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Bürgermeisterin Maria Unger, zugleich Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stadtwerke, nahm die Pakete von den Vertretern Gütersloher Vereine entgegen: Andrea Langner (Tri-Team des GTV), Brigitte Zippert (GSV), Annette Böker (Behinderten-Sportgemeinschaft), Ralf Stüssel (Sportlehrer), Francoise Fabian (Tauchsportclub) und Hans-Dieter Hucke (DLRG, von links). - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Bürgermeisterin Maria Unger, zugleich Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stadtwerke, nahm die Pakete von den Vertretern Gütersloher Vereine entgegen: Andrea Langner (Tri-Team des GTV), Brigitte Zippert (GSV), Annette Böker (Behinderten-Sportgemeinschaft), Ralf Stüssel (Sportlehrer), Francoise Fabian (Tauchsportclub) und Hans-Dieter Hucke (DLRG, von links). | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

GÜTERSLOH In Rekordzeit Unterschriften gesammelt

Hallenbad-Bündnis übergibt Listen an Bürgermeisterin Maria Unger / Sorge auch um den Schulsport

VON LUDGER OSTERKAMP
22.11.2011 | Stand 21.11.2011, 20:49 Uhr

Gütersloh. Das Aktionsbündnis für ein sportgerechtes Hallenbad hat gestern 6.007 Unterschriften an Bürgermeisterin Maria Unger übergeben. "Eine solch große Zahl binnen 14 Tagen zu sammeln, ist für Gütersloh einmalig", sagte Hans-Dieter Hucke, Vertreter der DLRG. Es zeige, wie breit der Widerstand der Bürger gegen das von den Stadtwerken geplante "Sparbad" sei.

Das Bündnis setzt sich zusammen aus den fünf wassersporttreibenden Vereinen in Gütersloh. Als Ersatz für das offenbar marode Hallenbad an der Herzebrocker Straße fordert es ein Bad, das zumindest den funktionellen Mindestansprüchen des Schul- und des Vereinssports entspreche. Die derzeitigen Pläne der Stadtwerke Gütersloh (SWG) - ein Neubau ohne Sprungturm und ohne Lehrschwimmbecken auf dem Gelände des Nordbades - genügten dem nicht. Bis Freitag will das Bündnis weitersammeln.

"Die hohe Zahl der Unterschriften zeigt, dass die Stadt eine Verpflichtung und Verantwortung hat", sagte Hucke, "für den Schwimmunterricht, die Schwimmausbildung und die Sicherheit." Über das hohe Echo auf die Unterschriftenaktion seien die Vereine selbst überrascht. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke, der über den Neubau entscheidet, könne über ein solches Votum nicht hinweg gehen. Die Vereine wollten kein Luxusbad, keinen Mercedes, sondern nur den Erhalt dessen, was sie 40 Jahre lang hatten.

"Kinder müssen schwimmen lernen können", sagte Brigitte Zippert vom Gütersloher Schwimmerverein (GSV). Dafür brauche man ausreichend Wasserflächen. Ein Hallenbad-Neubau ohne Sprungturm und ohne Lehrschwimmbecken gehe zu Lasten der Schwimmausbildung. Hucke verwies darauf, dass bundesweit die Quote der Nichtschwimmer von 30 auf 40 Prozent gestiegen sei - mit allen bedenklichen Folgen.

Für die Schulen malte Ralf Stüssel, Sportlehrer am Städtischen Gymnasium, die Folgen aus. "Der Anteil der Nichtschwimmer an den Grundschulen und den weiterführenden Schulen wird weiter steigen." Es reiche nicht, auf Wasserflächen im Sommer zu verweisen, wenn die Schüler nur halbjährlich Schwimmunterricht hätten. "Die im Winter hätten dann Pech gehabt, oder wie?" Bei Umsetzung der Sparversion der Stadtwerke könne man die Lehrpläne letztlich vergessen.

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