Am liebsten würde Inge Rehbein einen Kopfstand machen und über’s Mikrofon laut Danke sagen – die Milchnot der Suppenküche ist nach einem Bericht der Neuen Westfälischen beendet. Durch Spenden von Firmen, Institutionen sowie Privatleuten ist die Versorgung für die nächsten sechs bis sieben Jahre gesichert. Foto: Jens Dünhölter - © Jens Dünhölter
Am liebsten würde Inge Rehbein einen Kopfstand machen und über’s Mikrofon laut Danke sagen – die Milchnot der Suppenküche ist nach einem Bericht der Neuen Westfälischen beendet. Durch Spenden von Firmen, Institutionen sowie Privatleuten ist die Versorgung für die nächsten sechs bis sieben Jahre gesichert. Foto: Jens Dünhölter | © Jens Dünhölter

Gütersloh Gütersloh zeigt Herz für Suppenküche: Milch-Vorrat für sechs Jahre gesichert

Wegen der Schließung von Friesland-Campina ist der Suppenküche ein wichtiger Spender weggebrochen - doch die Hilfsbereitschaft der Gütersloher konnte das auffangen

Jens Dünhölter

Gütersloh. An eine sprachlose Inge Rehbein kann sich in über zehn Jahren Gütersloher Suppenküche niemand erinnern. Dienstag und Mittwoch fehlten der nimmermüden Einrichtungsgründerin vor lauter Rührung dann doch mal die Worte. Am Dienstag hatte die Neue Westfälische über den Milchnotstand der Suppenküche berichtet. Durch die im März anstehende Schließung der Molkerei Friesland Campina brach der wohltätigen Organisation nach neun Jahren der wöchentliche Gratis-Spender von 70 Litern Milch und Milchprodukten weg. "Damit hätte ich niemals im Leben gerechnet" Aufgrund der angespannten finanziellen Situation steht der rein spendenfinanzierte Verein bereits seit vier Wochen vor einem gewaltigen Beschaffungsproblem. Was allerdings nach Erscheinen des Artikels geschah, „war absolut unglaublich. Damit hätte ich niemals im Leben gerechnet. Man fasst es einfach nicht", so Inge Rehbein. Bereits Dienstag um 8.15 Uhr meldete sich der erste Spender. Bis Mittwochabend gaben sich die Verantwortlichen „nur noch den Telefonhörer in die Hand", so die Chefin weiter. Im Rahmen der kurzfristigen Hilfe brachten drei Familien am Dienstag um 10 Uhr zusätzlich sogar höchstpersönlich 120 Liter des Nahrungsmittels vorbei. Mit glänzenden Augen listet die Suppenküchen-Mama genauestens ihr persönliches kleines Milch-Weihnachtswunder auf. Mittlerweile ist die Versorgung für die nächsten sechs Jahre gesichert. Die ersten Spenden sind schon eingegangen Der Rotarier Club spendet Geld für zwei Jahre. Die Sparkassen-Stiftung, der Vodafone-Shop Christine Greese, die Tanzschule Franz Kölsch sowie Maas-Naturwaren für jeweils ein Jahr. Dazu kommen zweckgebundene Spenden von Privatleuten für Milch- und Milchprodukte in Höhe von weiteren 1.800 Euro. Ein Großteil der Spenden sind sogar bereits auf dem Konto eingegangen. Inge Rehbein: „Wir sind glücklich und zufrieden. Ich fand es große, große Klasse. Am liebsten würde ich einen Kopfstand machen und allen ganz laut danke sagen. Und zwar über Mikrofon – so dass es jeder in Gütersloh hören kann". Ein bisschen in sich gekehrter fügt sie noch hinzu: „Wenn man einen Engpass hat, wird man von der Bevölkerung nicht im Stich gelassen. Das ist der Beweis".

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