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Bis zu 1,4 Millionen Besucher sollen auf das Loveparade-Gelände geströmt sein. In den Wochen vor der Riesenparty hatte das Gütersloher Unternehmen Hagedorn das Gelände für den Riesen-Rave vorbereitet. Der Unfallbereich befindet sich hinten links. Dort endete der Tunnel, durch den die Massen vom Hauptbahnhof ausgehend (unten, nicht im Bild), am linken Rand entlang geleitet wurden, ehe sie den Bühnenbereich erreichten. - © FOTO: DPA
Bis zu 1,4 Millionen Besucher sollen auf das Loveparade-Gelände geströmt sein. In den Wochen vor der Riesenparty hatte das Gütersloher Unternehmen Hagedorn das Gelände für den Riesen-Rave vorbereitet. Der Unfallbereich befindet sich hinten links. Dort endete der Tunnel, durch den die Massen vom Hauptbahnhof ausgehend (unten, nicht im Bild), am linken Rand entlang geleitet wurden, ehe sie den Bühnenbereich erreichten. | © FOTO: DPA

Gütersloh/Duisburg Gütersloher bereiten Loveparade-Gelände vor

Firma Hagedorn hat am Duisburger Güterbahnhof Gebäude abgerissen und Flächen geebnet

VON HOLGER KOSBAB
27.07.2010 | Stand 26.07.2010, 20:45 Uhr

Gütersloh/Duisburg. Die Suche nach den Ursachen für die Massenpanik bei der Loveparade wird weitergehen. 19 Menschen starben, darunter die 19-jährige Marie-Anjelina aus Bielefeld, die in Friedrichsdorf in der Ausbildung zur Bäckerin war. Das Gelände für die größte Techno-Party des Jahres am alten Duisburger Güterbahnhof hatte bereits vor Wochen die Gütersloher Firma Hagedorn vorbereitet.

"Man kann das gar nicht glauben, aber das geht wohl jedem so", sagt Oberbauleiter Frank Kreimer zu dem schrecklichen Vorfall. Sechs bis acht Wochen lang hatten die Gütersloher das Gelände vorbereitet, kleine Gebäude abgerissen, Material zerkleinert und eine möglichst ebene Fläche geschaffen. Am Samstag folgten noch die Notaus- und Abgänge vom Gelände Richtung Autobahn. Zudem musste Hagedorn einen Radlader bereitstellen, der jedoch nicht benötigt wurde. "Für den Fall, dass einer der Party-Lkw ausfällt und stehen bleibt", erklärt Kreimer.

Das nun heftig kritisierte Sicherheitskonzept spielte in den Plänen für das Abbruch-Unternehmen keine Rolle, erläutert Kreimer. Den Auftrag hatte Hagedorn von einem Duisburger Unternehmen erhalten, das die Arbeiten im Auftrag des Veranstalters organisiert hatte.

Kolja Vogel leitete die Bauarbeiten vor Ort in Duisburg, am Unglückstag war er im VIP-Bereich des Veranstalters. "Das macht schon betroffen, die Lust am Feiern war schlagartig weg." Mitbekommen habe er das alles erst viel später. "Als es die Runde gemacht hatte, war es nach 20 Uhr." Ausgebrochen war die Panik kurz vor 17.30 Uhr.

Auch wenn seine Arbeit nicht im Zusammenhang mit der Katastrophe steht: So fragt sich Vogel schon "ob man etwas anders hätte machen können, um es zu verhindern". Das Gelände habe auf ihn aber nicht den Eindruck gemacht, dass es zu klein sei. Subjektiv schien ihm dabei die erwartete Besucherzahl von einer Million eher noch optimistisch.

Mittendrin in dem Getümmel war eine Fünfer-Gruppe mit dem Gütersloher Michael Thiesbrummel. Er kritisiert, dass man "eine Masse von hunderttausend Menschen zum Stehen bringt, um sie nach Glasflaschen zu kontrollieren". Er versteht nicht, dass der Veranstaltungsplatz wegen Überfüllung geschlossen wurde. Er habe sich 30 Minuten nach dem Unglück auf den Rückweg begeben und sei "super durchgekommen".
     

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