Gütersloh Maria Unger kündigt Rückzug an

Bürgermeisterin will Amtszeit regulär beenden / Zusammengelegte Wahltermine vom Tisch

VON EIKE J. HORSTMANN
Bürgermeisterin Maria Unger, der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Ostermann (l.) und der Stadtverbandsvorsitzende der SPD, Matthias Trepper. - © FOTO: HORSTMANN
Bürgermeisterin Maria Unger, der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Ostermann (l.) und der Stadtverbandsvorsitzende der SPD, Matthias Trepper. | © FOTO: HORSTMANN

Gütersloh. Von 1994 bis 1999 war sie ehrenamtliche Bürgermeisterin, seitdem regiert Maria Unger als hauptamtliche Rathaus-Chefin die Stadt Gütersloh. Jetzt kündigt die Sozialdemokratin als eine der dienstältesten Bürgermeisterinnen in ganz NRW ihren Rückzug an. "Ich möchte bis zum 20. Oktober 2015 mein Amt ausüben und werde dann nicht noch einmal kandidieren."

Mit ihrer Entscheidung, ihre sechsjährige Amtszeit voll auszuschöpfen, steht fest, dass es im kommenden Jahr in Gütersloh keine kombinierte Kommunal- und Bürgermeisterwahl geben wird. Die Landesregierung hatte entschieden, dass die Wahlen der Stadt- und Gemeinderäte sowie Kreistage auf der einen Seite sowie der Bürgermeister und Landräte auf der anderen wieder synchronisiert werden sollten. Einige Stadtoberhäupter – so etwa der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen – legten ihren Posten freiwillig ein Jahr früher nieder, um eine Zusammenlegung der Termine schon bei der nächsten Wahl zu ermöglichen. Im Kreis steht dazu die Entscheidung von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) noch aus. Für Gütersloh ist die Zusammenlegung der Wahlen mit Ungers Entschluss hingegen vom Tisch.

"Es gibt noch einige Projekte, an denen ich noch maßgeblich beteiligt sein möchte", erläutert Unger ihre Beweggründe. "Aber ich habe immer gewusst, dass das Amt der Bürgermeisterin ein Amt auf Zeit ist. Und es ist die Zeit gekommen, es jüngeren Kandidaten mit neuen Visionen zu überlassen."

Die Entscheidung, nach 2015 nicht wieder als Bürgermeisterkandidatin anzutreten, sei ihr nicht leicht gefallen: "Ich habe lange mit mir gerungen, es gab immer ein Auf und Ab." Sie habe sich gemeinsam mit ihrer Familie ausführlich beraten und letztlich den Entschluss gefasst. "Im Oktober 2015 bin ich 63 Jahre alt, davon werde ich dann 21 Jahre Bürgermeisterin gewesen sein", sagt Unger. "Das ist ein großer Teil meines Lebens. Aber jetzt ist mal meine Familie dran." Sowohl die Partei als auch der Ausgang der Bundestagswahl hätten keine Rolle gespielt: "Es war meine persönliche Entscheidung."

Dies unterstreicht auch Thomas Ostermann, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Gütersloh. "Wir haben keinen Einfluss genommen. Nach so vielen Jahren im Amt steht es ihr zu, einen solchen Entschluss selbst zu treffen." Er bedauere Ungers Schritt, respektiere ihn aber auch. "Es gibt in der Politik kaum jemanden, der richtig aufhören kann. Und es ist eine Kunst, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Und sie hat gezeigt, dass sie diese Kunst beherrscht."

Ans Aufhören will Maria Unger aber noch nicht denken, denn amtsmüde sei sie keineswegs. "Ich werde die kommenden zwei Jahre mit der gleichen Kraft bestreiten, die die Bürger und die Verwaltung von mir gewohnt sind", so Unger. "Ich gehe weiterhin gern jeden Tag ins Rathaus." Als vornehmliche Projekte sieht sie die Gewerbeflächenentwicklung im Zuge der Konversion, den Ausbau der U3-Kita-Plätze und den Bau der neuen Feuerwache. "Es gibt noch eine Menge zu tun."

Wen die SPD 2015 ins Rennen um die Bürgermeisterwahl schicken will, steht indes noch nicht fest. "Wir bereiten uns jetzt auf die Kommunalwahl im Mai vor", sagt Matthias Trepper, Stadtverbandsvorsitzender der SPD. "Danach werden wir uns darum kümmern."

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