0
Diplom-Kaufmann Ralf Libuda, neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh GmbH, kündigte gestern stabile Preise an. Für Wasser gelte dies das ganze Jahr, für Strom und Gas zumindest bis zur Jahresmitte. - © FOTO: LUDGER OSTERKAMP
Diplom-Kaufmann Ralf Libuda, neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh GmbH, kündigte gestern stabile Preise an. Für Wasser gelte dies das ganze Jahr, für Strom und Gas zumindest bis zur Jahresmitte. | © FOTO: LUDGER OSTERKAMP

GÜTERSLOH Stadtwerke wollen expandieren

Neuer Geschäftsführer strebt Kooperationen mit den Nachbarkommunen an

VON LUDGER OSTERKAMP
11.01.2012 | Stand 10.01.2012, 20:47 Uhr

Gütersloh. Der neue Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh (SWG), Ralf Libuda, sieht die Stadtwerke auf Expansionskurs. Wo immer es in den Nachbarkommunen Möglichkeiten gebe, sich zu beteiligen oder Geschäftsfelder aufzubauen, würden es die SWG versuchen. Einen Tag nach der Mitarbeiterversammlung stellte sich Libuda gestern der Öffentlichkeit vor.

Der 42-Jährige hat am 1. Januar die Nachfolge des ausgeschiedenen Lorenz Siepe angetreten. Libuda sagte gestern, es sei eines seiner Ziele, die Stadtwerke Gütersloh breiter aufzustellen, mehr in die Region hineinzukommen. "Da wollen wir uns stark engagieren."

Denkbar sei die Übernahme auslaufender Konzessionsverträgen für die Stromnetze; in mehreren Nachbarstädten ist das der Fall, sie haben bereits ein Angebot aus Gütersloh vorliegen. Denkbar sei auch eine Beteiligung an neuen Stadtwerke-Gesellschaften. "Wir können die ganze Bandbreite ausschöpfen", sagte Libuda. Es gehe nicht vordergründig darum, Fläche zu gewinnen und Umsatz zu machen - aber Kooperationen mit Nachbarstädten seien sinnvoll, für beide Seiten. Libuda sprach von einer Win-Win-Situation.

Information

Aus dem Ruhrpott

Ralf Libuda ist am 6. Januar 42 Jahre alt geworden.

Geboren und aufgewachsen ist er in Gladbeck.

Er ist verheiratet, hat einen Sohn (10) und eine Tochter (5).

Zur Zeit wohnt er in Spexard, ist für sich und seine Familie auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe in Gütersloh. "Ich finde es wichtig, dort zu leben, wo ich arbeite; so bekommt man ein Gespür für die Stadt und das, was die Menschen bewegt."

Nach dem Abitur studiert er Betriebswirtschaftslehre in Essen und Duisburg, Schwerpunkt Unternehmensführung und Strategiemanagement.

Danach leistet er beim DRK zwei Jahre seinen Zivildienst ab.

1996 tritt er seine erste Stelle an – bei Audi in Ingolstadt.

1998 wechselt er als Kaufmännischer Leiter zu einer Tochtergesellschaft des TÜV Rheinland (Köln).

2001 sattelt er von der Auto- auf die Energiebranche um. Er wird Leiter Betriebscontrolling bei den Stadtwerken Bremen.

2003 wechselt er als Kaufmännischer Leiter zu den Stadtwerken Osnabrück, zuständig für Finanzen, Rechnungswesen, Einkauf und IT. Er kümmert sich um Strategie und Beteiligungen und übernimmt die Geschäftsführung für die Verkehrs- und die Bädertochter. Daneben nimmt er Lehraufträge an der Fachhochschule Osnabrück an, doziert dort und vor Verbänden über kaufmännische Themen. (ost)

Die SWG könnten Aufgaben für die Nachbarn übernehmen oder Partner in gemeinsamen Gesellschaften sein. Kooperationen seien in Energiefragen, aber auch bei Bädern und Verkehr möglich. Schwierig sei nur, dass man bei diesen Fragen sehr schnell Fragen der Politik berühre. Was Kooperationen anbetrifft, hat Libuda Erfahrungen: So hat er für die Stadtwerke Osnabrück den Ausbau der Kooperation mit den Stadtwerken Münster mit eingestielt.

Vorantreiben will Libuda den Ausbau erneuerbarer Energien. "Darin liegt die Zukunft." Dabei gehe es ihm auch darum, die Eigenerzeugung zu erhöhen. Der Weg sei vorgezeichnet: Mehr Windenergie ("dort, wo die Standorte es zulassen"), Wasserkraft ("in Gütersloh begrenzt") und Biogas sowie den verstärkten Einsatz von Blockheizkraftwerken auch in Ein- und Mehrfamilienhäusern ("ganz wichtig").

Bei der Nutzung von Windenergie sei es sinnvoll, Kooperationen anzustreben, wie in Harsewinkel. Dort haben sich für einen Windpark die SWG mit den Stadtwerken Osnabrück zusammengetan, begleitet von Libuda. Gerade bei Windparks stießen kommunale Stadtwerke oft an ihre Grenzen; denke man an größere Projekte, gar an Off-Shore-Windparks auf See, sei das nur mit Partnern zu verwirklichen.

Die "Welle", sagte Libuda, sei ein sehr schönes Bad. Als Neu-Gütersloher habe er es bereits genutzt. Die Pläne für den Neubau des Hallenbades könne er dagegen nicht kommentieren. Dazu sei erstens zu früh, und zweitens gelte es umzusetzen, was die Politik vorgebe. Gütersloh werde sicherlich wieder ein gutes, angemessenes Hallenbad bekommen, sagte Libuda.

Zurückhaltend äußerte sich der neue Stadtwerke-Chef auch zum Thema Verkehr. Es gehe darum, in Gütersloh eine "vernünftige Mobilität" darzustellen, ob mit Diesel-Bussen, E-Bussen, Fahrrädern oder Rollern. Dabei sei der demografische Wandel zu berücksichtigen, Stichwort: "Wie bekomme ich den Rollator in den Bus?" Ob Personenverkehr auf der TWE-Strecke sinnvoll sei, dazu sage er nichts.

"Die Stadtwerke Gütersloh", sagte Libuda, "spielen in einer vernünftigen Liga. Sie sind nicht zu klein und nicht zu groß." Man empfinde sich als gesunden Mittelstand, wolle eigenständig bleiben und sich nicht treiben lassen. Dass die Anteilseigner ihr Geld haben wollten und Erwartungen hätten, sei in Ordnung. "Wir werden für ein angemessenes Ergebnis sorgen."

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group