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Kartoffelsuppe - vegan, lecker und gut fürs Klima. Solche Gerichte sollen in Gütersloh künftig häufiger auf den Tisch kommen. - © Symbolfoto/ Pixabay
Kartoffelsuppe - vegan, lecker und gut fürs Klima. Solche Gerichte sollen in Gütersloh künftig häufiger auf den Tisch kommen. | © Symbolfoto/ Pixabay

Gütersloh Veganes Klimamenü soll auf Gütersloher Speisekarten landen

Der Verein Fairleben möchte ein Klimamenü auf möglichst viele Speisekarten bringen - in Kantinen und in Restaurants. Dies sei eine rein pflanzliche Alternative, die nicht nur schmackhaft und gesund sei, sondern auch erhebliche Vorteile für die Umwelt und die Gesellschaft biete.

Anja Hustert
28.04.2022 , 11:00 Uhr

Gütersloh. Lecker essen und dabei etwas für's Klima tun - diese Idee des Vereins Fairleben nimmt in Gütersloh Gestalt an. Vor knapp anderthalb Jahren stellte der Verein den Bürgerantrag, die Stadt möge sich darum bemühen, dass in Kantinen häufiger veganes Essen auf den Teller kommt. Dieser wurde seinerzeit von allen Parteien mit Ausnahme der CDU angenommen. "Jahrelang wurde nur gequatscht", meint Oliver Groteheide, zweiter Vorsitzender des Vereins Fairleben GT. "Aber die Klimakrise schreitet voran und genau jetzt ist der Zeitpunkt, um praktische Maßnahmen im täglichen Leben unserer Kommune umzusetzen."

Einiges hat sich seit dem Antrag getan. Leif Pollex, Klimabeauftragter der Stadt, startete eine Abfrage bei der Kantine der Stadtwerke, bei der Küche des Klinikums, in städtischen Schulen und Kitas. "Wir wollten wissen, wie wird pflanzliche Ernährung nachgefragt und angeboten", sagt er. Er führte viele Telefonate, Präsenztermine waren aufgrund von Corona schwierig. Es gebe deutschlandweit - und damit auch in Gütersloh - ein leicht steigendes Interesse am Thema vegane Ernährung, hat der Klimabeauftragte beobachtet.

Workshop mit praktischen Tipps für Mensen und Kantinen

Für diejenigen Einrichtungen, die Interesse an dem Thema vegane Ernährung bekundet haben, gibt es nun ein konkretes Angebot, erläutert Oliver Groteheide. Am 20. Mai findet bei der Volkshochschule ein Workshop mit Vertretern des Vereins ProVeg statt. Der Verein setzt sich nach eigenen Angaben "für einen zukunftsfähigen Ernährungsstil und eine landwirtschaftliche Kultur ein, die vegetarisch bzw. vegan, ökologisch, ethisch und sozial verantwortlich sowie ökonomisch tragfähig sind".

Schulungskoch Markus Haxter möchte den Teilnehmern von Kantinen, Küchen und Caterern das Thema vegane Ernährung im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen. "Veganes Kochen kommt in der Kochausbildung häufig gar nicht vor", so Groteheide. Aber selbst die beste Fleischerzeugung könne nie so umweltschonend sein wie pflanzliche Lebensmittel. "Es sollen spannende Lösungen aufgezeigt werden. wie man ein veganes Angebot umsetzen kann", so Pollex. Die einzelnen Kantinen und Mensen seien jedoch frei in ihrer Entscheidung, die Stadt mache keine Vorgaben, wie die Versorgung auszusehen habe. Der Caterer der Stadthalle und der Kulturräume beispielsweise koche das, was die Kunden wünschen.

Oliver Groteheide ist mit der bisherigen Umsetzung des Ratsbeschlusses für das Klimamenü zufrieden. Denn das Thema zieht in der Stadtgesellschaft noch weitere Kreise. "Auch die evangelische Kirchengemeinde bietet in der Vesperkirche und bei weiteren Gelegenheiten pflanzliche Speisen an", sagt er. Und in ihren Einrichtungen wie Kitas und Altenheimen würde sie ebenfalls an der Idee des Klimamenüs arbeiten.

Restaurants in Gütersloh haben pflanzliche Gerichte auf der Karte

Auch Restaurants und Bistros erweitern auf Initiative von Fairleben ihr veganes Angebot. "Auf der Online-Speisekarte der Weberei ist unser Logo - das grüne GT mit den beiden Blättern - bereits zu sehen", so Groteheide. So erkenne jeder gleich: "Hey, ich kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten."

Mit dem Klimamenü werde eine rein pflanzliche Alternative angeboten, die nicht nur schmackhaft und gesund sei, sondern auch erhebliche Vorteile für die Umwelt und die Gesellschaft biete. Das Blue Fox habe ebenfalls signalisiert, seiner Speisekarte ein Einlegeblatt mit einem Klimamenü hinzuzufügen. Das Bistro Maries am Kolbeplatz wolle auch mitmachen, man sei in Gesprächen mit Green's und dem Kleinen Kiebitz (Flußbetthotel). "Bis zum Herbst soll es eine Website geben, auf der man sehen kann, welche Einrichtungen beim Klimamenü dabei sind", verspricht Groteheide.

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