Sportlich: Klaus-Dieter Hoeft zeigt seine Laufschuhe und die Medaille, die er vergangenes Jahr nach Absolvieren des Halbmarathons bekommen hatte. - © Oliver Herold
Sportlich: Klaus-Dieter Hoeft zeigt seine Laufschuhe und die Medaille, die er vergangenes Jahr nach Absolvieren des Halbmarathons bekommen hatte. | © Oliver Herold

Gütersloh In sechs Monaten mit der NW zum Laufprofi - so geht's

Lauf geht’s: Klaus-Dieter Hoeft hat 2018 am NW-Sportmotivationsprogramm teilgenommen und ist den Halbmarathon in Bochum gelaufen. Für ihn hat sich die Mühe ausgezahlt

Oliver Herold
20.02.2019 | Stand 21.02.2019, 11:08 Uhr |

Gütersloh. Ja, das müsse er zugeben, zuletzt sei er dann schon ein bisschen träge gewesen, und ja, auch die ungesunde Ernährung sowie eine damit unvermeidliche Gewichtszunahme waren Themen, die ihn irgendwie immer wieder beschäftigt hatten. Doch wie sich zum regelmäßigen Sport motivieren, war die Frage, die sich Klaus-Dieter Hoeft immer wieder stellte.

Die Antwort kam, als er im Frühling vergangenen Jahres auf das Lauf geht’s-Projekt der NW aufmerksam wurde, sich anmeldete und, wie es das Ziel war, innerhalb eines halben Jahres fit wurde für den Halbmarathon im September in Bochum. Seither läuft der 61-Jährige regelmäßig, demnächst will er den „Hermann" schaffen und auch den Halbmarathon in Berlin.

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„Ohne Lauf geht’s", sagt Hoeft, „hätte ich den Einstieg ins Laufen wohl nicht geschafft." Gerade als Anfänger mache man viele Fehler, weil man vieles nicht wisse. „Alles, was über zehn Kilometer ist, schafft man nicht ohne entsprechende Anleitung durch einen Trainer und eine begleitende Ernährungsumstellung", sagt er.

Von Anfang an gut aufgehoben und betreut

Bei Lauf geht’s hat sich Hoeft von Anfang an gut aufgehoben und betreut gefühlt. „Das Portfolio war stimmig, von der Ernährungsberatung über den Trainer bis hin zum Training", schwärmt er.

Das Programm richtet sich an Laufanfänger, Wiedereinsteiger und an jeden, der mit professioneller Begleitung das Ziel erreichen möchte. Die Trainer bei den wöchentlichen Lauftreffs orientieren sich an der sogenannten „FAS-T"-Formel. Die Abkürzung steht für Fettstoffwechsel, allgemeine Stabilität und topfit und wurde entwickelt von Wolfgang Feil aus Tübingen. Feil ist Sportwissenschaftler, Biologe, und wissenschaftlicher Leiter des „Lauf geht’s"-Programms, das Menschen, die sonst kaum Sport treiben, in Bewegung bringen soll.

Weil das Ziel „Halbmarathon" nicht von heute auf morgen erreicht werden kann, war auch für Klaus-Dieter Hoeft konsequentes Training angesagt, drei- bis viermal pro Woche, einmal davon am Wochenende in einer „Lauf geht’s"-Gruppe mit eigens von Feil geschulten Trainern und nach dessen Trainingsplan.

Das Gruppentraining ist motivierend

Vor allem das Training in der Gruppe sei eine tolle Erfahrung gewesen, sagt Klaus-Dieter Hoeft, weil es motivierend war („man läuft nicht nur bei schönem Wetter, sondern, wenn sich die Gruppe verabredet hat") und weil es Spaß gemacht hat, immer wieder ganz neue Lauf-Strecken zu entdecken.

Knapp 100 Läufer hatten sich 2018 allein in Gütersloh für „Lauf geht’s" angemeldet. Weil die Teilnehmer alle unterschiedliche Kondition mitbrachten, haben sie sich selbst in unterschiedliche Leistungsgruppen eingeteilt. Die stärkeren ordneten sich der „Espresso"-Kategorie zu, die mittleren der „Cappuccino"- und die schwächeren der „Latte-Macchiato"-Gruppe.

Der als Gutachter für Photovoltaikanlagen arbeitende Hoeft war in der „Cappuccino"-Gruppe, nicht etwa, weil er sich zu schwach fühlte, schließlich hat er als junger Mann über viele Jahre aktiv Hallenhandball gespielt, ist Rennrad gefahren und war schwimmen, sondern weil er sich mit 61 Jahren nichts mehr habe beweisen wollen.

Mit Konsequenz kommt man ans Ziel

Die Trainingseinheiten folgen übrigens einem ausgeklügelten und in einem entsprechenden Buch verzeichneten Plan. „Es geht ganz langsam los. Erst beginnt man mit der Mobilisation und Stabilisation, dann geht es weiter mit Walken und dann mit einem Wechsel aus Laufen und Gehen." Nach und nach erhöhen sich die Laufminuten.

Neben dem gesamten Lauf-ABC und Ernährungstipps hat Hoeft vor allem eines gelernt: konsequent bleiben. „Sonst schafft man das nicht." Selbst im Sommerurlaub auf Kreta sei er gelaufen, frühmorgens natürlich, wegen der Hitze und manchmal auch abends daheim, auf dem Crosstrainer.

Und hat sich die Schinderei gelohnt? „Auf jeden Fall", sagt der Kattenstrother. Den Halbmarathon in Bochum habe er zwar „nur" in 2:38 Stunden geschafft, aber „hätte man mir Anfang 2018 gesagt, dass ich mich ein Jahr später für den Halbmarathon in Berlin und den Hermannslauf anmelde, hätte ich gelacht." Der Kontakt zu anderen „Lauf geht’s"-Teilnehmern bestehe weiter, man treffe sich regelmäßig zum gemeinsamen Laufen – auch wenn Hoeft ein Mal die Woche knapp 17 Kilometer die Dalke entlang auch gern alleine läuft. Um fit zu bleiben und, um die Herausforderung Hermann zu schaffen.

Information
So geht's

  • Lauf geht’s ist ein Projekt der Neuen Westfälischen in Kooperation mit der Krankenkasse Viactiv und den Active-Sportshops. Ziel ist es, fit zu werden für einen Halbmarathon, der im November in Gütersloh stattfindet.
  • Vom 12. Mai an finden wöchentliche Lauftreffs in Gütersloh, Bielefeld, Herford und Bünde unter Anleitung von geschulten Trainern statt.
  • Anlässlich des diesjährigen Projekts gibt es am Donnerstag, 7. März, um 19 Uhr in der Ravensburger Spinnerei in Bielefeld eine kostenlose Informationsveranstaltung. Um eine vorherige Anmeldung unter Lauf geht’s-Projekt der NW wird gebeten.
  • Infos gibt es auch unter Tel. (05 21) 55 53 97. Hier erreicht man Projektleiter und Ansprechpartner Stefan Gärtner. Er übernimmt in diesem Jahr die Rolle von Sven Kowalski, der im vergangenen Jahr Projektleiter war.
  • Der 33-Jährige nimmt auch selbst aktiv an Lauf geht’s! teil. „Ich freue mich darauf, nach längerer Verletzungspause wieder aktiv Sport zu treiben."


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