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Die IHK nannte die Avenwedder einst „die schlechteste Landesstraße Ostwestfalens". - © Andreas Frücht
Die IHK nannte die Avenwedder einst „die schlechteste Landesstraße Ostwestfalens". | © Andreas Frücht

Gütersloh Endlich Schluss mit der Buckelpiste: Avenwedder Straße wird saniert

Der Ärger über den schlechten Zustand der Avenwedder Straße datiert noch aus dem vergangenen Jahrtausend - jetzt rückt endlich ein Bautrupp des Landes an

Ludger Osterkamp
22.03.2019 | Stand 21.03.2019, 16:52 Uhr

Gütersloh. 17 Jahre: So lange ist es schon her, dass die Industrie- und Handelskammer Teile der Avenwedder Straße zu „Ostwestfalens schlechtester Landesstraße" kürte. Immer wieder haben Verbände und Politik die Sanierung zumindest der rumpeligsten Abschnitte gefordert, immer wieder hat man sie vertröstet. Bald ist die Wartezeit vorbei: Im Frühsommer rückt der Bautrupp an. Bestellt hat ihn das Land. 530.000 Euro gibt das Verkehrsministerium aus, um die Landesstraße L 788 zu sanieren. Allerdings nicht zur Gänze: Behoben werden lediglich die Schäden auf den 940 Metern zwischen Ortsausgang nahe Herz-Jesu-Kirche und Gehle-Kreisel Richtung Friedrichsdorf. Vier Wochen sind dafür angesetzt, unter Vollsperrung in beide Richtungen. Radfahrer und Stadt beklagen die Zustände schon seit langem Mit den Arbeiten werde begonnen, sobald die andere Gütersloher Baustelle fertig sei, teilte Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW, mit. Gemeint ist damit die L 787. Während der Abschnitt mit der Spexarder Straße und in Kürze auch der Umbau der Kreuzung Hüttenbrink / Sürenheider Straße bereits abgeschlossen sind, folgt danach der letzte Abschnitt weiter Richtung Sürenheide bis zum zweiten Kreisel mit der Isselhorster Straße. Im Mai, so Johanning, werde man damit durch sein, und danach zögen die Tiefbaukräfte mehr oder weniger direkt nach Avenwedde. Dort werden sie sich nicht nur um die schadhaften 940 Meter Fahrbahn kümmern, sondern auch um den Radweg, der weiter Richtung Friedrichsdorf und entlang der Reilmann-Siedlung führt. Dass der Radweg auf diesen 2,5 Kilometern in einem schlechten Zustand ist, beklagen Radfahrer und die Stadt schon seit langem: Er sei voller Wurzelaufbrüche, eine einzige Buckelpiste. Dieser Missstand führt dazu, dass manche Radfahrer den Weg meiden und stattdessen die Hauptfahrbahn nutzen, was wiederum die Autofahrer nervt. Die Sanierung erfolge aber nicht flächig, sondern nur an den Problemstellen, so Johanning. "Die Straße ist zu schmal, als dass andere Alternativen in Frage kämen" Während die Tiefbauer den separat geführten Radweg ohne Beeinträchtigung des Autoverkehrs ausbessern können, hilft bei der Autospur zwischen Ortsausgang und Gehle-Kreisel nur die Radikalmethode: Vollsperrung. „Die Straße ist zu schmal, als dass andere Alternativen in Frage kämen", sagt Johanning. Bis zu 8.000 Fahrer, die die Strecke nutzen, werden sich vorübergehend umorientieren müssen. Als offizielle Umleitung schildert das Land die Strecke über Sürenheider/Isselhorster/Sürenheider/Spexarder Straße und umgekehrt aus. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte der Avenwedder Landtagsabgeordnete Raphael Tigges mitgeteilt, dass das Warten bald ein Ende haben werde; die Landesregierung habe beschlossen, endlich Geld für die Sanierung zur Verfügung zu stellen. In den Jahren zuvor war die Straße auf der Prioritätenliste des Landes immer wieder nach hinten gerutscht. 2016 schließlich stellte die CDU-Ratsfraktion erneut einen Antrag: Der Abschnitt zwischen Herz-Jesu-Kirche und Gehle weise „in großen Teilen gravierende Mängel" auf. Es seien Vertiefungen vorhanden, die speziell bei Regen durch Pfützenbildung zu einer Gefahr für den Straßenverkehr würden.

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