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Gegner protestieren gegen die geplante Ortsumgehung Friedrichsdorf. - © Andreas Frücht
Gegner protestieren gegen die geplante Ortsumgehung Friedrichsdorf. | © Andreas Frücht

Gütersloh "Waldstücke müssten gerodet werden": Gegner wollen Ortsumgehung zurückstufen

Die Friedrichsdorfer Kritiker-Initiative fordert den Stadtrat auf, beim Land NRW auf die Bremse zu treten. Sie beruft sich auf den Klima-Beschluss des Rates.

Ludger Osterkamp
08.11.2019 | Stand 08.11.2019, 13:18 Uhr

Gütersloh. Die Gegner der Friedrichsdorfer Ortsumgehung unternehmen einen neuen Vorstoß, das Vorhaben zu verhindern. In einem Bürgerantrag an den Rat fordern sie, die Ortsumgehung zurückzustufen: Gütersloh soll sich beim Land dafür stark machen, dass die Umgehung im Landesstraßenbedarfsplan von Prioritätenstufe 1 ("vordringlicher Bedarf") auf Stufe 2 ("nachrangiger Bedarf") rutscht. Gestellt hat den Antrag die Initiative BgO (Bürger gegen Ortsumgehung). Sie bezieht sich auf den Ratsbeschluss von Juli, wonach ab sofort bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima zu berücksichtigen sowie Lösungen zu bevorzugen seien, "die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken". "45.500 Quadratmeter würden versiegelt" Durch die geplante Umgehung L 788 / L 791 würden, so die BgO, 45.500 Quadratmeter Fläche versiegelt. Naturschutzflächen, etwa der Biologischen Station, des Landschaftspflegehofes Ramsbrock oder des Storchenbrutgebietes Große Wiese würden stark beeinträchtigt, wenn nicht in Gefahr geraten. "Selten gewordene Arten wie Kiebitze oder Sumpfschrecken sind auf genau dem Land zuhause, das für die Straßentrassen asphaltiert würde. Ebenso müssten ganze Waldstücke mit altem Baum- und Pflanzenbestand gerodet werden." Ferner würden Äcker und Felder der Landwirte zerschnitten. Die BgO, so schreibt sie in ihrem Antrag, "hat wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass der Rat durch seine Beschlussfassung bloße Symbolpolitik ablehnt. Aus diesem Grund dürfen wir auch davon ausgehen, dass unserem Antrag stattgegeben wird." Dass sie damit durchkommt, ist dennoch unwahrscheinlich: Im Stadtrat haben die Befürworter der Umgehung die Mehrheit. Der Besuch des Verkehrsministers ist schon wieder zwei Jahre her Eine Rückstufung der Umgehung hatte es zwar schon mal durch die frühere, rot-grüne Landesregierung gegeben. Die CDU-/FDP-Regierung aber mit Verkehrsminister Hendrik Wüst stufte sie vor einem Jahr wieder hoch. Passiert ist seither dennoch nichts - denn der Bau scheitert vor allem am Widerstand des Nachbarn Bielefeld.

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