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Das geplante Hochhaus an der Ecke Friedrich-Ebert-/Berliner Straße. Rechts das Holiday Inn.
Das geplante Hochhaus an der Ecke Friedrich-Ebert-/Berliner Straße. Rechts das Holiday Inn.

GÜTERSLOH - MIT DISKUSSION "City Tower" stößt auf ein geteiltes Echo

Gütersloher Fraktionen uneins über Pläne für das Hochhaus

VON LUDGER OSTERKAMP
03.08.2012 | Stand 03.08.2012, 00:49 Uhr

Gütersloh. Johannes Steiner behält recht. Seine Prognose, die Pläne für den "City Tower" auf dem Büskerplatz werden polarisieren, spiegelt sich eins zu eins in der Gütersloher Politik wieder. Die Reaktionen dort reichen von heftiger Ablehnung bis hin zu klarer Zustimmung.

Bis Ende dieses Monats haben die sieben Fraktionen Zeit, sich eine Meinung zu bilden. Diese Aufforderung ist gestern auch schriftlich an sie gegangen. Verschickt hat sie Michael Zirbel, Leiter Fachbereich Stadtplanung. Zirbel bittet um Stellungnahmen, um einschätzen zu können, in welche Richtung die Debatte gehen könnte. Ziel sei es, direkt nach der Sommerpause handlungsfähig zu werden.

Die Eile hat zwei Gründe: Zum einen drängt Investor Steiner; der Anwalt hat Stadt und Fraktionen deutlich gemacht, dass er wenig gewillt sei, etliche Monate bis zu einer Klärung zu warten. Zum anderen gibt es einen Alternativentwurf: Er stammt vom Fachbereich Grünflächen und sieht statt eines Hochhauses eine Grünanlage vor.

Grünanlage auf dem Büskerplatz. Der Entwurf stammt vom Fachbereich Grünflächen der Stadt.
Grünanlage auf dem Büskerplatz. Der Entwurf stammt vom Fachbereich Grünflächen der Stadt.

Womöglich neuer Zuschussantrag

Bei diesem Grünentwurf würden die Bäume stehenbleiben, Rasen eingesät und das Stadtmobiliar entrümpelt. Insgesamt würde die Aufenthaltsqualität des bislang als wenig attraktiv empfundenen Platzes gesteigert. Die Kosten dafür lägen bei 230.000 Euro; 70 Prozent (160.000 Euro) trüge das Land. Die Zusage für den Zuschuss aus der Städtebauförderung liegt laut Zirbel vor. Die Stadt habe bereits ausschreiben wollen, jedoch gestoppt, als die Pläne Steiners bekannt wurden. Sollte sich die Grün-Umgestaltung bis ins nächste Jahr verzögern, müsse die Stadt womöglich einen neuen Zuschussantrag stellen.

Derweil stoßen die Pläne Steiners bei den Fraktionen auf ein geteiltes Echo. Die CDU habe grundsätzlich nichts dagegen, den Platz zu bebauen, sagte Fraktionschef Heiner Kollmeyer. Allerdings gebe es auch kritische Stimmen, die die Art der Bebauung an jener Stelle als unpassend empfänden. Die CDU habe Steiner gebeten, zu prüfen, ob er zwei Geschosse kleiner bauen könne - ein Wunsch, den Steiner bei der öffentlichen Vorstellung des Projektes indes mehr oder weniger vom Tisch gewischt hatte. Die Klientel, die dort wohnen wolle, erwarte diese Höhe, so Steiner.

Die UWG, Plattformpartner der CDU, befürwortet den Tower. "Das ist eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte", sagte Norbert Bohlmann. Als Architekt erlaube er sich das Urteil, der Tower passe städtebaulich dort hin. Die Grünen, zweiter Partner der CDU, haben sich noch nicht festgelegt. "Wir sind im Meinungsbildungsprozess", sagte Fraktionssprecher Marco Mantovanelli. Er habe seine Zweifel, auch, was die Vermarktbarkeit des Turmes betreffe.

"Wir sind doch nicht in Manhattan"

Für die FDP sagte Dr. Wolfgang Büscher, ein Privatmann, der den Mut habe zu investieren, könne immer auf die Rückendeckung der Liberalen zählen. Freilich müsse sich das Gebäude in die Eingebung einfügen. Von SPD, BfGT und der Linken kommen durchweg kritische Stimmen. "Das passt dort nicht hin. Wir sind doch nicht in Manhattan oder Hongkong", sagte BfGT-Chef Norbert Morkes. Vier- bis fünfgeschossig, das sei angemessen, mehr nicht, sagte Dr. Thomas Krümpelmann (SPD). Alles andere wirke wie ein Fremdkörper. Manfred Reese (Linke) sagte, die Fläche sei viel zu klein für ein solches Hochhaus. "Vollkommen unpassend", so sein Urteil.

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