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Zum Internationalen Tag zur Abschaffung von Tierversuchen protestierten Tierschützerinnen und Tierschützer in der Gütersloher Innenstadt. - © Achtung für Tiere e.V.
Zum Internationalen Tag zur Abschaffung von Tierversuchen protestierten Tierschützerinnen und Tierschützer in der Gütersloher Innenstadt. | © Achtung für Tiere e.V.

Gütersloh Demo in der Gütersloher City für Forschung ohne Tierversuche

Anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche am heutigen Sonntag veranstaltete der Verein Achtung für Tiere am Samstag in der Gütersloher Innenstadt eine Demonstration für Forschung ohne Tierleid.

24.04.2022 | Stand 24.04.2022, 15:00 Uhr

Gütersloh. Ein Mahnmal für die getöteten Tiere, der nachgebaute Zwangsapparat für Affen, die Menschenkette mit Schildern, der Marsch durch die Fußgängerzone und Redebeiträge, die den Laboralltag aus der Perspektive der Tiere beschreiben, fanden viel Beachtung, teilt der Verein Achtung für Tiere anlässlich seiner Proteste gegen Tierversuche am Samstag in der Gütersloher Innenstadt mit. Astrid Reinke, Tierärztin und Vorsitzende von Achtung für Tiere: „Manche Menschen glauben, Tierversuche seien wie tierärztliche Routinebehandlungen. Die Wahrheit ist: Bei Tierversuchen macht man das mit Tieren, was bei Menschen Schwerverbrechen wären. Tiere werden vergiftet, verstrahlt, mit tödlichen Krankheiten infiziert, ihnen werden ihre Knochen gebrochen, Organe zerstört, man versetzt ihnen Stromschläge, zementiert Messgeräte in Schädeldecken, verpflanzt Herzen von Schweinen in Paviane.“

Tiere zu quälen sei aus den gleichen Gründen falsch, wie Menschen zu quälen, sagt Reinke. „Weil die Tiere und wir empfindsame Wesen sind. Wir haben die gleichen Grundbedürfnisse. Man kann doch nicht alle ethischen Grundsätze über Bord werfen, nur weil jemand anders aussieht, eine andere Sprache spricht, als man selbst!“ Tierversuche grüben leistungsfähigen humanbasierten Methoden Fördergeld und Aufmerksamkeit ab, kritisiert die Tierschützerin. „Auf Basis menschlichen Gewebes entwickelte Organe, die Technik des 3D-Drucks, auch Epidemiologie und Patientenbeobachtungen können Menschen wirklich helfen. Jeder Euro, jede Minute, die in Tierversuche fließen, fehlten für die Fortentwicklung humanrelevanter Medizin.“

Kritische Auseinandersetzung mit dem Thema an Schulen gefordert

Der „Affe“ im Zwangsapparat, oft beschönigend „Affenstuhl“ genannt, und die Versuchsbeschreibung aus der Perspektive eines Affen fanden laut Veranstalter viel Beachtung. - © Achtung für Tiere e.V.
Der „Affe“ im Zwangsapparat, oft beschönigend „Affenstuhl“ genannt, und die Versuchsbeschreibung aus der Perspektive eines Affen fanden laut Veranstalter viel Beachtung. | © Achtung für Tiere e.V.

Grausame Tierversuche würden laut Reinke ganz in unserer Nähe durchgeführt, wie beispielsweise in Bielefeld und Münster. "Mehrere Bielefelder Kliniken und die Universität experimentieren unter anderem. mit Ratten, Gerbils, Meerschweinchen, Hühnern oder anderen Vögeln. So hat man Ratten alkoholabhängig gemacht, Löcher in Schädel von Hühnern und Ratten gebohrt, Elektroschocks verabreicht, Mäusen schwere Darmentzündungen und Krebs verursacht, Gerbils Mageninhalt ins Mittelohr gedrückt oder Finkenjunge in Socken gestopft“, erklärt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Frauke Albersmeier.

Tierversuche fänden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es läge bei Experimentatoren selbst, was sie veröffentlichen und was nicht, kritisiert sie weiter. „Oft werden wir gefragt, was man denn gegen Tierversuche unternehmen kann. Die Antwort ist: andere dazu bewegen, gemeinsam aktiv eine gewaltfreie Wissenschaft zu fordern. Dafür muss man auch an die simple Tatsache erinnern, dass Tiere empfindsam sind, wie wir Menschen auch. Mehr Menschen müssen laut aussprechen, was sie uns am Infostand mitteilen: dass sie Forschung ohne Tierquälerei wollen“, so Albersmeier. Und das Thema Tierversuche gehöre in den Schulunterricht, findet sie. Längst böten Tierexperimentatoren Projekte für Schulen an. Doch Schülerinnen und Schüler müssten sich damit auch kritisch auseinandersetzen können.

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