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Gütersloh Die große Koalition steht

Stadt und Sparkasse einigen sich über Räume und Mietkonditionen im Neubau

VON LUDGER OSTERKAMP
18.10.2013 , 06:15 Uhr
Sparkassenvorstand Jörg Hoffend darf sich für sein Geldinstitut über verlässliche Überweisungen aus dem Hause von Stadtkämmerin Christine Lang freuen. - © FOTOS: RAIMUND VORNBÄUMEN
Sparkassenvorstand Jörg Hoffend darf sich für sein Geldinstitut über verlässliche Überweisungen aus dem Hause von Stadtkämmerin Christine Lang freuen. | © FOTOS: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Der Sparkassen-Neubau an der Ecke Eickhoff-/Friedrich-Ebert-Straße rückt näher. In einem gemeinsamen Pressegespräch teilten Sparkasse und Stadt Gütersloh gestern mit, dass alle wesentlichen Hürden ausgeräumt seien. Tags zuvor, am Dienstag, hatten die Politiker in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt, dass die Stadt etwa zwei Drittel der neuen Büroflächen anmietet.

Die Stadt zahlt die Miete ab 2015. Bezogen werden kann der Neubau freilich erst ab 2016. Die Sparkasse rechnet mit einer Bauzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren, angefangen mit dem Abriss dreier Eickhoffstraßen-Gebäude im Frühjahr 2014.

In den Neubauten werden 2.750 Quadratmeter Nutzfläche geschaffen. Davon mietet die Stadt 1.500 bis 1.600 Quadratmeter an, je nach Menge der benötigten Büros. Sie zahlt eine Kaltmiete von 9,90 Euro pro Quadratmeter, insgesamt also rund 15.000 Euro pro Monat.

Vorwürfe, diese Miete liege weit über dem Durchschnittsmietpreis und sei folglich zu hoch, wiesen beide Seiten zurück. Die Sparkasse, so Projektleiter Hans-Peter Grabke, vermiete an die Stadt steuerfrei, die Stadt müsse somit keine 19 Prozent Umsatzsteuer bezahlen. Ohne dieses Modell käme man auf einen Mietzins von 8,32 Euro – und der sei für Neuflächen in dieser Lage nicht zu hoch gegriffen. Stadtbaurat Henning Schulz verwies darauf, dass die Politiker im Grundstücksausschuss dem Mietzins "mit großer Mehrheit" zugestimmt hätten.

Die vergangenen Wochen hatten Stadt und Sparkasse dazu genutzt, Detailfragen abzustimmen. "Die offenen Punkte sind vom Tisch", erklärte Sparkassenvorstand Jörg Hoffend. Mit einem Augenzwinkern Richtung Bundespolitik sagte er, "wir haben nicht nur Sondierungs-, sondern sehr gute Koalitionsgespräche geführt".

Stadtbaurat Schulz und die Erste Beigeordnete Christine Lang verwiesen auf die Möglichkeit, räumliche Synergien zu schaffen. Die Fachbereiche Finanzen und Jugend/Bildung, derzeit in Teilen jenseits der Friedrich-Ebert-Straße und damit in verschiedenen Gebäuden untergebracht, würden im Neubau zusammengeführt. "Wir können uns neu sortieren", sagte Lang. "Was zusammengehört, wird zusammengebracht." Auch der Fachbereich Umweltschutz erhalte neue Räume. Noch offen ist, ob auch die Verwaltung des Fachbereiches Grünflächen an die Eickhoffstraße zieht. Laut Lang klärt sich diese Frage bis Ende des Jahres. Die zehn Mitarbeiter haben ihre Schreibtische derzeit im Haus Parkstraße 51, eine Immobilie, die auf teurem Grund steht und die die Stadt verkaufen will. Als Alternative zum Umzug in die City kommt laut Lang auch ein Wechsel auf die andere Parkstraßenseite zum Betriebshofgelände in Frage.

Einig sind sich Sparkasse und Stadt darin, dass sie das Quartier durchlässig machen wollen. Rechts neben dem Eckgebäude an der Friedrich-Ebert-Straße werde es einen Durchgang zum Konrad-Adenauer-Platz geben, eine öffentliche Wegeverbindung, die Tag und Nacht offen ist. Der rund 800 Quadratmeter große Innenhof (ohne die oberirdischen Parkplätze der Sparkasse) werde, so Schulz, zwar nicht gerade der Ort sein, wo man seine lauschige Mittagspause verbringe, aber dennoch gestalterische Ansprüche erfüllen. Die Stadt werden mit Hecken und Gebüsch etwas Stadtgrün anlegen, Dinge wie Trafo, Gasregelstation und Fahrradstation würden geordnet, eingehaust, und auch verstreute Müllcontainer werde es dort nicht mehr geben. Für den Innenhof werde ein Bebauungsplan erstellt und im nächsten Planungsausschuss eingebracht.