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Die neue Deichmann-Filiale im sanierten Gebäude des ehemaligen Schuhhauses Keßel gegenüber von Fritzenkötter. - © Andreas Frücht
Die neue Deichmann-Filiale im sanierten Gebäude des ehemaligen Schuhhauses Keßel gegenüber von Fritzenkötter. | © Andreas Frücht

Gütersloh Gütersloher Deichmann-Filiale eröffnet in neuen Räumen

Das Schuhhaus wechselt den Ort - für die verlassenen Räume wird derzeit noch ein Nachfolger gesucht

Nicole Hille-Priebe
07.06.2019 | Stand 06.06.2019, 18:52 Uhr

Gütersloh. Wer am Donnerstag mit einer roten Rose in der Hand durch die obere Berliner Straße lief, kam garantiert von Deichmann. Zur Neueröffnung in der historischen Fassade des ehemaligen Schuhhauses Keßel gegenüber von Fritzenkötter gab es für die Kunden Blumen, Sekt und satte Rabatte. Die neue Filiale war rund zweieinhalb Jahre eine der größten Baustellen in der Innenstadt. Nachdem die Eigentümerfamilie Esen es grundlegend hat sanieren und restaurieren lassen, strahlt das Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Gebäude wieder in makelloser Cremefarbe und erinnert an die Zeiten, in denen Keßel dort als eines der ersten Innenstadtgeschäfte nach dem Krieg Schuhe verkaufte. Größer als die bisherige Filiale Jetzt ist das rund 420 Quadratmeter große Erdgeschoss das Reich von Oleg Kergefel. Der alte und neue Filialleiter ist mit der neuen Location hoch zufrieden. „Sie ist vor allem größer als die bisherige Filiale und alles ist jetzt auf einer Ebene, was vorher auf mehrere Stockwerke verteilt war. Das ist besser für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und auch für Kinder. Und der Standort ist natürlich genial." Die alte Filiale an der Berliner Straße 29, wo Deichmann seit 1980 seinen Standort hatte, wurde geschlossen. Laut Informationen des Vorsitzenden der örtlichen Einzelhändler, Rainer Schorcht, gibt es zwar bereits Interessenten für die Nachvermietung, aber noch keine Entscheidung. „Zunächst braucht man einen vernünftigen Mietpreis. Der Markt hat sich geändert, die Vermieter müssen sich von ihren hohen Mietpreisideen verabschieden", sagte er im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Das betreffe auch die ehemalige Hussel-Filiale neben dem alten Deichmann, die bereits seit geraumer Zeit leer steht. Was ändert sich für die Gütersloher Schuhszene? Mit dem Resultat der Sanierung ist Schorcht ebenso zufrieden wie mit dem Mieter. „Deichmann ist der stückzahlmäßig größte Schuhverkäufer in Deutschland. Aber für die Gütersloher Schuhszene wird sich durch den Umzug nichts ändern: Marktführer ist und bleibt Potthoff. Wer hochwertige Markenschuhe kaufen will, wendet sich an Claus Müller und seine Töchter, die Potthoff führen." Das Gebäude findet Schorcht „sehr gelungen": „Der Eigentümer hat das Maximum erreicht, durch die Sanierung wird das Eingangstor der Stadt zum Norden aufgewertet." Auch Bürgermeister Henning Schulz, der zur Mittagszeit durch die Berliner Straße flaniert, freut sich über die Optik. „Uns war es wichtig, dass die historische Fassade erhalten bleibt, denn das Gebäude ist gemeinsam mit Fritzenkötter gegenüber das Entrée zur Fußgängerzone." "Ich habe mehr Schuhe im Schrank als meine Frau" Am Eröffnungstag ließen sich die Kunden weniger vom Gebäude beeindrucken als von Rabatten und aktuellen Trends: farbige Plateausohlen, Fellmuster, viele Blümchen und Streifen. Bis Samstag können Schnäppchenjäger bis zu 30 Prozent auf ausgewählte Modelle sparen. Das freut nicht nur Frauen: „Ich habe mehr Schuhe im Schrank als meine Frau. Mal sehen, ob es heute ein Paar mehr werden", sagt Heiner (72).

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