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Liz Mohn betrachtet die Büste ihres verstorbenen Mannes. Das bronzene Kunstwerk, auf einem Sockel aus furnierter Eiche platziert, steht neben einer historischen Karte über "Gütersloh, die Stadt der Stifter und Schenker". - © FOTOS: RAIMUND VORNBÄUMEN
Liz Mohn betrachtet die Büste ihres verstorbenen Mannes. Das bronzene Kunstwerk, auf einem Sockel aus furnierter Eiche platziert, steht neben einer historischen Karte über "Gütersloh, die Stadt der Stifter und Schenker". | © FOTOS: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh Ein Bronze-Denkmal für Gütersloh

Büste von Reinhard Mohn findet dauerhaft Platz im Stadtmuseum

VON LUDGER OSTERKAMP
09.02.2010 | Stand 08.02.2010, 20:00 Uhr

Gütersloh. Liz Mohn war die Rührung anzumerken. "Das ist ein guter Platz. Die Büste passt hier wunderbar hin." Gemeinsam mit ihrem Sohn Christoph besichtigte sie gestern im Gütersloher Stadtmuseum die Bronze-Plastik des im Oktober verstorbenen Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn.

Die Büste, eine Arbeit des renommierten Wiedenbrücker Bildhauers Hubert Hartmann, ist zu sehen als Teil der Dauerausstellung "Gütersloh – Stadt der Stifter und Schenker". Museumsleiter Dr. Rolf Westheider nannte sie eine Bereicherung für das Museum; sie sei gleichermaßen aus historischen wie künstlerischen Aspekten ein Gewinn.

Hartmann hatte die Büste bereits 1986 gegossen. Ein zweiter Abdruck, einige Jahre früher entstanden, steht im Foyer der Bertelsmann-Hauptverwaltung. Der künstlerische Wert dieser Plastiken ist unstrittig: Hartmann (1915 - 2006) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der "Wiedenbrücker Schule", bei einem Empfang kurz vor seinem Tod bezeichnete ihn seine Heimatstadt als Künstler von Weltrang. Plastiken und sakrale Arbeiten von Hartmann sind in vielen Ländern zu finden, vor allem aber in dem vor anderthalb Jahren eröffneten Museum in Rheda-Wiedenbrück.

Der Wunsch, die Büste öffentlich im Museum auszustellen, kam von Bertelsmann. "Es ist unser Anliegen, die Erinnerung an meinen verstorbenen Mann wachzuhalten", sagte Liz Mohn. Die Unternehmerin nahm sich viel Zeit, um sich das Museumskonzept erläutern und auch durch andere Ausstellungsabteilungen führen zu lassen.

Die Vorsitzende des Heimatvereins, Renate Horsmann, bedankte sich für das Vertrauen, das Bertelsmann dem Heimatverein/Stadtmuseum mit der Schenkung der Büste entgegen bringe. "Als Hüter von Brauchtum, Tradition und Geschichte sind wir auch Erhalter von Werten. In diesem Sinn ist es uns eine Selbstverpflichtung, der Erinnerung an Reinhard Mohn eine Zukunft zu geben."

Horsmann erinnerte daran, dass auf Initiative von Dr. Ulrike Naim von der Bertelsmann-Stiftung das Museum vor zwei Jahren eine Dauerausstellung Stiften und Schenken eingerichtet habe – angesichts der Stiftergeschichte Güterslohs eine bedeutsame Abteilung. Im August vergangenen Jahres habe man dort einen Film über die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe aufgenommen, ein Anlass, zu dem auch Brigitte Mohn ins Museum gekommen war.

Die Zusammenarbeit des Museums mit Bertelsmann und der Familie Mohn habe somit bereits viele Facetten, so Horsmann, gleichwohl sei festzustellen, dass die Abbildung des Druckereiwesens und der Mediengeschichte, zwei für Gütersloh bedeutsame Felder, im Stadtmuseum nach wie vor unterrepräsentiert sei. Ein in früheren Jahren für diesen Ausstellungszweck geplanter Anbau sei aus finanziellen Gründen gescheitert und seither nie wieder diskutiert werden. Aktuell komme verschärfend hinzu, dass dem Museum aufgrund der städtischen Haushaltslage eine Zuschusskürzung von 20 Prozent drohe – "das würde uns schwer treffen".

Liz und Christoph Mohn, angetan von der Präsentation der Büste und der Führung, sicherten Horsmann und Museumsleiter Dr. Rolf Westheider zu, in Kontakt zu bleiben. Für Christoph Mohn war es ohnehin nicht der erste Besuch in dem denkmalgeschützten Bau; im vergangenen Jahr hatte er seine Tochter dort nach einem Kindergeburtstag abgeholt. "Das ist ein sehenswertes Museum, und ich bin froh, dass Bertelsmann seinen Teil dazu tun darf."

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