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Spezialistenteam im Schockraum: Zentrumsleiter Dieter Mann (vorne rechts) und das interdisziplinäre Team arbeiten Hand in Hand. - © NW
Spezialistenteam im Schockraum: Zentrumsleiter Dieter Mann (vorne rechts) und das interdisziplinäre Team arbeiten Hand in Hand. | © NW

Gütersloh Schockraum: Hier kämpfen Ärzte um das Leben Schwerverletzter

Bei der Behandlung von Notfall-Patienten im neuen Schockraum des St.-Elisabeth-Hospitals zählen stets jede Minute und die bestmögliche Versorgung. Im Notfall wird direkt an Ort und Stelle operiert.

15.09.2019 | Stand 15.09.2019, 12:05 Uhr

Gütersloh. Das Team eilt zum vereinbarten Treffpunkt. Jedes Mitglied hat einen Anruf erhalten und macht sich aus einer anderen Richtung auf den Weg. Die Zeit drängt, das ist allen klar. Im Schockraum des St.-Elisabeth-Hospitals wird gleich ein Motorradfahrer nach einem schweren Verkehrsunfall erwartet. Das Ärzte-Team des regionalen Traumazentrums ist bereit, um das Leben des jungen Mannes zu retten. Die Ärzte um Zentrumsleiter Chefarzt Dieter Mann setzen auf ihre intensiv erarbeitete Routine und moderne Technik. „Wir sind eingespielt und geübt, dadurch beherrschen wir alle notwendigen Maßnahmen sehr sicher", betont der Unfallchirurg. Im hauseigenen Simulationsraum trainieren die Ärzte und Pflegekräfte des interdisziplinären Spezialistenteams aus den Bereichen Chirurgie, Radiologie, Anästhesie regelmäßig den Notfall. Besonders bei Verletzungen der Wirbelsäule oder des Bauchraumes, aber auch im Fall von amputierten Gliedmaßen ist das Hospital aufgrund der hier angesiedelten Fachabteilungen gut aufgestellt. Dennoch bleibt jeder Patient mit einem Polytrauma eine Herausforderung, weil Unfälle plötzlich und unvorhersehbar geschehen. Etwa 120 Schwerstverletzte werden jedes Jahr im Schockraum des St.-Elisabeth-Hospitals versorgt, dabei gehören Verkehrsunfälle mit Motorrad oder Fahrrad und schwere Arbeitsunfälle zu den häufigsten Verletzungsursachen. Dann geht es um Leben und Tod und darum, Folgeschäden so gering wie möglich zu halten. Der Faktor Zeit spielt hierbei eine große Rolle. Im Notfall zählen Sekunden 45 Quadratmeter misst der neue Schockraum des Hospitals, der dieses Jahr in Betrieb genommen wurde. Die Einrichtung ist auf das Wesentliche reduziert: Eine Liege in der Raummitte, darüber ein Röntgengerät, rundherum befinden sich sorgfältig beschriftete Schrankwände mit Behandlungsmaterialien, Instrumenten und mehr. „Jedes Möbelstück und der Standort jedes Geräts wurde vom interdisziplinären Ärzte- und Pflegeteam des Traumazentrums zentimetergenau festgelegt", berichtet Markus Buschgerd, Mitarbeiter der internen Medizintechnik. Das Ergebnis stellt alle Fachdisziplinen zufrieden. Schnellstmögliche Wege und eine einfache Orientierung bedeuten kostbare Minuten für die Behandlung. Deshalb befindet sich direkt neben dem Schockraum, nur durch eine Schiebetür getrennt, der neue Computertomograph (CT) für die weiterführende Diagnostik. Der Patient muss nicht umgebettet oder transportiert werden, was für den Schwerverletzten eine zusätzliche Strapaze bedeutet. Lediglich bei der Ankunft im Schockraum wird er auf eine Spezialmatte gelagert. Wenn die Zeit drängt, operiert das Traumateam direkt im Schockraum. „Diese Konstellation bedeutet eine Medizin der kurzen Wege und wurde von den Auditoren des Traumazentrums als vorbildlich bezeichnet", zeigt sich Geschäftsführer Stephan Pantenburg erfreut über die bauliche Neuerung und die kürzlich erfolgreiche Rezertifizierung des Zentrums durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Als regionales Traumazentrum ist das Sankt Elisabeth Hospital eingebettet in das Traumanetzwerk OWL: Hier ist die Zusammenarbeit mit überregionalen Zentren über Teleradiologie mit Befundübermittlung und -konsultation innerhalb kürzester Zeit möglich.

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