Martin Wernekenschnieder mit der im Jahr 1861 gespendeten Abendmahlskanne. Sie hat einen achtpassigen Fuß und einen unten bauchigen, nach oben schlank zulaufenden und zum hochgezogenen Ausguss ausladenden Korpus mit Klappdeckel. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Martin Wernekenschnieder mit der im Jahr 1861 gespendeten Abendmahlskanne. Sie hat einen achtpassigen Fuß und einen unten bauchigen, nach oben schlank zulaufenden und zum hochgezogenen Ausguss ausladenden Korpus mit Klappdeckel. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

GÜTERSLOH Geburtstag mit Abendmahlskanne

Vorbereitungen für das 150. Jubiläum der Gütersloher Martin-Luther-Kirche

VON HOLGER KOSBAB

Gütersloh. Mehr als 200 Jahre gingen die Protestanten und Katholiken in Gütersloh in die gleiche Kirche. Offiziell beendet wurde dieses sogenannte Simultanverhältnis in der heutigen Apostelkirche 1888. Bereits vorher, ab 1861, hatte die evangelische Gemeinde ihr eigenes Haus. 2011 wird die Martin-Luther-Kirche 150 Jahre alt - und die Vorbereitungen für das Jubiläum laufen.

Seit einigen Wochen sitzt Praktikant Martin Wernekenschnieder im Stadtmuseum und bereitet eine Ausstellung zum 150. Geburtstag der Martin-Luther-Kirche mit vor. Der 25-jährige Student der Geschichtswissenschaften schreibt die Texte für ein gutes Dutzend Exponate einer am 12. Mai 2011 startenden Schau, die über die bauliche und künstlerische Geschichte der Kirche informieren wird. Unter anderem für die in Bremen gefertigte und gestiftete Abendmahlskanne - zugleich das aktuelle Ausstellungsstück der Schatztruhe des Stadtmuseums. "Geschenkt von Frauen & Jungfrauen der evangel. Gemeinde bei der Einweihung der neuen Kirche zu Gütersloh 1861", ist unter dem Sockel eingraviert. "Sie steht für die stetige Spendenbereitschaft von lokaler Seite", lautet es im Begleittext.

Eine bessere Verknüpfung von Theorie und Praxis kann es für Wernekenschnieder kaum geben. Denn seine Ergebnisse fließen ein in seine Abschlussarbeit an der Universität Bielefeld. In dieser geht es um das lokale Engagement und die Frage: "Wie viel Gütersloh steckt in dieser Kirche?" Auch wenn sich der Einsatz nicht in Geld ausdrücken lasse, so Wernekenschnieder. Die Bevölkerung hätte sich bei jeder Umbauphase sehr engagiert, so bei der großen Umgestaltung 1957/58. "Es wurde ganz, ganz viel gespendet", sagt der 25-Jährige. "Ganz normale Gemeindemitglieder hätten die Initiative ergriffen."

Für den Leiter des Stadtmuseums, Rolf Westheider, ist es besonders bemerkenswert, dass ein künstlerisch so auffälliger Bau im damals so unauffälligen Gütersloh entstanden ist. Noch bevor in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der später, aber sehr beschleunigte Wandel vom Dorf zur Stadt einsetzte. Der Kirchenbau ist von dem Architekten Christian Heyden entworfen. Seine stadtbildprägenden Arbeiten für Gütersloh wie das Rathaus wurden im Stadtmuseum bereits 2004 präsentiert.

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group