Joey Kelly unterhält im Gütersloher Kreishaus das Publikum - Mitarbeiter der Polizei und Kreisverwaltung. Einige Teilnehmer sollten anschließend mitmachen beim Sponsorenlauf. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Joey Kelly unterhält im Gütersloher Kreishaus das Publikum - Mitarbeiter der Polizei und Kreisverwaltung. Einige Teilnehmer sollten anschließend mitmachen beim Sponsorenlauf. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh Joey Kelly spornt an

Der Musiker und Extremsportler motiviert Polizei und Kreisverwaltung

VON HOLGER KOSBAB

Gütersloh. Die erste Motivation hat schon gefruchtet, bevor es losgeht: Rund 250 Mitarbeiter der Kreispolizei und -verwaltung warten im Kreishaus auf eine Lektion in Sachen Ansporn. Seine Leute seien zwar motiviert, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer. "Aber es kann ja sein, dass man noch besser werden kann." Ums Besserwerden ging’s am Freitagmittag Motivator Joey Kelly in seinem Vortrag "No Limits".

Keine Grenzen: Weiter, immer weiter. Schneller, immer schneller - und zwar unter den schwerlichsten Bedingungen. 217 Kilometer durchs Death Valley in den USA, bei 50 Grad in einem 100-prozentig schattenfreien unwirtlichen Terrain. Oder ein Wettlauf zum Südpol mit ZDF-Talker Markus Lanz im Team. Der Musiker, TV-Wokfahrer und Turmspringer Kelly selbst hat viele Zehntausende Kilometer bewältigt. Zu Fuß, zu Rad und im Wasser. Rund um den Globus sucht er die Herausforderung. Wie willens er ist, etwas zu Ende zu führen, verdeutlichte er mit einem Beispiel.

Vier Kilometer vor dem Ende eines Ironman-Triathlons aufhören, nur weil Bruder Paddy aus München anruft und in einer Stunde ein Konzert ansteht: Das kommt für Joey Kelly nicht in Frage. Okay, er hinkte im Zeitplan etwas hinterher. Die geplante Wettkampfdauer von zehneinhalb Stunden war bereits vorbei. Dann würde er für einen Auftritt der Kelly Family halt ohne Umziehen auf die Bühne gehen. Letztlich stieg er, herbeigeeilt in einem Hubschrauber, drei Sekunden vor Beginn im Laufdress mit Startnummer parat. Es sei vielleicht etwas knapp bemessen gewesen, um 6.30 Uhr zu starten und um 20 Uhr Teil eines Michael-Jackson-Konzerts zu sein, sagte Kelly. Aber er traut sich halt alles zu. Ohne Limit.

Zum Extremsport kam er dabei durch eine Wette mit seiner Schwester Patricia. 1996 hatte er behauptet, einen Triathlon zu schaffen. Als er schon nach wenigen Schmetterlingsschlägen im Wasser abgehängt wurde und er nur durch eine rettende Boje nicht unterging, zeugte dies noch nicht von der Leidenschaft, die folgen sollte.

Die Hörer saßen mitunter mit Laufkleidung unter der Arbeitsgarderobe im Saal - als Teilnehmer des folgenden Sponsorenlaufs für die Aktion "Lichtblicke" von Radio Gütersloh, an dem sich auch Kelly beteiligen sollte.

Kellys Ansporn kostet den Kreis einen vierstelligen Betrag. Allerdings teilen sich Polizei und Kreisverwaltung das Geld für die unterhaltsame Plauderei. Wie Karsten Fehring (Leitender Polizeidirektor) sagte, gäbe es für solche Veranstaltungen ein spezielles Budget. Er und Werner Thimm (Leiter Direktion Zentrale Aufgaben) hatten Kelly kurz vor Weihnachten beim Landeskriminalamt erlebt und waren begeistert.

Kelly verdient sein Geld dabei heute mit Sicherheit leichter als vor 20 Jahren: Damals sang er, wie sich zahlreiche Hörer erinnerten, noch mit seiner Familie in der Fußgängerzone vor dem Kaufhaus Hertie. Daher stammt wohl auch sein Durchhaltevermögen. Schon auf der Straße hätten sie alle "ein Wahnsinnsdurchhaltevermögen und Ziele vor Augen gehabt", sagte Kelly.

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