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Der Kreis Gütersloh soll ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass die bisherige Klimapolitik im Kreis weiterentwickelt werden müsse. - © Verwendung weltweit
Der Kreis Gütersloh soll ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass die bisherige Klimapolitik im Kreis weiterentwickelt werden müsse. | © Verwendung weltweit

Gütersloh Gütersloher Kreistag soll den Klimanotstand ausrufen

In einem Gemeinschaftsantrag fordern SPD und Grüne zusätzliche Anstrengungen, um den Ausstoß an Klimakillern zu senken. Auch neue Regeln für Häuslebauer sollen kommen.

Rainer Holzkamp
14.06.2019 | Stand 14.06.2019, 16:04 Uhr

Kreis Gütersloh. Der Kreis Gütersloh soll ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass die bisherige Klimapolitik im Kreis weiterentwickelt werden müsse. In einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen heißt es: „Der Kreistag stellt fest, dass der globale Klimanotstand auch den Kreis Gütersloh erreicht hat." Daher solle auch hier der symbolische Klimanotstand erklärt werden. Eine Folge wäre demnach, dass bei allen politischen Entscheidungen künftig die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigt und Lösungen bevorzugt werden, die Klima-, Umwelt- und Artenschutz positiv beeinflussen. Der von Liane Fülling, Ulla Ecks (beide SPD), Helga Lange und Thorsten Schmolke (beide Grüne) unterzeichnete Antrag umfasst insgesamt acht Punkte. Unter anderem sollen in politischen Vorlagen der Verwaltung immer dann klimaschonende Alternativen aufgezeigt werden, wenn Vorhaben mit einer negativen Klimarelevanz behaftet sind. Außerdem erwarten SPD und Grüne zusätzliche Anstrengungen, um die Ziele des Klimaschutzkonzeptes sicherzustellen – gemeint ist damit unter anderem, den Anteil erneuerbarer Energien am Strombedarf auf 25 bis 30 Prozent im Jahr 2020 zu steigern. Der Kreis selbst habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 energieautark zu sein. Strategie zum Umgang mit Extremwetter Ergänzend zum Klimaschutzkonzept soll ein weiteres zur Klimafolgenanopassung erstellt werden. Es solle dazu dienen, schon heute spürbare Veränderungen des Klimawandels anzupassen. Dies umfasse insbesondere eine Strategie zum Umgang mit zunehmenden Extremwetter-, Hochwasser- und Überschwemmungsereignissen. Die Antragsteller setzen sich zudem dafür ein, dass der Kreistag auch die Gesellschaften und Organisationen, an denen der Kreis beteiligt ist, dazu auffordert, sich verstärkt mit ihren Möglichkeiten im Klimaschutz auseinanderzusetzen. SPD und Grüne verhehlen nicht, dass der Kreis in den vergangenen Jahren viele Anstrengungen zur Verringerung von Treibhausgasen unternommen habe. Verwiesen wurde unter anderem auf den European Energy Award und die verschiedenen Handlungsfelder im Klimaschutzkonzept. „Aktuell zeigt sich jedoch: Alle diese Maßnahmen sind nicht ausreichend." Neue Energieleitlinien beantragt Entscheidungen auf allen Ebenen, auch auf der kommunalen Ebene, müssten stärker unter dem Klimaaspekt bedacht werden. Einen wichtigen Beitrag leisteten sicher auch die beantragten Energieleitlinien für Neubauten, Erweiterungen und Renovierungen. Mit dem Gemeinschaftsantrag befasst sich erstmals der Umweltausschuss des Kreises am Dienstag, 18. Juni. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr im Kreishaus in Rheda-Wiedenbrück.

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