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Ab Mai darf in Zelten bei öffentlichen Schützen- und Sportfesten nicht mehr geraucht werden. - © FOTO: PATRICK MENZEL
Ab Mai darf in Zelten bei öffentlichen Schützen- und Sportfesten nicht mehr geraucht werden. | © FOTO: PATRICK MENZEL

Gütersloh Rauchen verboten im Festzelt

Wirte müssen ab Mai geltende Regeln umsetzen / SV Kattenstroth erwartet Einbußen

VON HOLGER KOSBAB
17.03.2013 | Stand 15.03.2013, 20:03 Uhr

Gütersloh. Noch anderthalb Monate können Raucher zumindest in einigen Kneipen noch qualmen. Dann erlischen auch die letzten Ausnahmeregeln für Gaststätten – und für Festzelte. Ab 1. Mai darf etwa bei Schützen- und Sportfesten nur noch draußen geraucht werden. Kontrolliert wird die Einhaltung des umfassenden Nichtraucherschutzes von der Stadt Gütersloh. Ordnungsamtschef Thomas Habig betonte jedoch: "Wir werden am 2. Mai nicht mit Horden in die Gastronomie einfallen."

Für Habig ist die Kontrolle des Rauchverbots nur eine Aufgabe unter vielen. Und er gehe "davon aus, dass sich die Gastwirte entsprechend verhalten". Wo dies nicht der Fall sei, da werde er es sicherlich schnell erfahren. Schließlich bedeute ein Verstoß gegen die Regeln des Nichtraucherschutzgesetzes mitunter einen Vorteil – zum Nachteil derer, die sich daran hielten.

Derzeit werden alle Kneipiers angeschrieben und informiert. Die genaue Regelung für die Festwirte wird innerhalb der jeweiligen Antragstellung für die Genehmigung vereinbart, sagt Habig. "Da wird explizit auf den Nichtraucherschutz hingewiesen. Verantwortlich für dessen Einhaltung sind die Betreiber des Festzelts." Mal macht dies der ausrichtende Verein in Eigenregie, mal ist es ein Festwirt. Und es reiche nicht, die Zeltplanen hoch zu klappen.

"Wir müssen genau wissen: Was ist erlaubt und was nicht", sagt Olaf Wittag, wenn er seinen Blick auf das Schützenfest in Spexard Ende Juli richtet. Im 1.200 Quadratmeter großen Zelt ist der Wirt des Hotels und Restaurants Müterthies seit Jahren für den Ausschank zuständig. Wittag wird dabei seinen Ordnungsdienst anweisen, dass er auf die Einhaltung des Nichtraucherschutzes achtet. Bei 1.500 Menschen im Zelt könne aber nicht jeder einzelne im Blick sein. "Ich kann meinen Angestellten nur sagen, dass sie das im Auge haben", sagt Wittag. Vor allem aber appelliert er an die Eigenverantwortung der Leute und an deren Vernunft. "Man will ja ein friedliches Miteinander und keine aggressive Stimmung."

Möglicherweise würde es gerade im ersten Jahr mit einem umfassenden Nichtraucherschutz helfen, wenn gegen Gäste, die gegen das Qualmverbot verstoßen hätten, Ermahnungen ausgesprochen werden könnten, sagt Wittag. Den früheren Anteil der Raucher in einem Festzelt schätzt Wittag auf 20 Prozent. Wittag würde sich für Gütersloh ein Vorgehen wünschen wie in Rietberg. "Dort werden auf einer Veranstaltung alle Vereine und Festwirte informiert", sagt Wittag, der auch Wirt des Schützenfests im Rietberger Ortsteil Druffel ist. Für Gütersloh habe er "das Gefühl, dass es von Fest zu Fest anders gehandhabt wird".

Es sei noch zu klären, inwiefern die Stadt kontrolliere, sagt Frank Bollkämper, 2. Vorsitzendes SV Kattenstroth. Als Festleiter ist er für die Organisation des Schützenfests Anfang Juni zuständig, das der Verein selbst in den Händen habe. Und er stellt klar: "Wir werden hart kontrollieren." Auf das Rauchverbot würden Schilder und der Sicherheitsdienst hinweisen.

Vor dem Zelt wird ein großer Bierstand mit einem ausfahrbaren, 10 mal 13 Meter großen Pavillon stehen, der bei Regen als Unterstand dient. Insgesamt erwartet Bollkämper aufgrund des innerzeltischen Rauchverbots mit Umsatzeinbußen. Auch, weil in dem Festzelt je nach Programm ein Eintritt von fünf bis zehn Euro fällig sei. Bei Kassensturz seien die Schützen "schon froh über eine schwarze Null", sagt Bollkämper. "Aber es gibt auch Jahre mit einem Minus."

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