom Beginn ihrer Kindergartenzeit bis zur Einschulung in nur einer Einrichtung betreut werden sollen", erläutert Christine Hagenlüke.

Angestrebt wird eine kleine Gruppe von insgesamt 17 Kindern, wofür die Räume auf dem Hof noch umgebaut werden müssen. Parallel dazu soll auf dem Hofgelände ergänzend eine Kindertagespflege mit bis zu fünf Kindern angeboten werden. Läuft alles nach Plan, nimmt der Naturkindergarten Hof Hagenlüke seinen Betrieb bereits zum Kindergartenjahr 2014/15 auf.

Zur Gründung des Trägervereins haben sich Anfang des Monats 14 Personen auf dem Hof zusammengefunden. Sie wählten Petra Schierl zur Vorsitzenden und Janine Neuhaus zu ihrer Stellvertreterin. Dorothee Wullengerd übernimmt die Funktion der Kassenführerin, Schriftführerin ist Helen Wiesner. In seiner ersten Sitzung haben sich die Vereinsmitglieder die "sozialpädagogische Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern" zu ihrem Ziel gesetzt. Dies soll durch die neue Einrichtung erreicht werden, wofür der Verein unmittelbar nach seiner Gründung die öffentliche Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe beantragt hat. Diese Anerkennung ist Voraussetzung dafür, um in die Jugendhilfeplanung der Stadt Gütersloh aufgenommen zu werden. Dies wiederum bedingt eine finanzielle Förderung aus öffentlichen Mitteln.

Die Verantwortung im pädagogischen Bereich des Kindergartens soll voraussichtlich vom gleichen Personal übernommen werden, die schon jetzt in der Großtagespflege auf dem Hof aktiv sind. Geplant ist ein Team aus drei Fachkräften und einer Springerin. Regulär soll die Einrichtung von 8 bis 15 Uhr geöffnet sein, Randstunden können durch eine Tagesmutter auf dem Hof abgedeckt werden.

So ausgestattet, sollen die Kinder in einer kleinen Gruppe aufwachsen, "in der jeder individuell wahrgenommen wird und sich nach seinen Interessen entfalten kann", so der Verein in seinem Konzept. Auch Kindern mit Behinderungen soll der Kindergarten offen stehen.

Information

Ein ganzer Hof als Spielplatz

Im Konzept für den Naturkindergarten nehmen die Initiatoren Bezug auf die Geschichte des seit dem Jahr 1711 bestehenden Hofes. Auf diesem hätten in den vergangenen drei Jahrhunderten vielen Menschen – oft in großen Familien – in Gemeinschaft und mitten in der Natur ihr Leben gestaltet. Den Kindern soll nun die Möglichkeit gegeben werden, etwas an dieser Lebensweise teilzuhaben. Dazu werden sie den Großteil des Tages an der frischen Luft verbringen, wobei der gesamte Hof, auf dem kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr stattfindet, als Spielfläche genutzt werden. Zudem soll den Kindern eine Streuobstwiese und ein Gemüsegarten zur Verfügung stehen.

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