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Zu gutgläubig: Immer wieder fallen Senioren auf Betrüger am Telefon herein. - © picture alliance
Zu gutgläubig: Immer wieder fallen Senioren auf Betrüger am Telefon herein. | © picture alliance

Prozess Falsche Polizisten zu langen Haftstrafen verurteilt

Betrüger haben in Bielefeld, Gütersloh und Herford viel Geld von gutgläubigen Senioren ergaunert. Aus dem Vermögen der Verurteilten werden nun mehrere Hunderttausend Euro eingezogen.

03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 16:56 Uhr

Hannover (lni). Sie gaben sich am Telefon als Polizisten aus und erbeuteten hohe Summen von gutgläubigen Senioren: Das Landgericht Hannover hat am Mittwoch eine Bande Krimineller zu langen Haftstrafen verurteilt. Vier Männer und eine Frau erhielten Gefängnisstrafen zwischen drei und zehn Jahren. Ein weiterer Angeklagter wurde wegen Beihilfe zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die Taten ereigneten sich zwischen Mai 2017 und September 2018 unter anderem in Hameln, Bodenwerder, Bad Münder, Berlin sowie im ostwestfälischen Bielefeld, Herford und Gütersloh. Die Masche war stets die gleiche: Ein Hintermann rief mit manipulierten Telefonnummern aus der Türkei an, so dass auf den Displays der Opfer deutsche Nummern oder sogar die 110 zu sehen war. Den alten Menschen wurden in stundenlangen Telefongesprächen Angst gemacht vor Einbrecherbanden und vor Bankangestellten, die mit diesen angeblich unter einer Decke steckten. Sie müssten ihre Wertgegenstände deshalb der Polizei geben. Hohe Geldbeträge, Goldbarren und Schmuck in Mülltonnen platziert Tatsächlich deponierten sehr viele von ihnen fünfstellige Geldbeträge, Goldbarren und Schmuck vor der Haustür in Mülltonnen, Glascontainern oder an Stromkästen, damit die vermeintlichen Polizisten sie abholten konnten. Die hohen Summen hatten die Opfer teilweise für ihre eigene Beerdigung oder für die Kosten des Pflegeheims der Ehefrau gespart. Täter dank Telefonüberwachung aufgespürt Die Ermittler waren den Männern nach einem Raubüberfall auf einen Mann in Bad Pyrmont auf die Spur gekommen. Ein Angeklagter wusste, dass der Mann sehr viel Gold besitzt, weil er bei einem Umzug geholfen hatte. Mit Hilfe von Telefonüberwachung konnte dann die Bande falscher Polizisten gefasst werden, die das Geld stets in Bremen teilte. Aus dem Vermögen einiger Angeklagter werden mehrere Hunderttausend Euro eingezogen, ordnete das Gericht an.

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