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Was passiert mit dem Plastikmüll aus dem Kreis Gütersloh? Darauf erhielten die Mitglieder des Umweltausschusses keine befriedigende Antwort. - © Pixabay
Was passiert mit dem Plastikmüll aus dem Kreis Gütersloh? Darauf erhielten die Mitglieder des Umweltausschusses keine befriedigende Antwort. | © Pixabay

Kreis Gütersloh Wo landet der Plastikmüll aus dem Kreis Gütersloh?

Die Politik wollte nun wissen, wo eigentlich der Plastikmüll aus dem Kreis Gütersloh landet. Darauf konnte die zuständige Verwertungsfirma keine befriedigende Antwort geben.

Anja Hustert
09.10.2019 | Stand 09.10.2019, 16:29 Uhr

Kreis Gütersloh. Wo landet letztendlich der Plastikmüll aus dem Kreis Gütersloh? Auf diese Frage der SPD-Fraktion gab es am Montag im Umweltausschuss des Kreises keine befriedigende Antwort. "Wir wissen es nicht, wo er landet", musste Frauke Zielke, Prokuristin bei der Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH (GEG), zugeben. "Beim für Verpackungsabfälle zuständigen Dualen System Deutschland handelt es sich um ein privates System, kein kommunales System, da haben wir keinen Einblick." Gleichwohl hatte Zielke versucht, auf die Anfrage der SPD-Kreistagsfraktion zum Plastikmüll Antworten zu bekommen. Den Weg des Mülls konnte sie aufzeigen: Der Betreiber des Dualen Systems Deutschland sei im Kreis die Reclay Group, der zuständige Entsorger sei das Unternehmen RMG Rohstoffmangement aus Minden, das wiederum das Unternehmen PreZero (vormals Tönsmeier) mit dem Einsammeln der Gelben Säcke beauftragt habe. "Der Verpackungsmüll kommt dann zur Firma Lobbe nach Iserlohn, wo die Kunststoffverpackungen in ihre einzelnen Stoffe sortiert werden", so Zielke. Wie diese Stoffe dann jedoch verwertet werden, konnte sie auch nicht sagen. "Ich habe extra nochmal bei Reclay nachgefragt, aber die Verwertungsschiene wird nicht benannt", teilte Zielke den Ausschussmitgliedern mit. Plastikaufkommen ebenfalls unklar Und auch auf die Frage der SPD wie sich das Plastikaufkommen in den letzten Jahren entwickelt habe, erhielt Zielke bei Reclay nur die lapidare Auskunft, dass es zugenommen habe. "Uns sind da die Hände gebunden", so Zielke. "Wir als GEG können nur etwas zu den kommunalen Abfällen sagen." Laut GEG sind im Kreis im vergangenen Jahr 12.991 Tonnen Müll im "Gelben Sack" eingesammelt worden, knapp 45 Tonnen mehr als im Vorjahr. "Es ist schon erschreckend, dass wir nicht wissen, wo unser Müll landet", sagte Klaus Dirks, Vorsitzender des Umweltausschusses. Die Ausschussmitglieder seien alle unzufrieden mit dem, was sie dort gehört haben. "Das ist ein politisch motiviertes System", so Dirks, der überlegte, ob es nicht möglich wäre, über die Bundestagsabgeordneten seiner Partei darauf Einfluss zu nehmen. "Wir bleiben da dran", versprach auch Ursula Ecks (SPD). Sie fand es sehr bedauerlich, dass es auch für die GEG nicht möglich ist, an Informationen über die Verwertung des Plastikmülls zu kommen. "Gerade jetzt, wo in der Bevölkerung das Bewusstsein dazu wächst."

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