Auch dieses Foto wurde gestern von Makss Damage veröffentlicht.
Auch dieses Foto wurde gestern von Makss Damage veröffentlicht.

GÜTERSLOH Gütersloher Rapper reizt die Fahnder

Nach Razzia weiteres rechtes Liedgut veröffentlicht

Gütersloh (raho). Die Razzia bei dem rechten Rapper "Makss Damage" (Julian Fritsch) Ende voriger Woche hat sich zumindest zum Teil als Fehlschlag erwiesen. Trotz der Sicherstellung von Computern und Aufnahmetechnik konnte der 24-Jährige am Montag erneut von ihm produzierte Songs mit rassistischem, fremdenfeindlichem und abstoßendem pornographischen Inhalt zum Download ins Internet stellen. In seinem Ankündigungstext verhöhnte er zugleich die Ermittlungsbehörden. Der Einsatz des polizeilichen Staatsschutzes habe ihn dazu bewegt, die fünf bereits fertiggestellten Lieder seiner neuen Produktion in Form einer "Hausdurchsuchungs EP" (also einem Mini-Album) zu veröffentlichen. "Danke also an die ,treibende Kraft’ in Form des Staatsschutzes Bielefeld", schrieb Fritsch mit ironischem Unterton. Auf dem Cover-Foto jammerte er: "Ich brauche meinen Rechner wieder, den Rest könnt ihr behalten." Wie exklusiv berichtet, hatten am Donnerstagmorgen sechs Beamte des polizeilichen Staatsschutzes Bielefeld die Wohnung des Rappers, der sich früher nach eigenen Angaben in antifaschistischen Strukturen bewegte, etwa eine Stunde lang durchsucht. Neben Datenträgern und Aufnahmeausrüstung wurden auch Textzettel sichergestellt. Die Behörden wollen jetzt anhand des sichergestellten Materials klären, ob Fritsch und der einschlägig vorbestrafte Bielefelder NS-Rapper "King Bock", dessen Wohnung ebenfalls durchsucht wurde, gemeinsam den Song "Die Faust geht zum Kopf" produziert und veröffentlicht haben. Beide stehen unter dem Verdacht der Volksverhetzung. Der zuständige Bielefelder Staatsanwalt Christoph Mackel wollte sich zu den Ermittlungen gestern nicht äußern. "Es gibt nichts mitzuteilen, was über das in der Zeitung Berichtete hinausgeht", sagte er auf Anfrage. Die Auswertung von Computern dauere nun mal seine Zeit.

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