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Erfahren: Ingmar Lundström ist beim NW-Projekt „Lauf geht’s!" als Headcoach für Gütersloh mit dabei. - © Andreas Frücht
Erfahren: Ingmar Lundström ist beim NW-Projekt „Lauf geht’s!" als Headcoach für Gütersloh mit dabei. | © Andreas Frücht

Gütersloh Wie ein Lauftrainer Laien durch den Halbmarathon bringen will

Interview: Ingmar Lundström ist Trainer beim NW-Projekt „Lauf geht’s!“. Zum zweiten Mal ist er in Gütersloh als Headcoach für die Laufgruppen verantwortlich. Er greift dabei auf 40 Jahre Erfahrung zurück

Benedikt Riemer
20.03.2019 | Stand 08.04.2019, 16:56 Uhr

Was sind Ihre Aufgaben als Headcoach?

INGMAR LUNDSTRÖM: Die Aufgaben des Headcoaches sind in erster Linie, einen Stab an Trainern zu akquirieren, um die 26 Wochen des Projektes abzudecken. Zum Auftakt bin ich natürlich immer da und mache das Warm-up-Programm, heize den Leute ein und bin der Vorreiter und Motivator. Als Headcoach will ich möglichst oft vor Ort sein und meine Erfahrung aus dem Sportstudium und 40 Jahren als aktiver Läufer weitergeben, wenn Leute Fragen haben wie „Mensch meine Wade, mein Knie ... Was kann ich denn machen?"

Wie ist das Training? Sind Sie eher ein harter Hund oder einfühlsamer Motivator?

LUNDSTRÖM: In Bezug auf „Lauf geht’s!" ist es wichtig, die Leute bei Laune zu halten. In schwierigen Momenten muss man auch mal vorangehen. Da muss man Leute in Gespräche verwickeln und ein bisschen gut zureden. Dann geht die Sonne auch irgendwann wieder auf. Meine Aufgabe ist außerdem, die Leute mit Fachwissen zu begleiten. Sie werden ja relativ schnell auch Erfolgsmomente erleben, die man braucht, egal wie lange man das macht. Wir setzen relativ weit unten an und die Teilnehmer werden dann schnell merken, dass es vorwärts geht und dass das Herz-Kreislauf-System schnell in Gang kommt. Das beflügelt ungemein und man zieht es dann auch durch.

Wie oft gehen Sie privat laufen?

LUNDSTRÖM: Im Moment liegt der Fokus auf dem Hermannslauf. Da laufe ich sechs, sieben Mal in der Woche. Vergangenen Freitag bin ich 35 Kilometer nach Oerlinghausen gelaufen, also den Hermann zurück. Nach dem Hermann ist es ein bisschen weniger. Da fahre ich mehr Fahrrad, gehe häufiger schwimmen. Ich komme eigentlich vom Triathlon. Aber klar, jetzt als Vorbereitung auf den Hermann laufe ich fast täglich. Das mache ich jetzt aber schon seit gut 20 Jahren.

Was macht für Sie den Reiz des Laufens aus?

LUNDSTRÖM: Erstmal beseelt laufen unheimlich gut. Dieses Gefühl von Freiheit, das hört sich jetzt pathetisch an, erlebt man fast nur beim Laufen. Man hat einfach freie Gedanken, man ist eins mit sich. Klar gibt es auch Momente, in denen es nicht so rund läuft. Je fitter man ist, desto mehr Spaß macht es. Morgens einfach den Kopf frei kriegen, gerade in dieser turbulenten Zeit. Da ist das Laufen ein Mittel zum Zweck, um sich mal wieder ein bisschen zu erden. Um mal wieder in die Mitte zu kommen.Lebensqualität, Gelassenheit, all diese Attribute, die man so kennt, die beinhaltet das Laufen. Laufen ist eine Lebenseinstellung.

Und dieses Gefühl kann man bei „Lauf geht’s!" erfahren?

LUNDSTRÖM: Ja, jeder hat eigentlich das Zeug dazu. Man muss es nur, wie wir jetzt, strukturiert machen, unter Anleitung in der Gruppe. Das motiviert ungemein. Dieser Gemeinschaftsfaktor ist extrem wichtig und das Gute an „Lauf geht’s!" ist, es sind alle Leute gleich. Die haben alle so ein bisschen Hemmungen, manche haben vielleicht auch eine negative Prägung erhalten in ihrer sportlichen Sozialisation. Das gilt es jetzt auszumerzen, damit jeder mithalten kann. Es geht ja nicht um Leistung, sondern jeder wird seine Erfolgsgeschichte schreiben.

Warum ist gerade „Lauf geht’s!" das richtige Projekt für eine eigene sportliche Erfolgsgeschichte?

LUNDSTRÖM: Es ist selten so, dass man wirklich blutige Anfänger vom Sofa quasi herunterholt. Dieses Ziel Halbmarathon in einem halben Jahr, das ist außerdem ein greifbares Ziel. Menschen brauchen einfach Ziele, um diesen Fokus zu bekommen. Das Laufen muss ein fester Bestandteil wie waschen und Zähne putzen in ihrem Alltag sein. Wenn sie das dann schaffen, ist Laufen eine Lebensaufgabe.

Was war Ihr persönlich schönstes Lauferlebnis?

LUNDSTRÖM: Hermannslaufsieg 1999. Das war natürlich sehr emotional. Das ist für einen Ostwestfalen etwas ganz Besonderes und war einer meiner emotionalsten Momente. Der erste Hermannslauf gehört auf jeden Fall auch dazu. Das war 1992. Ich habe extrem gelitten, aber ich habe es geschafft und war stolz. Wenn man durch Oerlinghausen läuft oder über die Panzerbrücke. Die Atmosphäre unterwegs, das muss man erlebt haben. Das ist schon eine Glückseligkeit, die man mit keinem Geld der Welt kaufen kann. Und so ähnlich wünsche ich es auch den Teilnehmern bei „Lauf geht’s!" mit dem Halbmarathon.

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Preise und Anmeldung

49,95 Euro kosten die Anmeldegebühr sowie der monatliche Beitrag. Dafür erhalten die Teilnehmer ein attraktives Starterpaket mit Lauf-Buch, T-Shirt und weiterem. Zudem sind die Anmeldegebühren für den Halbmarathon und Info-Veranstaltungen enthalten. Weitere Infos unter laufgehts.nw.de

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