Saban Saulic starb am Sonntag nach einem schweren Autounfall auf der A2 bei Gütersloh. - © Blic/Vesna Lalic
Saban Saulic starb am Sonntag nach einem schweren Autounfall auf der A2 bei Gütersloh. | © Blic/Vesna Lalic

Gütersloh/Bielefeld Tödlicher Unfall auf der A2: Jetzt meldet sich Serbiens Außenminister zu Wort

Die Trauer bei den serbischen Fans in Deutschland ist riesig - sie suchen nach einem Ort zum Trauern


Gütersloh/Bielefeld. Nach dem schweren Auffahrunfall auf der A 2 bei Gütersloh am Sonntagmorgen, bei dem der serbische Sänger Saban Saulic verstorben ist, erlag am Montagnachmittag laut Informationen der Polizei Bielefeld auch der Fahrer des Wagens seinen schweren Verletzungen. Dabei handelt es sich laut serbischen Medien offenbar um den Musiker und Keyboarder Mirsad Keric, der zuletzt in Offenbach gelebt hatte. Michael Kötter, Sprecher der Polizei Bielefeld, bestätigte den Namen auf Nachfrage nicht. "Er war auch Musiker, das kann ich sagen", so Kötter. Auf dem Facebook-Profil des 43-Jährigen finden sich allerdings schon etliche Beileidsbekundungen. "Ich kann nicht glauben, dass das passiert ist", schreibt ein Nutzer. Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Sa velikim bolom i neizmernom tugom obavestavamo vas da je danas prestalo da kuca veliko srce i da je utihnuo najlepsi glas regiona kada nas je napustio suprug, otac, deda, kum i prijatelj Saban Saulic. Ljubav kojom je nesebicno darivao sve oko sebe utkao je i u svoje pesme i nasa zelja je da tako ostane i upamcen, kao veliki umetnik, neponovljivi pevac ali pre svega divan covek! Porodica Saulic se zahvaljuje svima na izrazima saucesca i molimo javnost da i u ovim teskim trenucima dostojanstveno sacuvamo uspomenu na Sabana. Ein Beitrag geteilt von Saban Saulic (@sabanofficial) am Feb 17, 2019 um 5:16 PST Der dritte Insasse des Fahrzeugs - ein 53-jähriger Österreicher - wurde bei dem Zusammenstoß ebenfalls schwer verletzt. Er saß auf dem Rücksitz des Seat. Fahrer des Mazdas hat derzeit keinen Führerschein Nach ersten Erkenntnissen der Autobahnpolizei war der Mazda-Fahrer vermutlich unter Alkoholeinfluss auf der A 2 mit voller Wucht auf den Kleinwagen aufgefahren, in dem Saulic und seine Begleiter saßen. Der Mann im Mazda wurde bei dem Zusammenstoß leicht verletzt. Die Polizei nahm ihn direkt nach dem Unfall fest. "Nach bisherigen Erkenntnissen gilt der 34-Jährige als möglicher Verursacher des Unfalls", sagt Kötter. Er sitze seit Montag in Untersuchungshaft - wegen fahrlässiger Tötung. Ermittlungen hätten ergeben, dass der 34-Jährige keinen festen Wohnsitz hat, heißt es von der Polizei Bielefeld. "Seine letzte Meldeadresse ist mir nicht bekannt", sagt der Polizeisprecher. Aktuell sei der Mann nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte einen Haftbefehl beantragt, den ein Richter des Amtsgerichts Bielefeld am Montagnachmittag verkündete: "Der Tatvorwurf lautet unter anderem auf fahrlässige Tötung im Straßenverkehr", heißt es in der Mitteilung. Die Polizei sucht jetzt Zeugen Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld einen Sachverständigen zur Klärung des Unfallgeschehens eingeschaltet. Das Landeskriminalamt NRW nahm am Montag mit einer neuartigen Sphärenkamera 3D-Aufnahmen des Unfallortes auf, womit nun die Rekonstruktion des Unfalls ermöglicht werden