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Die sorgfältige Prüfung mehrerer Sicherheitsmerkmale schützt davor, Falschgeld anzunehmen. - © Andreas Frücht
Die sorgfältige Prüfung mehrerer Sicherheitsmerkmale schützt davor, Falschgeld anzunehmen. | © Andreas Frücht

Gütersloh In Gütersloh könnte Falschgeld im Umlauf sein

In den vergangenen Tagen ist im Kreis Falschgeld aufgetaucht. Wir verraten, wie Verbraucher eine Fälschung erkennen können. Das Geheimnis heißt: Fühlen, sehen, kippen.

Anja Hustert
16.08.2019 | Stand 16.08.2019, 15:56 Uhr

Gütersloh. Drei Mal ist in den vergangenen drei Tagen Falschgeld im Kreis Gütersloh aufgetaucht. Sowohl bei der Sparkasse Gütersloh-Rietberg als auch bei der Sparkasse Wiedenbrück wurden am Einzahlautomaten 50-Euro-Blüten registriert. Und bei Schenke im Bahnhof Gütersloh hat jemand am Dienstag mit einem falschen 20-Euro-Schein bezahlt. "Erst beim Sortieren fiel einer Verkäuferin auf, dass die Banknote nicht echt wirkte", berichtet Katharina Felsch, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Gütersloh, mit Blick auf die Anzeige. Ein falscher 20er ist hier nicht die Regel - falsche Fuffziger schon. Jede zweite Euro-Falschnote ist eine 50-Euro- Note heißt es im Bundeslagebericht Falschgeldkriminalität 2018 des Bundeskriminalamtes. Darin steht weiter: "Dieser Umstand ist seit mehreren Jahren zu beobachten und liegt vor allem darin begründet, dass 20- und 50-Euro-Banknoten häufig im Zahlungsverkehr zum Einsatz kommen und im Handel eine Echtheitsüberprüfung im Gegensatz zu Banknoten mit höheren Nennwerten seltener erfolgt." Drei Blüten in drei Tagen - das ist laut Katharina Felsch "nichts Ungewöhnliches". "Wir verzeichnen hier keinen Anstieg." In der Kriminalstatistik des Kreises tauchen für 2017 vier Falschgeld-Delikte auf, für 2018 sieben. Dies sagt jedoch nichts darüber aus, wie viele Blüten im Kreis gefunden wurden oder im Umlauf sind. Sparkasse zählt in diesem Jahr schon zehn Blüten Bei der Sparkasse Gütersloh-Rietberg registriert man eher rückläufige Fallzahlen bei Falschgeld. "Wir hatten in der Tat weniger Fälle als in den Vorjahren. Bis jetzt waren es zehn Scheine in diesem Jahr", sagte Sprecher Matthias Trepper. Er gehe davon aus, dass die neu eingeführten Sicherheitsmerkmale - unter anderem das durchsichtige Porträtfenster und die Smaragdzahl - ihre Wirkung zeigen. Die Einzahlautomaten der Sparkasse Gütersloh-Rietberg erkennen Falschgeld und sortieren sie gleich in ein separates Fach. "Der Gegenwert wird dem Kunden nicht gutgeschrieben", erläutert Trepper. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Sobald Falschgeld bei der Bank auftaucht, geht der verdächtige Schein an die Bundesbank und es erfolgt eine Nachricht an die Polizei. Sieben falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner Die Gefahr, dass man in Gütersloh mit Falschgeld in Kontakt kommt, ist relativ gering. „Rechnerisch entfallen pro Jahr rund sieben falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner"", sagte laut einer Pressemitteilung Johannes Beermann, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. Die Bank rechnet weiter: Statistisch gesehen müsste ein Mensch 900 Jahre alt werden, um in Deutschland einmal im Leben mit Falschgeld in Berührung zu kommen. "Etwa alle vier bis sechs Wochen wird uns eine Falschgeldbanknote von Kundinnen und Kunden zur Einzahlung vorgelegt", heißt es bei der Sparkasse Wiedenbrück. In ganz seltenen Fällen würde hierbei bereits der Verdacht geäußert, dass es sich um Falschgeld handeln könnte. Die Polizei empfiehlt im Verdachtsfall, den Schein in einen Umschlag zu stecken und zur Polizei zu bringen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, das Geld bei einem Einkauf "loszuwerden". "Wer Falschgeld wissentlich weitergibt, macht sich strafbar", mahnt Felsch. Als Schutz vor Falschgeld Sicherheitsmerkmale prüfen Der beste Schutz vor der Annahme von Falschgeld sei laut Felsch die sorgfältige Prüfung mehrerer Sicherheitsmerkmale. "Darauf sind auch die Händler und ihre Mitarbeiter geschult", sagt Rainer Schorcht, Vorsitzender des Gütersloher Einzelhandelsverbandes. Die Scheine würden immer sicherer und es werde immer schwerer, im Handel falsche Scheine loszuwerden. "Wir haben Tankstellen am Ort, die lassen jeden Geldschein durch ein Prüfgerät laufen", so Schorcht. Er rät - genau wie die Sprecher der heimischen Sparkassen - Verbrauchern zum von der Bundesbank empfohlenen Schema "Fühlen-Sehen-Kippen". Das Fühlen Euro-Scheine sind aus Baumwolle und haben deshalb eine gewisse Griffigkeit. Sie sind weich, biegsam und reißen nicht so leicht wie Papier. Fälschungen sind häufig dünner und glatter als echtes Geld. Außerdem gibt es auf Euro-Scheinen verschiedene Bereiche, die leicht erhaben sind. Zum Beispiel die neun Abkürzungen für die Europäische Zentralbank (wie BCE, ECB, EZB …) und auch die kurzen Linien rechts neben dem silbernen Hologramm-Streifen. Das Sehen Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich jeder Note als Schattenbild erkennen, wenn man sie gegen das Licht hält. Im oberen Bereich des Hologrammstreifens befindet sich bei der Europa-Serie ab der 20-Euro-Note ein durchsichtiges Fenster. Es zeigt eine Abbildung des Gesichts der Europa. Das Kippen Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote. Es zeigen sich regenbogenfarbige Effekte, welche die Motive umgeben.Die Banknoten der Europa-Serie weisen zudem auf der Vorderseite links unten die Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

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