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Nach seiner Rettung setzt sich der kleine Falke fürs Foto in Szene. Anwohner der Eickhoffstraße hatten ihn auf einer Mauer entdeckt. - © FOTO: NW
Nach seiner Rettung setzt sich der kleine Falke fürs Foto in Szene. Anwohner der Eickhoffstraße hatten ihn auf einer Mauer entdeckt. | © FOTO: NW

GÜTERSLOH Feuerwehr rettet hilflosen Wanderfalken

Sprössling der Wanderfalkenfamilie vom Fernsehturm wurde wohlbehalten in der Nähe des Nistplatzes abgesetzt

20.06.2012 | Stand 19.06.2012, 20:48 Uhr

Gütersloh (NW). Die Gütersloher Feuerwehr war am Montag im Einsatz für die heimische Tierwelt: Einsam und verängstigt saß ein junger Wanderfalke in rund drei Metern Höhe mehrere Stunden auf einem Mauervorsprung in der Eickhoffstraße. Anwohner, die das beobachtet hatten, riefen schließlich die Feuerwehr an .

Die Feuerwehrleute ordneten das Jungtier gleich der richtigen Familie zu: Bekanntlich nistet eine Wanderfalken-Familie auf dem Fernsehturm, und der kleine Ausreißer gehörte offensichtlich dazu. Über eine tragbare Leiter gelangte ein Feuerwehrmann zu dem jungen, noch flugunfähigen Raubvogel. Ohne großen Widerstand ließ dieser sich einfangen.

Während der Rettungsaktion hatte die Leitstelle bereits einen ausgewiesenen Greifvogelfachmann aus Rietberg angefunkt, der den Wanderfalken begutachtete und ihn mit ein wenig Nahrung bei Laune hielt. Er riet dazu, den Vogel auf ein Hausdach in der unmittelbaren Nähe des Nistplatzes zu setzen, damit er von den Eltern von dort aus weiter gefüttert werden kann. So wird er nun vermutlich weiter das Fliegen üben, bis er richtig flügge ist.

Die Feuerwehrleute jedenfalls freuen sich über einen erfolgreichen Einsatz und über die Tatsache, "dass das Aufhängen der Nistkästen durch den städtischen Fachbereich Umwelt offensichtlich Früchte trägt".

Wanderfalken zählen zu den schnellsten Jägern unter den Vögeln und ernähren sich zum Beispiel von Tauben, Krähen und Sperlingen. Die Falken fühlen sich - wie seit 2008 in Gütersloh - auch in Städten wohl und orientieren sich stark an Gebäuden. Wichtig ist dabei, dass sie sich ungestört fühlen und ihren Nistplatz frei anfliegen können. Mitte der 70er Jahre war die Art fast ausgestorben. Der Grund: Pestizideinsatz und Jagd auf die Eier der Vögel. Mittlerweile ist die Anzahl der streng geschützte Art auch dank Nisthilfen wieder gestiegen.

Derzeit werden rund 700 Paare in Deutschland gezählt. Daran, einer der schnellsten Jäger der Vogelwelt zu werden, muss der kleine Gütersloher Ausreißer noch etwas arbeiten. Doch dank des Feuerwehreinsatzes hat er nun die Möglichkeit, noch fleißig das Fliegen zu üben.

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