Elisabeth Bruns (l. ) informiert sich bei Reinhard Noack (r, ) über die Gütersloher Rosen. - © FOTOS FLORIAN GONTEK
Elisabeth Bruns (l. ) informiert sich bei Reinhard Noack (r, ) über die Gütersloher Rosen. | © FOTOS FLORIAN GONTEK

Gütersloh Im Namen der Rose

Ein Fest für die Königin der Blumen zum 60. Geburtstag der Pflanzenschule Noack / Kulinarische Genüsse aus stachelbewehrten Zutaten

Gütersloh (flogo). Zweimal im Jahr ist Emmi Borgmann in Gütersloh - "in jedem Frühjahr und in jedem Herbst", sagt sie. Jetzt macht die Mutter von Meike Noack eine Ausnahme. Gemeinsam mit vier Freundinnen hat sie sich dieses Mal im Sommer aus dem niedersächsischen Westerloy in die Dalke-Stadt aufgemacht - das 60-jährige Firmenjubiläum und das große Rosenfest bei der Baum- und Rosenschule Noack sind für die Frauen Grund genug, diese Tradition einmal zu brechen.

"Es ist herrlich hier, wir sind begeistert von der ganzen Vielfalt", sagt Emmi Borgmann . Gemeinsam mit ihren Freundinnen Hille Breuschoff, Lisa Bohlje, Inge Hollander und Gunda Wagner schlendert sie durch einen der Dutzend Veranstaltungsräume, die an diesem Wochenende im Waterkamp, auf dem Firmengelände des Rosenzüchters, aufgebaut sind.

Das Geschichtszimmer hat es den Frauen besonders angetan. In der Mitte des Raumes steht eine alte ehemals verwendete Schreibmaschine auf einem massiven Holzschreibtisch, an der Wand hängen die Rosenkataloge der 60-jährigen Firmengeschichte. Auch das erste Exemplar ist dabei. Emmi Borgmann deutet auf eine Schwarz-Weiß-Aufnahme an der Wand. "Das ist Werner", deutet sie mit dem Finger auf Werner Noack, den Mann, der im Jahr 1953 die Rosenzucht begonnen und Gütersloh mit seinen Blumen deutschlandweit bekannt gemacht hat. "Die Besucher sind mit dem Gebotenen sehr zufrieden, das ist auch für uns das Allerwichtigste", unterstreicht Reinhard Noack.

Auch Elisabeth und Alfons Bruns sind begeistert von der Gütersloher Züchtung. "Wir kaufen nur Noack, seit 17 Jahren", berichten die Eheleute, die an diesem Sonntag die knapp 60 Kilometer aus Albersloh auf sich genommen haben.

Gemeinsam mit einigen anderen Rosenfreunden stehen die Hobbygärtner vor einem kleinen Tisch und hören den Ausführungen vom Inhaber Reinhard Noack zu. Unter anderem "Heidetraum und Hochstamm-Rosen" hätten sie schon im Garten, erzählt Elisabeth Bruns. Sie kauft stets Wurzelware. Später wollen die Rosenliebhaber auch noch einige der Fachvorträge und Führungen besuchen - als Fan der Rose kommen sie hier auf ihre Kosten.

Dass die Königin der Blumen auch Gaumenfreuden bereiten kann, zeigt Motedayen Schirin. Sie verkauft Gebäck aus Rosenwasser. "Wir backen nur nach alten persischen Rezepten", erklärt die Konditorin. Dazu gehört nach altem Brauch neben Gewürzen wie Kardamom, Zimt, Nelke, Muskat oder Ingwer auch Rosenwasser.

Verzichtet wird dabei fast vollständig auf Fett, Mehl und Zucker. Zusammen mit einem persischen schwarzen Tee seien die Kekse ein "wunderbares Geschmackserlebnis", sagt Schirin, die das Gebäck in ihrer persischen Feinbäckerei in Dortmund anbietet.
Für Emmi Borgmann und ihre vier Freundinnen ist das Rosenerlebnis in Gütersloh schon am Samstag wieder beendet. Mit dem Zug fahren sie gemeinsam ins Ammerland zurück - mit Rosen im Gepäck.

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