soll. Weiterer Bestandteil der laufenden Ermittlungen sei zudem die Klärung, ob alle Personen in den beteiligten Fahrzeugen angeschnallt waren und wie es dem 34-Jährigen gelang, mit dem Mazda, der ihm nicht gehörte, unterwegs zu sein. Beim Halter des Mazdas handelt es sich laut Michael Kötter um einen Gütersloher. "Die Anhörung ist ebenfalls Bestandteil der Ermittlungen." Die Polizei bittet um Hinweise von möglichen Zeugen, die den Unfall auf der A2 am Sonntag beobachtet haben. Die Beamten sind unter Tel. (05 21) 54 50 erreichbar. Serbiens Außenminister äußert sich im Fernsehen In den serbischen Medien wird derweil wild über Saulic' Todesursache spekuliert. Grund ist vor allem eine Aussage des serbischen Außenministers Ivan Dacic. Er sagte in der Fernsehsendung "Hepi", dass Saban Saulic nach dem Unfall in Deutschland das Auto ohne sichtbare Verletzungen verlassen habe und deshalb die Todesursache jetzt genaustens untersucht werden müsse. "Saban stieg aus dem Wagen aus, aber es ging ihm so schlecht, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste", sagte Dacic sinnesgemäß. Er habe sich über Probleme am Hals und im Bereich der Brust beschwert und angemerkt, dass er schwer Luft bekomme. "Sie gaben ihm ein Mittel und er wachte nicht mehr auf", so Dacic. Thomas Epp ist Sachbearbeiter für den Rettungsdienst bei der Berufsfeuerwehr in Bielefeld und war am Sonntagmorgen Feuerwehr-Einsatzleiter bei dem schweren Unfall. Laut Notrufmeldung sollten die Insassen in den Fahrzeugen eingeklemmt sein. Als Epp allerdings an der Unfallstelle ankam befanden sich alle Unfallbeteiligten bereits außerhalb der Autos. Der Fahrer des Wagens, in dem Saulic saß, habe augenscheinlich schwerste Kopfverletzungen davon getragen und auf Ansprache nicht reagiert, sagt Epp. Aufgrund dieses Verletzungsmusters wurde er nach einer notärztlichen Behandlung an der Unfallstelle auf dem schnellsten Weg in die Spezialklinik Gilead I. (Bethel) eingeliefert. Saban Saulic habe bei seinem Eintreffen auf der Leitplanke gesessen und sei - vom Rettungsdienstpersonal geführt - selbst noch einige Schritte zur Trage gegangen. Im Rettungswagen habe sich sein Zustand aber dramatisch verschlechtert; er musste noch von einem zweiten Notarzt behandelt werden. Auch er wurde schnellstmöglich in eine Bielefelder Klinik der Maximalversorgung transportiert. Keine Angaben zur möglichen Obduktion Ob die beiden Leichname jetzt obduziert werden, gab die Polizei Bielefeld bislang noch nicht öffentlich bekannt. „Dazu sagen wir derzeit nichts, um die Opfer zu schützen. Wir bitten um Verständnis", sagt Michael Kötter. Auch, wann die Leichname nach Serbien überführt werden können, sei noch unklar, heißt es vom Generalkonsulat der Republik Serbien in Düsseldorf. Man stehe in Kontakt mit der Familie von Saban Saulic. Seine Angehörigen seien mittlerweile in Deutschland.Große Trauer bei serbischen Fans Die Trauer über die tragische Todesnachricht von Saban Saulic und seinem Kollegen ist bei den Balkan-Fans riesig. Viele Anhänger im Umkreis sind derzeit auf der Suche nach einem Ort, an dem sie trauern können. "Gibt es irgendwo die Möglichkeit, Blumen abzulegen oder eine Kerzen anzuzünden?", fragen mehrere NW-Leser. Bislang ist allerdings keine Stelle bekannt.

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