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Kapellenschule am Dr. Thomas-Plaßmann-Weg in Avenwedde. - © FOTO: LUDGER OSTERKAMP
Kapellenschule am Dr. Thomas-Plaßmann-Weg in Avenwedde. | © FOTO: LUDGER OSTERKAMP

GÜTERSLOH Eltern entscheiden über die Kapellenschule

Abstimmung über die Konfessionsgebundenheit

VON LUDGER OSTERKAMP
25.01.2012 | Stand 24.01.2012, 20:34 Uhr

Gütersloh. Bleibt die Avenwedder Kapellenschule katholisch? Oder wird sie umgewandelt zu einer Gemeinschaftsschule? Diese Frage werden demnächst die Eltern der 251 Grundschüler beantworten müssen. Nach Lage der Dinge wird das Ende Februar der Fall sein. Das Votum der Eltern, egal wie es ausfällt, wäre bindend.

Dass es zu einer solchen Abstimmung kommen wird, ist so gut wie sicher. Mehr als ein Drittel aller Eltern hat sich dafür ausgesprochen, das Verfahren zur Bestimmung der Schulart in Gang zu setzen. Einige Stimmen sind aus formalen Gründen zwar ungültig (statt beider hat nur ein Erziehungsberechtigter unterschrieben), die vom Landesschulgesetz vorgeschriebene Hürde von 20 Prozent dürfte jedoch allemal überschritten werden. "Davon kann man getrost ausgehen", sagte gestern Roland Thiesbrummel, Leiter des Fachbereiches Jugend und Bildung bei der Stadt. Noch bis Ende des Monats haben die Eltern Zeit, den Antrag zu stellen.

Warum Eltern das Verfahren in Gang gesetzt haben? Weil viele es leid sind, dass die Leiterstelle der Kapellenschule unbesetzt ist. Viermal wurde sie mittlerweile ausgeschrieben – ohne Erfolg. Lediglich auf die erste Ausschreibung hatte sich eine Kandidatin beworben, war aber von der Schulkonferenz einhellig abgelehnt worden. Auf die folgenden Ausschreibungen bewarb sich niemand. Auch die direkte Ansprache von Schulrätin Christel Dahlhoff-Hilbert bei diversen Lehrkräften blieb fruchtlos. Der Kreis der Kandidaten ist begrenzt, da eine katholische Schule nur jemand mit römisch-katholischer Konfession leiten kann. Bei einer Umwandlung entfiele diese Einschränkung.

Bereits seit Juli 2010 ist die Stelle vakant. Die Schule wird seither kommissarisch von Jutta Hermann, Konrektorin der Grundschule Isselhorst, geleitet. Hermann genießt bei Eltern und Kollegium hohes Ansehen, kann die Leitung aber nicht übernehmen, da sie evangelisch ist.

"Es ist Zeit, Klarheit zu gewinnen", sagte Carola Brindöpke, Leiterin der Elternvertretung, gestern. Eine Schule könne nicht dauerhaft kommissarisch geleitet werden, das sei weder im Interesse der Schule noch der Eltern.

Als voraussichtlichen Zeitraum der Abstimmung peilt die Stadt den 27. bis 29. Februar an. Laut Thiesbrummel wird in der Kapellenschule eine Urne aufgestellt und eine Wahlliste ausgelegt, betreut von Mitarbeitern der Stadt. Für eine Umwandlung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. 66 Prozent aller Eltern müssten sich für eine Umwandlung und damit ein Ende der Konfessionsgebundenheit aussprechen. Bei 251 Schülern wären das 168 Stimmen.

Um Unklarheiten zu beseitigen, lädt die Stadt am Mittwoch, 8. Februar, zu einem Elternabend ein. Er beginnt um 19.30 Uhr in der Aula. In einem gemeinsamen Brief an die Eltern teilten Thiesbrummel und Dahlhoff-Hilbert bereits vorab mit, dass Jutta Hermann über die Zeit ihrer kommissarischen Beauftragung hinaus bereit sei, das Ergebnis der Abstimmung abzuwarten und weiter an der Kapellenschule zu bleiben.

Sie arbeite gerne in der Leitung. Mitte Mai kehre zudem die Konrektorin Sandra Wöhrmann aus der Elternzeit zurück; da sie ihren Dienst jedoch nur in Teilzeit versehe, komme sie für Schulrätin Dahlhoff-Hilbert als potenzielle Leiterin nicht in Frage. Ferner heißt es in dem Brief, dass alle Lehrer vergangene Woche erklärt hätten, sie würden auch bei Wegfall der Konfessionsgebundenheit weiter an der Schule arbeiten wollen und keine Versetzung beantragen.

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