Die Herzchen lassen sich nicht auffegen, sie müssen einzeln aufgesammelt werden. - © Patrick Menzel
Die Herzchen lassen sich nicht auffegen, sie müssen einzeln aufgesammelt werden. | © Patrick Menzel

Gütersloh Schon wieder: Hochzeitsgesellschaft lässt Müll im Gütersloher Stadtpark

Erst vor wenigen Tagen blieben rote Plastikherzen im Botanischen Garten liegen und sorgten für mächtig Kritik - jetzt ist auch die "Liebesinsel" auf der Eiswiese betroffen

Lena Vanessa Niewald
15.06.2019 | Stand 16.06.2019, 11:18 Uhr

Gütersloh. Es ist nicht mal zwei Wochen her, als eine Hochzeitsgesellschaft etliche rote Plastikherzchen achtlos im Botanischen Garten liegen gelassen hatte. Offenbar hatten sie die Deko-Teile für ein Foto-Shooting verwendet. Jedes Jahr kommen etliche Brautpaare in den Garten, um sich dort von Fotografen in Szene setzen zu lassen. Einer Spaziergängerin war der Müll am nächsten Tag aufgefallen. Meterweit lagen die Herzchen damals verstreut. Sie schrieb einen ausführlichen Brief an den Förderkreis Stadpark/Botanischer Garten Gütersloh. „Sicherlich ein tolles Foto für die Betroffenen, jedoch hinterher nicht mehr aufzuräumen und den ganzen Müll ausgerechnet in einem botanischen Garten liegenzulassen, finde ich völlig rücksichtslos und unverschämt." Konfetti-Kanonen landen im Müll, der Rest bleibt liegen Am Freitagmorgen zeigte sich das gleiche Bild nun schon wieder - dieses Mal auf der "Liebesinsel" im Gütersloher Stadtpark. Wie eine Anwohnerin gegenüber der Neuen Westfälischen berichtet, habe eine Hochzeitsgesellschaft den Müll am frühen Donnerstagabend produziert. Anschließend seien sie einfach weitergezogen - ohne sich um die kleinen Herzchen, die aus mehreren Konfettikanonen herauskamen, zu kümmern. Die Kanonen landeten zwar in einem Mülleimer einige Meter weiter, der Rest nicht. Die Stadt Gütersloh hatte auf Nachfrage schon beim ersten Fall betont, dass keine Probleme mit Hochzeitsgesellschaften in Gütersloher Parks bekannt seien. Dabei bleibt sie auch weiterhin. Elisabeth Menke berichtet jetzt, dass es keine Reaktionen oder Beschwerden von Bürgern gegeben habe. Dementsprechend überlege die Stadt auch nicht, nochmal verstärkt an Hochzeitsgesellschaften zu appellieren oder sogar die Kontrollen im Stadtpark zu intensivieren. "Es gibt keinen neuen Stand", so Menke. "Es ist einfach sehr, sehr schade" "Es ist aber einfach sehr, sehr schade, dass das immer mal wieder passiert", ergänzt Daniela Toman, erste Vorsitzende des Förderkreis Stadtpark-Botanischer Garten, "und vor allem ist es bei diesen Herzen besonders ärgerlich, weil man sie nicht wegwerfen kann, sondern einzeln aufsammeln muss." Die Nutzung des Stadtparks oder des Botanischen Gartens zu reglementieren komme aber nicht in Frage. Toman: "Da haben wir gar keine Chance." Auch Schilder aufzustellen, würde ihrer Meinung nach, nicht viel helfen. Sie verweist auf das Problem am Ibrüggers Teich. "Dort stehen auch Schilder, dass es verboten ist, Enten zu füttern. Und trotzdem wird es immer wieder gemacht."

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