0
Hubert Burbaum zeigt ein Glas mit der schwarzen Aktivkohle, die in dem Klärbecken links unten zunächst versuchsweise zum Einsatz kam. Zukünftig ist geplant, dass die Kohle dauerhaft dem Abwasser Schadstoffe entnimmt. - © FOTO: JULIA GESEMANN
Hubert Burbaum zeigt ein Glas mit der schwarzen Aktivkohle, die in dem Klärbecken links unten zunächst versuchsweise zum Einsatz kam. Zukünftig ist geplant, dass die Kohle dauerhaft dem Abwasser Schadstoffe entnimmt. | © FOTO: JULIA GESEMANN

GÜTERSLOH Kohle gegen Schadstoffe

Klärwerk Obere-Lutter schließt Versuche zur Abwasserreinigung erfolgreich ab

VON JULIA GESEMANN
03.11.2011 | Stand 02.11.2011, 20:06 Uhr

Gütersloh. Sie ist offenporig, feinkörnig und vollbringt wahre Wunder: die Aktivkohle. Ihre Aufgabe: Schadstoffe im Abwasser reduzieren oder eliminieren. Das Klärwerk Obere-Lutter hat nun Versuche zur Abwasserreinigung erfolgreich abgeschlossen und plant eine dauerhafte Filtration durch Aktivkohle.

"In der Vergangenheit wurden dem Klärwerk vom Entsorgungsunternehmen Zimmermann immer wieder Abwässer zugeleitet, die in einem kommunalen Klärwerk nicht behandelt werden können", erklärt Detlef Helling, Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes "Obere-Lutter" (AOL), den Anlass für die Versuchsreihe. Die Überwachungswerte für den Chemischen Sauerstoffbedarf (CBS) und Phosphor seien überschritten worden. "Wenn die Kriterien der bundesweit geltenden Abwasserverordnung bei der Firma Zimmermann umgesetzt worden wären, wäre alles gut", betont Helling. So mussten aber als Folge der im Abwasser enthaltenen Problemstoffe von 1999 bis 2009 Abwasserabgaben in Höhe von 4,12 statt 2,27 Millionen Euro gezahlt werden. "Es kann nicht die Aufgabe des AOL sein, Millionenbeträge in die Hand zu nehmen", sagt Helling.

Seit zwei Jahren habe sich die Situation zwar- dank der Neuerrichtung einer Abfallbehandlungsanlage auf dem Zimmermann-Gelände - "gravierend verbessert", so Hubert Burbaum, technischer Geschäftsführer des AOL. "Trotzdem treten immer wieder Überschreitungen des Überwachungswertes für CBS auf."

Das ist der Grund dafür, dass Versuche zur weitergehenden Abwasserreinigung mithilfe von granulierter Aktivkohle durchgeführt wurden. Im Januar wurde ein Becken der Flockungsfiltrationsanlage umgebaut, in dem nun das Abwasser von unten durch eine 2,50 Meter dicke Kohle-Schicht, die dem Wasser Schadstoffe entnimmt, strömt. "Um fast 50 Prozent kann der Anteil des CBS mithilfe der Kohle reduziert werden", erklärt Burbaum. Er ergänzt: "Eine Aktivkohle-Filtration kann zudem wirtschaftlich betrieben werden." Denn durch den Austausch der Kohle einmal im Jahr entstehen lediglich Kosten in Höhe von 60.000 Euro. Für eine Überschreitung der Grenzwerte müsste der AOL 70.000 Euro zahlen.

Die Aktivkohle-Filtration soll nun dauerhaft betrieben werden. Aber damit sei Zimmermann nicht von der Pflicht befreit. "Trotz dieser weiteren Reinigungsstufe ist zu beachten, dass dem Klärwerk nur Abwässer zugeführt werden, die auch behandelbar sind", sagt Helling entschieden. "Unter diesem Aspekt ist es zwingend erforderlich, dass die von Zimmermann geplante Erneuerung der mittlerweile 20 Jahre alten Abwasserbehandlungsanlage schnellstmöglich erfolgt." Außerdem solle die von der Firma beantragte Befreiung von den strengen Regeln der Technischen Entwässerungssatzung seitens der Stadt verweigert werden.

Empfohlene Artikel

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group