Halt für Elterntaxis: Vor einem Jahr wurden Zonen dafür an der Grundschule Kattenstroth angelegt. - © Andreas Frücht
Halt für Elterntaxis: Vor einem Jahr wurden Zonen dafür an der Grundschule Kattenstroth angelegt. | © Andreas Frücht

Gütersloh Kampf den Elterntaxis: Gütersloh will Bring- und Hol-Zonen einrichten

Die Grundschulen sollen Zonen einrichten, ab denen Kinder den Rest des Weges zu Fuß gehen. Andernorts funktioniert das bereits.

Ludger Osterkamp
14.06.2019 | Stand 14.06.2019, 20:06 Uhr

Gütersloh. Die Stadt will an weiteren Grundschulen Bring- und Hol-Zonen einrichten. Sie geht davon aus, dass eine Reihe von Schulen mitmachen. Ziel ist es, weniger Verkehr direkt an den Schulen zu haben und Mütter und Väter dazu zu bewegen, ihr Elterntaxi am besten gleich ganz stehen zu lassen. Bislang gibt es solche Zonen nur an der Grundschule Kattenstroth. In 200 bis 300 Metern Entfernung zur Schule sind dort drei blau markierte Flächen angelegt, wo sich die Eltern von ihren Kindern verabschieden; das letzte Stück laufen diese dann zu Fuß. Die Kattenstrother Schule war die einzige aus Gütersloh, die 2018 an einem Pilotprojekt des Kreises teilnehmen durfte. Beworben hatten sich wesentlich mehr. Etliche Anfragen von Schulen liegen schon vor Aus Gütersloh hatten sich die Blücherschule, die Kapellenschule sowie die Grundschulen Heidewald, Große Heide, Pavenstädt und Neißeweg gemeldet. Die Stadtverwaltung geht daher davon aus, dass diese Schulen weiterhin interessiert sind. Zwischenzeitlich seien außerdem Anfragen der Grundschule Isselhorst und der Edith-Stein-Schule eingegangen. Die Erfahrungen des Kreises zeigen indes, dass das Projekt zeitintensiv ist. Es sind Elternabende zu organisieren, Befragungen vorzunehmen, Gefahrenstellen zu besichtigen, Lösungsvorschläge zu prüfen und umzusetzen. Beispielsweise müssen die eingerichteten Zonen sicher sein, heißt: gefahrloses Ein- und Aussteigen zulassen. Außerdem sollten sie den Eltern keine großen Umwege aufbürden - sonst nämlich, so der Kreis, würden sie nicht akzeptiert. Ohne die Hilfe eines Ingenieurbüros wird es wohl nicht gehen In ihrer Vorlage für die Sitzung des Umweltausschusses am Montag schreibt die Stadtverwaltung, dass sie für all diese Vorbereitung kein Personal habe. Sie schlägt daher vor, sich von einem Ingenieurbüro helfen zu lassen. Pro Schule würde das etwa 7.000 Euro kosten. Auf die Tagesordnung hatte es das Thema dank eines Antrages der Grünen geschafft. In Summe kalkuliert die Stadt mit 60.000 Euro. Sollten die Fraktionen diesem Vorgehen zustimmen, könnten die Zonen im Sommer 2020 eingerichtet sein. Freilich sei es damit allein nicht getan, so die Verwaltung: Weniger Autos an Schulen gebe es nur, "wenn eine Änderung des Verhaltens der Eltern erreicht werden kann". Daher seien sie so weit wie möglich einzubinden.

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