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Die angehende Ex-Frau wirft dem Angeklagten vor, kaufsüchtig zu sein. - © Symbolfoto/ Pixabay
Die angehende Ex-Frau wirft dem Angeklagten vor, kaufsüchtig zu sein. | © Symbolfoto/ Pixabay

Gütersloh Gütersloher bestellt Waren auf Namen seiner Ex-Frau und bezahlt sie nicht

Der Richter verurteilte den geständigen Gütersloher wegen dreifachen Computerbetrugs und Diebstahls in fünf Fällen.

Rolf Birkholz
04.12.2019 | Stand 04.12.2019, 13:17 Uhr

Gütersloh. Auf den Namen seiner getrennt lebenden Frau hatte ein Mann im Internet Waren bestellt, ohne sie zu bezahlen. Außerdem war er in in Gaststätten eingestiegen und hatte dort Geld gestohlen. Der Strafrichter verurteilte den geständigen Gütersloher wegen dreifachen Computerbetrugs und Diebstahls in fünf Fällen, bei denen es zweimal beim Versuch geblieben war, zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Zudem muss er 200 Sozialstunden ableisten und mit der Suchtberatung reden. Denn seine Fast-Ex-Frau, die Scheidung läuft, sagte aus, es sei letztlich die „Kaufsucht“ des Angeklagten gewesen, die sie zur Trennung veranlasst habe. Er habe oft „Sachen bestellt, die man sich nicht leisten kann“, so die 32-Jährige. „Ich wünsche ihm nichts Schlechtes“, erklärte sie, „er war mein Traummann eigentlich.“ Angeklagter begründet Taten mit zerbrochener Beziehung Mit der zerbrochenen Beziehung begründete denn auch der 33-Jährige seine Taten. „Diese Trennung konnte ich nicht verkraften.“ Allein sei ihm „die Decke auf den Kopf gefallen.“ In dieser Lage hatte er zwischen Oktober 2018 und Juni 2019 betrügerisch Waren im Wert von rund 400 Euro bestellt und hatte in drei Lokalen insgesamt 800 Euro gestohlen. In eine Kneipe war sogar zweimal eingebrochen, einmal vergeblich. In eine andere hatte er es nicht geschafft, war vom Wirt überrascht worden. Aus einem Einkaufs-Center in Bad Oeynhausen hatte er zudem nachts 200 Euro mitgehen lassen und durch Öffnen von Kühltruhen einen Schaden in Höhe von 1.800 Euro angerichtet. Die Einbrüche seien „spontan“ und unter Alkoholeinfluss geschehen, sagte der Mann, der in U-Haft sitzt und zuletzt als Maschinenführer gearbeitet hat. Die Staatsanwältin beantragte neun Monate und 100 Stunden. Der Richter ging darüber hinaus. Nach Aktenlage habe er an eine noch höhere Strafe gedacht. Doch in der Verhandlung bot sich eine andere Sicht. „Er ist ja nicht der klassische Einbruchsdieb“, beschrieb der Verteidiger, seinen Mandanten, sondern der sei „aus der Bahn gerutscht“ und brauche Hilfe.

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