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Deutlich in der Überzahl waren die Gegendemonstranten auf dem Dreiecksplatz. 600 waren es nach polizeilichen Angaben. | © Patrick Menzel

Gütersloh Gegendemonstranten stören AfD-Veranstaltung in Gütersloh

Jeanette Salzmann
18.05.2019 | Stand 20.05.2019, 10:08 Uhr |

Gütersloh. Die Absage kam in der Nacht zu Samstag um 12 Uhr. Alice Weidel hat sich krank gemeldet, liegt mit Fieber im Bett. Ihr Auftritt im sechs Quadratmeter großen Wahlkampfanhänger der AfD auf dem Theodor-Heuss-Platz vor der Gütersloher Stadthalle musste somit ausfallen. Gottfried Curio (MdB) bestritt die Versammlung ohne seine Fraktionsführerin vor den rund 200 Zuhörern vor der Stadthalle. Deutlich in der Überzahl waren die Gegendemonstranten auf dem angrenzenden Dreiecksplatz. 600 waren es nach polizeilichen Angaben. Mehrere Gütersloher Organisationen hatten dazu aufgerufen. Der Protest verlief friedlich – vier Platzverweise sprach die Polizei insgesamt aus, eine davon mit Strafanzeige wegen Heben des rechten Arms. Aus Sicht der Polizei ging ihr Sicherheitskonzept voll auf. Aus Sicht der AfD-Vertreter war es das vorherrschende Thema, weil man mit der Absperrung zum Dreiecksplatz nicht einverstanden war. Die Absprachen im Vorfeld hätten keinesfalls vorgesehen, dass die Demonstranten auch die Feldstraße für sich vereinnamen dürften. Außerdem würden die Absperrgitter dafür sorgen, dass der freie Zugang zur AfD-Kundgebung verhindert würde. Einsatzleiter Uwe Ahlemeyer nahm’s gelassen und ertrug hitzige Debatten und Videoaufzeichnungen. Curio stellte derweil am Mikrophon die völkerrechtliche Existenz der EU in Frage, erklärte, dass es in Brüssel keine Demokratie gebe und riet dem französischen Präsidenten, einen Erholungsurlaub auf St. Helena zu machen – der Verbannungsort Napoleons. Die AfD-Musikanlage wurde in ihrer Leistung ausgereizt, um die Protestler in Sichtweite zu überbieten. Johannes Brinkrolf (AfD), Mitglied des Gütersloher Kreistags und Gastgeber der Veranstaltung zeigte sich betrübt über die Absage Weidels. „Sie wird Ihren Auftritt in jedem Fall nachholen." Einen neuen Termin gebe es noch nicht. Vor der Europawahl am kommenden Samstag auf jeden Fall nicht mehr.

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