Gütersloh Selbstwertgefühl der Stadt erhöht

Ehemaliger ESG-Leiter Dr. Hans Hilbk ist im Alter von 88 Jahren gestorben

VON PETER BRINKROLF
Dr. Hans Hilbk hat sich um das Ev. Stift. Gymnasium bleibende Verdienste erworben. - © ARCHIVFOTO: VORNBÄUMEN
Dr. Hans Hilbk hat sich um das Ev. Stift. Gymnasium bleibende Verdienste erworben. | © ARCHIVFOTO: VORNBÄUMEN

Gütersloh. Im Alter von 88 Jahren ist Dr. Hans Hilbk, ehemaliger Leiter des Ev. Stift. Gymnasiums, am Mittwoch gestorben. Mit ihm ist ein feinsinniger, umfassend humanistisch gebildeter und musisch interessierter Mann dahingegangen. Um seine Wahlheimat Gütersloh hat sich Dr. Hans Hilbk durch mehrere, um Ruhestand entstandene Veröffentlichungen, bleibende Verdienste erworben.

Hans Hilbk wurde als Sohn eines Oberlokomotivführers in Hamm geboren. Nach dem Kriegsdienst als Fähnrich und anschließender Gefangenschaft studierte er Geschichte, Philosophie, Pädagogik und Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster mit dem Ziel, Pädagoge zu werden. Nach den Examina wurde er ab 1954 als Studienrat am Ev. Stift. Gymnasium tätig.

1959 wurde Hans Hilbk mit einer Arbeit über das Problem der Erziehung im Spätwerk Hermann Hesses zum Dr. phil. promoviert. Das wissenschaftliche Prüfungsamt Münster schätzte in diesen Jahren seine Mitarbeit.

1964 ging Dr. Hans Hilbk als Leiter an die Friedrich-von-Bodelschwing-Schule nach Bielefeld-Bethel. 1972 schließlich wurde er zum Direktor seiner "alten" Schule, des Ev. Stift. Gymnasiums in Gütersloh berufen.

Bürgermeisterin Maria Unger schrieb ihm anläßlich seines 80. Geburtstages: "Ihrem engagierten und erfolgreichen Wirken ist es mit zu verdanken, dass das ESG nicht nur seinen Bildungs- und Erziehungsauftrag stets erfüllen konnte, sondern sich das besondere Profil dieser Einrichtung weiter ausbilden und schärfen konnte".

Die Zeit des Ruhestandes nutzte Dr. Hilbk, um sich intensiv mit der Geschichte seiner Wahlheimatstadt zu befassen. 1988 erschien das Buch "Gütersloh und Preußen - eine Wahlverwandtschaft 1815 bis 1888". Es folgten die Bände "Gütersloh, der Kaiser und die Republik 1888 bis 1934" und "Gütersloh, das Hitler-Reich und die Teilung Deutschlands" sowie das richtungsweisende Werk "Gütersloh 1979 - 1995."

Darüber hinaus war der nun Verstorbene Autor von Texten zur Pädagogik und zur Kirchengeschichte und arbeitete in vielen Gremien mit, unter anderem im Volkening-Bildungswerk, bei der Bertelsmann-Stiftung und im Volksbund Deutsche Kriesgräberfürsorge.

Für seine vielfältigen Verdienste ehrte ihn der Heimatverein Gütersloh mit der Eickhoffmedaille. Die Stadt Gütersloh verlieh ihm (zusammen mit Otto Walger) eine ihrer höchsten Auszeichnungen, die Verdienstmedaille. Die Bürgermeisterin betonte aus diesem Anlaß, Dr. Hans Hilbk habe mit seiner Arbeit dazu beigetragen, "das Selbstwertgefühl von Stadt und Kreis zu erhöhen".

Der Verstorbene hinterläßt seine Frau Erika, geb. Sundermann. Tochter Iris Helene ist ihm bereits im Tod vorausgegangen. Die Trauerfeier für Dr. Hans Hilbk findet am Mittwoch, 28. August, um 11.30 Uhr in der Friedhofskapelle an der Friedhofstraße statt. Anschließend ist die Urnenbeisetzung.

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