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GÜTERSLOH "Bauarbeiten am Klinikum genehmigt"

Stadt weist Kritik des Naturschutzbundes zurück

20.12.2011 | Stand 19.12.2011, 19:55 Uhr

Gütersloh (gpr). Die vorbereitenden Arbeiten für ein zweites Ärztehaus und ein Parkhaus auf dem Gelände des Städtischen Klinikums stehen nicht im Widerspruch zum jetzt eingeleiteten Bebauungsplanverfahren. Das hat gestern das Klinikum mitgeteilt.

Mit Bezug auf die gestern geäußerte Kritik des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) verweist das Krankenhaus darauf, dass die Bauarbeiten und die Fällung der Bäume genehmigt seien. Klinikums-Geschäftsführerin Maud Beste: "Für den Bau des Ärztehauses und die Tiefgarage sowie den ebenerdigen Bau des Parkhauses hat der Investor Fechtelkord und Eggersmann einen gesonderten Bauantrag gestellt, für den es keiner Änderung des Bebauungsplans bedarf, denn die Arbeiten beziehen sich auf einen so genannten ‚unbeplanten Innenbereich’ des Geländes."

Auch in der Bürgerversammlung vergangene Woche sei seitens des Fachbereiches Stadtplanung darauf verwiesen worden, dass eine Bebauung an dieser Stelle möglich sei, sofern sich das Bauvorhaben in seiner Größe den Gebäuden der Umgebung anpasse (Paragraph 34 Baugesetzbuch). Auch das Ärztehaus I sei auf dieser Basis entstanden. Das Bebauungsplanverfahren wiederum beziehe sich auf die übrige Planung, die in der Bürgerversammlung ebenfalls vorgestellt wurde.

Vorbereitend für die Baumaßnahmen am Klinikum wurden in dieser Woche an der Ecke Virchowstraße/Brunnenstraße Bäume und Sträucher entfernt. Die Fällungen waren laut Stadt notwendig, um Platz für einen öffentlichen Abwasserkanal zu schaffen, der parallel zur Brunnenstraße entlang des geplanten Parkhauses verlaufen müsse. Die erforderliche Genehmigung, dabei auch Bäume, die der Baumschutzsatzung unterliegen, zu fällen, habe der städtische Fachbereich Grünflächen erteilt.

Hintergrund: Alle Bäume, die einen Stammumfang von mehr als einem Meter haben, fallen unter die Baumschutzsatzung und dürfen nicht ohne Genehmigung gefällt werden. Eine Befreiung erfolgt nur dann, wenn es keine bauliche Alternative gibt. In diesem Fall, so das Klinikum, sei nur so der Verlauf eines notwendigen Schmutzwasserkanals zu realisieren. Die Genehmigung sei auch mit der Pflanzung gleichwertiger Ersatzbäume verbunden. Im Abstand von etwa 1,5 Metern vom Abwasserkanal, so Maud Beste, würden Bäume gesetzt, die bereits einen stärkeren Stammumfang hätten und das Gelände aufwerteten. Des weiteren werde man wieder Sträucher setzen, die das Gelände begrünen würden.

Der BUND-Vorsitzende Achim Hertzke hatte gestern darauf verwiesen, dass laut artenschutzrechtlichem Gutachten Fledermäuse auf dem Klinikumsgelände beheimatet seien. Die Stadt teilte gestern mit, dass während zweier Abend-Begehungen im Mai die Breitflügelfledermaus, die Zwergfledermaus und der Große Abendsegler nachgewiesen worden seien, jedoch nicht in dem Bereich, wo jetzt Bäume und Sträucher weichen mussten. Auf dem gesamten Klinikumsgelände habe der Gutachter sieben zu erhaltende Bäume mit "Habitatsfunktion" klassifiziert, die als Fledermausquartier geeignet seien. Beste: "Keiner dieser Bäume wird gefällt, gleichwohl werden zusätzlich Fledermauskästen als mögliche Ersatzquartiere eingerichtet."

Die Stadt wies gestern erneut darauf hin, dass sich die Gütersloher Bürger im Rahmen der Offenlage noch bis zum 29. Dezember über die gesamten Baupläne des Klinikums informieren und Anregungen einbringen können. Ab Januar werte der städtische Fachbereich Stadtplanung die Stellungnahmen aus. Im Frühjahr werde sich der Planungsausschuss mit den eingegangenen Anregungen befassen.

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