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Gunter Thielen erläutert die Ziele der Walter-Blüchert-Stiftung. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Gunter Thielen erläutert die Ziele der Walter-Blüchert-Stiftung. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh Blüchert-Stiftung startet Hilfe für Kinder

Ex-Bertelsmann-Chef Thielen kann über 200 Millionen Franken Stiftungskapital verfügen

VON BERNHARD HÄNEL
20.03.2013 | Stand 19.03.2013, 12:40 Uhr

Gütersloh. Vorbeugen statt reparieren will die Walter-Blüchert-Stiftung, die ihre Arbeit in Gütersloh aufgenommen hat. Stifter ist der 2007 im Alter von 87 Jahren verstorbene Walter Fritz Blüchert, "väterlicher Freund" von Gunter Thielen (71), dem langjährigen Vorstands- und Aufsichtsratschef der Bertelsmann AG sowie langjährigen Chef der Bertelsmann-Stiftung. Etwa 200 Millionen Schweizer Franken beträgt nach Angaben Thielens das Kapital der Stiftung. Verwaltet wird es in Liechtenstein von der "VisellaStiftung". Sechs bis acht Millionen Euro pro Jahr stehen Thielen für Projekte zur Verfügung.

"Damit kann man schon etwas bewegen", sagt Thielen in einem Pressegespräch. Ganz im Sinne des Stifters habe man mit Aktivitäten begonnen, die Jugendliche vom Rande in die Mitte der Gesellschaft holen wollen. "Wir setzen auf die Kraft der Bildung", sagt Thielen. Entsprechend unterstützt die Blüchert-Stiftung Projekte wie "Zeig, was du kannst" oder die "SchlaU-Schule", die sich um derzeit 150 unbegleitete Flüchtlingskinder aus aller Welt kümmert. "Wir wollen Kindern und Jugendlichen zu einem vernünftigen Werdegang verhelfen, damit sie später einen Beruf ergreifen können", sagt Thielen.

Kosten und Daten hat Thielen noch im Kopf aus seiner Zeit bei der Bertelsmann-Stiftung. "Kinder, die später nicht Hartz IV beziehen, sparen dem Staat 500.000 Euro", sagt er. "Das nenne ich eine hohe Sozialrendite für unser Land."

Schwächen erkennen und ausräumen

Schwächen zu erkennen und auszuräumen sei die Aufgabe der Blüchert-Stiftung. Doch während sein bisheriger Arbeitgeber lediglich die Analyse lieferte, kann Thielen bei der Blüchert-Stiftung den Missständen zu Leibe rücken. Ganz im Sinne des Stifters, der unverschuldet in Not geratene Menschen unterstützen wollte.

Bildung sei teuer, sagt Thielen. "Doch noch teurer ist Nichtbildung." Daher habe er sehr viel Sympathie für die "Präventionspolitik" von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und deren Motto "Kein Kind zurücklassen". Dafür wären selbst Schulden zu rechtfertigen, sagt der Mann aus der Wirtschaft. Doch das müsse nicht einmal sein, denn durch Umschichtungen in den Sozialetats und Streichung überflüssiger Ausgaben wie etwa des Betreuungsgelds ließen sich die Bildungsziele auch erreichen.

Neue Förderprojekte sind in der Pipeline. Bald starten soll ein Programm für alleinerziehende Mütter und Väter, um sie wirtschaftlich und psychisch zu stabilisieren. Folgen soll ein Projekt für alte Menschen. "Wir wollen mit begrenzten Mitteln Signale setzen für eine bessere Gesellschaft", sagt Thielen.

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