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GÜTERSLOH Zeit drängt beim Kita-Ausbau

Stadt hat zahlreiche Interessenten für Bau und Betrieb von geplanten Tagesstätten

VON HOLGER KOSBAB
26.01.2012 | Stand 25.01.2012, 20:19 Uhr
Joachim Martensmeier. - © FOTO: RVO
Joachim Martensmeier. | © FOTO: RVO

Gütersloh. Nicht nur Eltern investieren in die Zukunft ihrer Kinder. Auf die öffentliche Anfrage der Stadt an Private, den Bau oder die Trägerschaft - oder beides - der geplanten Kindertagesstätten in Avenwedde-Mitte und Pavenstädt zu übernehmen (die NW berichtete), "gab es eine ganze Reihe Rückmeldungen", sagte Dezernent Joachim Martensmeier: Vier mögliche Investoren und zwei interessierte Betreiber haben sich gemeldet, vier Bewerber wollen eine Trägerschaft in Kooperation mit einem Investor übernehmen.

Diesen Stand wird Martensmeier im Jugendhilfeausschuss am 2. Februar präsentieren. Konkrete Vorschläge zu den Interessenten sollen in der Sitzung am 1. März mit einem Beschlussvorschlag vorgestellt werden. Denn die Zeit drängt: Bis zum 1. August 2013 müssen die beiden Kitas fertig sein. Ab diesem Zeitpunkt besteht für alle Kinder ab dem 1. Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf Betreuung. Genaue Zahlen zu Kleinkindern auf der Warteliste hat Martensmeier nicht: Erstens fehle eine zentrale Anmeldung, zweitens sei der Anmeldedurchgang für 2012/13 noch nicht gelaufen und drittens meldeten Eltern ihre Kinder häufig in mehreren Kitas an.

Um die Vorgaben und den spätestmöglichen Abruftermin für Fördermittel - Ende 2013 - einzuhalten, sind rasche Entscheidungen nötig. Für den Fall, dass die Stadt selbst baue, müssten schon ab Mitte März erste Arbeiten ausgeschrieben werden und ein Baubeginn Anfang Juli notwendig. Demzufolge müssten erforderliche Grundstücke bis zum 15. März gekauft oder "durch den Abschluss eines notariellen Kaufangebotes für die Stadt zu sichern", heißt es in der Sitzungsvorlage. Auch für den Fall, dass ein Investor baue, und nicht etwa die Grunderwerbssteuer doppelt fällig werde. "Das ist ein enger Fahrplan", sagte Martensmeier, "aber so geht es allen Kommunen."

Neben dem Neubau wurden auch die Alternativen Anmietung vorhandener privater Räumlichkeiten, die Nutzung/Umbau städtischer Immobilien und Anbauten an bestehenden Kitas geprüft. In Gesprächen mit dem Maklerverein wurde klar, dass ein mögliches angemietetes Gebäude in naher Zukunft nicht gesehen werde. Auch andersweitig gebe es keine geeigneten Räumlichkeiten. Ein Anbau ist aus städtischer Sicht nur an der Villa Sonnenschein möglich. Allerdings könnten bei zwei Einrichtungen in fremder Trägerschaft möglicherweise Flächen von angrenzenden Grundstücken zwecks einer möglichen Erweiterung erworben werden.

Hinsichtlich der Nutzung städtischer Immobilien wurden besonders Schulen betrachtet, hier gebe es jedoch keine Leerstände. Auch unbebaute städtische Grundstücke wurden überprüft: Der Standort Bußmanns Weg sei zu klein. Am Hopfenweg in der Siedlung Determeyer wäre ein Bau mit maximal drei Gruppen denkbar - als Kombination aus öffentlichen und von nahe gelegenen Unternehmen genutzten Plätzen. Die Stadt hat diesen Standort jedoch höchstens perspektivisch auf ihrer Liste. Der Bereich Zur Wieden in Kattenstroth wird für einen möglichen weiteren Kita-Ausbau vorgehalten. Derzeit sei Kattenstroth gut versorgt.

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