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Gütersloh

Kunstvolle Handarbeit

Brigitte Wiesehahn-Ameling stellt Kupferarbeiten im Stadtmuseum aus

VON HANNA IRABI
28.08.2013 | Stand 27.08.2013, 18:30 Uhr
Mit einer groben Schere bearbeitet Metalldesignerin Brigitte Wiesehahn-Ameling das Kupfer. So entstehen Exponate wie der Stier in der Hand von Museumsleiter Rolf Westerheide. - © FOTO: HANNA IRABI
Mit einer groben Schere bearbeitet Metalldesignerin Brigitte Wiesehahn-Ameling das Kupfer. So entstehen Exponate wie der Stier in der Hand von Museumsleiter Rolf Westerheide. | © FOTO: HANNA IRABI

Gütersloh. Das Kupfer-Mobile mit den kleinen Engeln, das unter der Decke befestigt ist, hat Brigitte Wiesehahn-Ameling eigens für die Eingangshalle des Stadtmuseums geschaffen. Es soll die Besucher in der Ausstellung, die noch bis Anfang Dezember in der Kupferschmiede zu sehen ist, willkommen heißen.

"Ich glaube, dass Menschen ein Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung haben", sagt Wiesehahn-Ameling. Sie selber glaubt seit ihrer Kindheit fest an die Existenz von Schutzengeln. Damals habe sie oft das Gefühl gehabt, übersinnliche Mächte hätten sie beschützt. Viele der insgesamt 25 Exponate greifen diesen Glauben auf: In der Vitrine, die einen Großteil der Ausstellung enthält, tanzen und schweben zahlreiche kupferfarbene Himmelsbewohner in graziösen Posen.

Information

Ausstellung

Die Ausstellung in der Kupferschmiede ist ein Beitrag zum 25-jährigen Bestehen des Stadtmuseums.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag, 11 bis 18 Uhr.

Viele andere Exponate der Osnabrücker Künstlerin versinnbildlichen menschliche Beziehungen. Am augenfälligsten ist die cirka zwei Meter hohe, hängende Skulptur "Begegnung": Eine riesige Kupferscheibe, die den Ausschnitt zweier Figuren enthält. Auch eine etwa handtellergroße Figur namens "Lazarus" zeigt ein Paar; die eine Figur hält die andere. "Wegen einer Krankheit konnte ich mich lange sehr schlecht bewegen und musste viel sitzen – mein Mann hat mich damals gehalten", sagt Wiesehahn-Ameling.

Vertraut ist der aus Versmold stammenden Künstlerin das Metall schon seit Kindertagen. Der Großvater war Kupferschmied, häufig schenkte er ihr kleine Kessel oder Becher. "Ich habe immer gedacht, so ein starres Material müsste man doch bewegen können."

Das gelingt ihr in vielfacher Hinsicht: "Ich bearbeite es mit dem Hammer, die kleinen Figuren arbeite ich mit einer groben Schere heraus", erzählt die zierliche Frau. Lächelnd erwähnt sie, dass sie mehr Kraft in den Armen habe, als man ihr auf den ersten Blick zutraue. "Simple Figuren bearbeite ich nebenher, zum Beispiel beim Fernsehen", sagt sie.

Außerdem spielt sie mit den Farben, erzeugt durch Lufteinwirkung und Witterungseinflüsse die unterschiedlichsten Schattierungen von Rostrot bis hin zu einem satten Grün. Zunehmend problematisch gestaltet sich der Bezug des Materials. "Früher habe ich oft auf Baustellen gefragt, ob ich ein kleines Stückchen bekomme, aber das wird immer schwerer", sagt sie. Und um es selber zu kaufen, sei Kupfer zu teuer.

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