Feride Ciftci (Jugendbildungsreferentin DGB, hinten v.l.), Jana Ramme (IG Metall), Jonas Dreisilker (Miele-Jugend und Jusos, vorne v.l.)), Christine Born (Miele-Jugend), Henri Röttger (Miele-Jugend), Matthis Haverland (Jusos). - © Jens Dünhölter
Feride Ciftci (Jugendbildungsreferentin DGB, hinten v.l.), Jana Ramme (IG Metall), Jonas Dreisilker (Miele-Jugend und Jusos, vorne v.l.)), Christine Born (Miele-Jugend), Henri Röttger (Miele-Jugend), Matthis Haverland (Jusos). | © Jens Dünhölter

Gütersloh Wohnungsnot: Gütersloher Jugendverbände fordern Wohnheime für Azubis

Heimische Jugendverbände in Gütersloh haben ein Bündnis gebildet, das Unterkünfte für Auszubildende fordert - Vorbilder gibt es schon in anderen Städten

Gütersloh. Für Feride Ciftci, Jugendbildungsreferentin des DGB, ist es eine „konkrete Idee mit Machbarkeits-Potenzial". Die Pläne für bezahlbaren Wohnraum für Studenten (ehemaliges Altenheim Kaiserstraße, Mansergh-Kaserne) möchte das „Bündnis.Azubi.Wohnen" um eine Variante erweitern: Das Azubi-Wohnheim. Dem Bündnis gehören Vertreter von Jugend- und Ausbildungsverbänden sowie der Gewerkschaftsjugend an. Für die Vorstellung ihrer offenen Petition hatten sie sich den Berliner Platz auserkoren. Mit zwei Sesseln, einem Sofa und einem Fernseher aus Pappe als Symbol für eigenen Wohnraum warb die Initiative für die Idee eines Wohnheims für 16 bis 25-jährige Auszubildende, Berufsfachschüler, junge Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen sowie duale Studenten oder Praktikanten. Als Vorbild dienen laut Matthis Haverland von den Jusos bereits existierende Einrichtungen in Hamburg und Münster. "Mit normalen Ausbildungsvergütungen ist es jungen Menschen nicht möglich, eigenen Wohnraum zu finanzieren" Dass der Bedarf auch in Gütersloh vorhanden ist, davon ist Henri Röttger von der Miele-Jugendvertretung überzeugt. Alleine bei Miele gebe es „300 Auszubildende, von denen viele gerne alleine wohnen würden". Das Problem: Selbst mit 780 Euro netto im ersten Lehrjahr mangele es auf dem Markt an Angeboten. Jana Ramme von der IG Metall-Jugend Gütersloh-Oelde pflichtet bei: „Mit normalen Ausbildungsvergütungen ist es jungen Menschen nicht möglich, eigenen Wohnraum zu finanzieren." Neben dem am besten zentralen gelegenen Gütersloher Wohnheim inklusive guter ÖPNV-Anbindung sollen in weiteren Kommunen Einrichtungen entstehen. Nach den Vorstellungen von „Bündnis.Azubi.Wohnen" werden alle Standorte gemeinsam verwaltet, sie agieren auch zusammen. Die Petition unterscheidet für die Raumplanung zwischen Wohngemeinschaften für fünf bis zehn Jugendliche mit Gemeinschaftsküche sowie zwölf Quadratmeter große, möblierte Einzelzimmer. Gibt's schon konkrete Zahlen? Für Handwerk, Industrie sowie die Global-Player biete das Azubiwohnheim erhebliche Vorteile. IG Metall-Vertreterin Jana Ramme: „Wenn wir über Fachkräftemangel reden, müssen wir auch darüber sprechen. Kein Azubi aus dem Umfeld von 50, 60 Kilometern kann es sich leisten, zwei, drei Jahre täglich nach Gütersloh zu pendeln." Das Azubiwohnheim sei „konkrete Standortwerbung und eine Möglichkeit, auch Auswärtige anzulocken". Matthis Haverland: „Wir stehen ganz am Anfang. Heute geht es darum, die Forderung zu platzieren." Über konkrete Zahlen, Finanzierungsmöglichkeiten oder Trägerschaften will das Bündnis demnächst mit Handwerkskammer, Unternehmerverband, IHK, Politik, Parteien, Stadt, Kreis sowie Unternehmen sprechen.

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