Die Einmündung Blessenstätte/Unter den Ulmen mit der abknickenden Vorfahrt. - © Andreas Frücht
Die Einmündung Blessenstätte/Unter den Ulmen mit der abknickenden Vorfahrt. | © Andreas Frücht

Gütersloh Neuer Anlauf gegen die Staus an der Gütersloher Stadtbibliothek

Von einem Kreisverkehr auf der Hauptkreuzung haben sich die Gütersloher Politiker nach der niederschmetternden Simulation endgültig verabschiedet

Rainer Holzkamp
15.05.2019 | Stand 15.05.2019, 12:38 Uhr

Gütersloh. Die Pläne für einen Kreisverkehr an der Südtorkreuzung (Blessenstätte/Kirchstraße/Berliner Straße/Dalkestraße) sind endgültig vom Tisch. Der Planungsausschuss hat das Thema auf Empfehlung der Verwaltung endgültig beerdigt – nach rund 20 Jahren wiederkehrender Diskussion. Allerdings will die Stadt noch einmal die Einmündung Blessenstätte/Unter den Ulmen auf der stadtauswärts gelegenen Seite der Stadtbibliothek in den Fokus nehmen, um die gewachsenen Verkehrsprobleme auf der Achse in den Griff zu bekommen. Zu krass wären die negativen Auswirkungen Von der Zwei-Kreisel-Lösung am Südtor haben sich die Politiker jedoch verabschiedet. Zu krass wären die negativen Auswirkungen. Wie berichtet, käme es dann nachmittags regelmäßig zu Staus von fast 500 Metern Länge bis in die Kirchstraße und darüber hinaus; ein weiterer Stau würde sich bis zu 265 Meter in die Münsterstraße bis zur Spiekergasse erstrecken. Grund dafür sind laut einer Simulation des Aachener Verkehrsbüros BSV ein hohes Aufkommen von Fußgängern an den Zebrastreifen der Zufahrten Berliner Straße und Blessenstätte. Wie der städtische Verkehrsexperte Michael Wewer berichtete, seien bei Kamera-Aufnahmen in der Spitzenstunde über 600 Querungen an der Hauptkreuzung gemessen worden und mehr als 200 an der Einmündung Unter den Ulmen. "An dieser Stelle hakt es am meisten" Ob ein kleiner Kreisel an diese Stelle die passende Lösung sein könnte, darauf wollte sich Wewer nicht festlegen. Möglicherweise kämen auch andere Varianten in Betracht. Die Verwaltung werde das prüfen und die Möglichkeiten demnächst im Ausschuss präsentieren. Tatsache ist, dass es an der abknickenden Vorfahrt der Straße Unter den Ulmen immer dann zu verstärkten Problemen kommt, wenn an der Bibliothek Autofahrer nach links abbiegen wollen, aber nicht können, weil das der Verkehr das nicht zulässt. „An dieser Stelle hakt es am meisten", sagte Birgit Niemann-Hollatz. „So wie es ist, können wir es nicht belassen." Neben einem Kreisverkehr komme eventuell auch ein sogenannter Shared Space in Betracht – ein Verkehrsraum , auf dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind und aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Das sei auch schon einmal ins Gespräch gebracht worden, erinnerte die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. "Notfalls werden wir solange Anträge stellen, bis sich etwas tut" Georg Hanneforth (CDU) sagte, seine Fraktion könne sich vorstellen, auf der Blessenstätte eine weitere Spur für Linksabbieger einzurichten. Das würde den übrigen Verkehrsfluss steigern. So wie stets bei diesem Thema zeigte sich BfGT-Chef Norbert Morkes kämpferisch., „Wir brauchen unbedingt den Kreisverkehr Unter den Ulmen." Es gehe schließlich darum, die Verkehrssituation im Sinne vieler, wenn nicht gar Tausender Bürger zu verbessern. „Notfalls werden wir solange Anträge stellen, bis sich etwas tut."

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