Katharina Pulsfort wechselt nach vier Jahren Wohnort und Arbeitsstelle. Die Stadt bedauert das. - © Rainer Holzkamp
Katharina Pulsfort wechselt nach vier Jahren Wohnort und Arbeitsstelle. Die Stadt bedauert das. | © Rainer Holzkamp

Gütersloh Stadt Gütersloh muss neuen Fahrradbeauftragten suchen

Katharina Pulsfort wechselt nach vier Jahren Wohnort und Arbeitsstelle. Die Stadt bedauert das, denn die 31-Jährige hat einiges bewegt. Der ADFC bietet in der Personalfrage Unterstützung an.

Rainer Holzkamp
14.06.2019 | Stand 14.06.2019, 16:26 Uhr

Gütersloh. Die Stadt Gütersloh ist auf der Suche nach einem neuen Fahrradbeauftragten. „Aus privaten Gründen", wie es heißt, wechselt Amtsinhaberin Katharina Pulsfort nach knapp vier Jahren zum 1. Juli ihren Wohnort und zugleich ihre Arbeitsstelle. „Das bedauern wir", teilte Stadtsprecherin Susanne Zimmermann mit. Ähnlich äußerte sich der ADFC: "Das ist sehr schade, wir verlieren vorerst eine Ansprechpartnerin bei der Stadt", meinte Vorstandsmitglied Daniel Neuhaus. Pulsfort habe als Radverkehrsbeauftragte in den vergangenen Jahren nicht nur aktiv die Kommunikation mit den Radverbänden gepflegt, sagte Zimmermann auf Anfrage. Darüber hinaus habe die 31-Jährige auch engagiert am Mobilitätskonzept mitgearbeitet und die Arbeitsgemeinschaft „Fuß und Rad" aufgebaut. Zusammen mit Händlern und Institutionen organisierte die Expertin den „Gütersloher Fahrradtag" auf dem Kolbeplatz, der sich zu einer festen Größe im Veranstaltungsangebot der Stadt entwickelt hat. Wichtiger Bestandteil des Aktionstages ist das „Stadtradeln". Die Stelle soll in Kürze neu ausgeschrieben werden In dem Wettbewerb mit anderen Kommunen geht es darum, möglichst viele Kilometer CO2-frei mit dem Fahrrad zu erradeln, sei es privat oder sei es beruflich. In diesem Jahr kamen dabei während drei Wochen im Mai knapp 160.000 Kilometer zusammen. Das entspricht einer Vermeidung von über 22.000 Tonnen Kohlendioxid. Pulsforts Stelle soll in Kürze neu ausgeschrieben werden, um die Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten, teilte die Stadt mit. Laut offiziellem Text gehören zu den Aufgaben einer Fachkraft für Mobilität neben der Tätigkeit als Fahrradbeauftragter auch die Umsetzung von Vorhaben des klimafreundlichen Mobilitätsplans und Einzelplanungen für die Nahmobilität. Unterdessen äußerte ADFC-Sprecher Neuhaus die Befürchtung, dass sich die Stelle womöglich nicht so schnell wieder besetzen lasse, wie erhofft. "Solche Leute sind vielerorts schwer gesucht." Möglich, dass es daher bei angefangenen Themen zu Verzögerungen komme. Um das zu vermeiden, habe der ADFC der Stadt angeboten, für die Stellenausschreibung auch die Homepage des Landesverbands zu nutzen. Radschnellweg und Bettelampeln "Wir wünschen uns natürlich, dass der Nachfolger oder die Nachfolgerin sich ausschließlich um den Radverkehr kümmern kann und nicht noch andere Aufgaben im Fachbereich Stadtplanung übernehmen muss." Unter anderem gehe es darum, den geplanten Radschnellweg zwischen Herford und Rheda-Wiedenbrück voranzutreiben. Gütersloh komme dabei insofern eine größere Bedeutung zu, als die eigens dafür in Bielefeld geschaffene Projektstelle schon wieder vakant sei. Eine weitere Aufgabe sieht Neuhaus neben der Abarbeitung der vom ADFC erstellten Mängelliste etwa zu den Radwegen auch darin, die Ampelschaltungen besser auf die Bedürfnisse von Radfahrern einzustellen. Zuletzt hatte der Fahrradclub die sogenannten Bettelampeln kritisiert. Das sind Anlagen an Kreuzungen, die dem nicht motorisierten Verkehr erst auf Anforderung Grün geben, selbst wenn parallel die Autofahrer Grün erhalten. Außerdem gelte es, eine Kampagne zur besseren gegenseitigen Rücksichtnahme im Verkehr zu starten, sagte Neuhaus. Aufgaben gebe es also reichlich.

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