0

Gütersloh Jobcenter entsorgt Dokumente ungeschreddert - ermittelt jetzt die Polizei?

Das Gütersloher Jobcenter hat etliche persönliche Dokumente einfach in den für alle zugänglichen Papiertonnen entsorgt. Ein Verstoß gegen den Datenschutz. Ist das ein Fall für die Polizei?

Lena Vanessa Niewald
23.07.2019 | Stand 23.07.2019, 18:26 Uhr

Gütersloh. Etliche Papiere mit personenbezogenen Daten landeten in der vergangenen Woche einfach in den blauen Mülltonnen vor dem Gütersloher Jobcenter an der Kaiserstraße - ungeschreddert und für alle zugänglich. Der Kreis Gütersloh räumte den Fehler ein und entschuldigte sich. Zwar habe jeder Standort des Jobcenter spezielle Datenschutzcontainer, in denen Dokumente mit Daten von Personen normalerweise entsorgt werden würden - "in diesem Fall scheint das nicht so gewesen zu sein und das bedauern wir sehr", hieß es von Kreissprecher Jan Focken. Trotz des Hinweises seitens des Kreises, alle Mitarbeiter würden nun nochmals für eine korrekte Trennung und Entsorgung der Dokumente sensibilisiert, gibt's im Netz mächtig Kritik: "Das ist nicht zu fassen. So viel zum Datenschutz", schreibt etwa ein Leser auf der Facebook-Seite der NW Gütersloh. Ein weiterer macht sich Sorgen um andere Papiere: "Das Jobcenter ist dem Kreis Gütersloh unterstellt. Ob die Kreisverwaltung wohl auch so ihre Unterlagen entsorgt?" Ein anderer Leser kommentiert: "Für mich ist das ein übler Skandal." Aber wie geht es jetzt weiter - wurde die Polizei eingeschaltet? "Wenn eine Anzeige erstattet wird, dann würden wir natürlich ins Spiel kommen", sagt Polizeisprecherin Katharina Felsch auf Nachfrage. Denn dann bestehe der Anfangsverdacht einer Straftat, weil etwa wie in diesem Fall datenschutzrechtliche Vorgaben nicht eingehalten wurden - und dieser Verdacht würde dann geprüft. Bislang liege aber noch keine Anzeige vor.

realisiert durch evolver group