0

GÜTERSLOH Strom vom Flughafen

Nach Abzug der Briten: Initiative Energiewende strebt Bürger-Energiepark an

VON ROLF BIRKHOLZ
30.09.2011 | Stand 29.09.2011, 19:47 Uhr

Gütersloh. Strom von Windrädern auf dem Flughafengelände wäre günstiger, als ihn von Anlagen aus der Nordsee zu beziehen. Da ist sich Kurt Gramlich sicher. Er hat mit Gabriele Diekötter und anderen im August die Initiative Energiewende Gütersloh gegründet. Sie will mitarbeiten, den Atomausstieg zu verwirklichen. "Das Entscheidende ist, dass es lokal umgesetzt wird."

"Für unsere Region wäre das eine super Lösung", sagte Kurt Gramlich jetzt bei einem Treffen der bislang ein knappes Dutzend Leute zählenden Gruppe in der Weberei. Die modernen, höheren Anlagen würden dort auch genügend Wind haben, erläuterte Gabriele Diekötter. Der Initiative schwebt vor, das Areal nach dem angekündigten Abzug der Briten in einen Bürger-Energiepark umzugestalten, mit vielleicht fünf bis acht Windkraftanlagen und auch im Sektor regenerativer Energie tätigem Gewerbe.

Eine solche Umwidmung habe ja auch schon einmal Güterslohs Stadtbaurat Josef E. Löhr ins Gespräch gebracht, sagte Gramlich. Auch im Verkehrsbereich und bei der Wärmedämmung gebe es einiges zu tun. Man müsse Leute finden, die das in die Hand nähmen. "Wir wollen nicht, dass das Thema einschläft", begründete Gabriele Diekötter das Engagement in einer Sache, die seit kurzem viele zur Ihrigen gemacht haben.

Die Mitglieder der Initiative sind jedoch schon länger am Thema. Bereits die Rücknahme des Atomkompromisses durch die Bundesregierung im Herbst 2010, so Gramlich, habe den Einsatz gegen die Nutzung der Atomkraft wieder verstärkt. Fukushima sei dann noch "obendrauf" gekommen. Der Reaktorunfall in Japan hatte zu Mahnwachen in der Stadt geführt. Daraus war dann die Initiative hervorgegangen.

Man wolle Öffentlichkeitsarbeit betreiben und "auf Entscheidungsträger in Sachen Energiewende einwirken", hieß es. Als der Freiburger Bürgermeister gefragt wurde, warum seine Stadt auf diesem Gebiet so fortschrittlich sei, hat er Gramlich zufolge geantwortet: "Die Bürger treiben uns."

Newsletter abonnieren

Update zum Mittag

Die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe zum Ausbruch von Covid-19 und Neuigkeiten aus OWL und der Welt.

Wunderbar. Fast geschafft!

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group