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Die Mülltonne schon Stunden vor der Abholung rausstellen? Könnte demnächst teuer werden. - © picture alliance
Die Mülltonne schon Stunden vor der Abholung rausstellen? Könnte demnächst teuer werden. | © picture alliance

Gütersloh Bußgeld für frühes Müll-Rausstellen: "Hat die Stadt keine anderen Probleme?"

Viele Bürger regen sich über die neusten Pläne der Stadt Gütersloh auf - wer seinen Müll schon Stunden vor der Abholung an die Straße stellt, soll ein Bußgeld zahlen

Lena Vanessa Niewald
22.11.2018 | Stand 22.11.2018, 11:56 Uhr

Gütersloh. Die neusten Pläne der Stadt Gütersloh bringen viele Bürger auf die Palme. Wer seine Mülltonne schon Stunden vor der eigentlichen Abholung an die Straße rollt, könnte in Zukunft zur Kasse gebeten werden. Denn: Die Stadt plant ein Bußgeld für das "zu" frühe Rausstellen des Mülls in der Innenstadt. Ein Vorhaben, das offenbar viele schockiert. Viele Leser melden sich nach Veröffentlichung der Pläne, um ihrem Ärger Luft zu machen. Der Tenor: Hat die Stadt keine anderen Probleme? So kommentiert etwa "Ruphus" auf der nw.de-Seite: "Warum stellen Mitbürger ihre Mülltonnen frühzeitig an die Straße? Weil sie später keine Gelegenheit dazu haben." "Die Stadt sollte sich lieber um wirkliche Probleme kümmern" Der Leser "Real_Realist" fügt das Beispielszenario eines städtischen Kindergartens an, die seiner Meinung nach gar keine andere Möglichkeit hätten, als die Tonnen einige Stunden vor Abholung an die Straße zu stellen. "Für städtische Kitas müsste dann extra ein Bediensteter der Stadt kommen, damit schneiden sich die Deppen ins eigene Fleisch. Aber Gütersloh hat ja zuviel Geld, wie es scheint." Katja Rosalewski kommentiert die Pläne auf der NW-Facebookseite. "Die Stadt Gütersloh sollte sich lieber mal um wirkliche Probleme kümmern! Man kann echt nur noch den Kopf schütteln." Andre Hemkendreis dreht den Spieß einfach mal um. "Bei uns wurde der Müll nicht an dem eigentlichen Tag abgeholt. Kann ich da Bußgeld von der Stadt bekommen?" Volker Böhme ärgert sich in einem Leserbrief vor allem darüber, dass das Vorhaben Arbeiter in Schichtarbeit und Pendler in Schwierigkeiten bringen würde. "Man mag sich darüber ärgern, wenn jemand seine Mülltonne schon tagsüber herausstellt, aber ist das wirklich ein Verhalten, das den Einsatz von Bußgeldern erfordert oder auch nur rechtfertigt? Was machen Menschen in Schichtarbeit, mit langem Pendeln oder Dienstreisen über Nacht? Ich habe früher regelmäßig so gearbeitet, dass ich die Mülltonnen dann entweder nur spät abends oder oft gar nicht hätte herausstellen können." Zwischen all der Kritik an dem Vorhaben der Stadt Gütersloh, zeigen einige Bürger allerdings auch Verständnis - vor allem für die Intention, die hinter den Plänen steckt. Tonnen und Gelbe Säcke, die stundenlang herumliegen, würden zum einen das Stadtbild verschandeln, aber auch den öffentlichen Verkehrsraum einschränken, hieß es von Ordnungs- und Umweltdezernentin Christine Lang. Leserin Susann Hellen greift diesen Aspekt in ihrem Kommentar auf. Naja in einer engen Strasse ist es schon nervig, wenn die Tonnen heute schon draussen stehen, obwohl die erst Montag bzw. Dienstag geleert werden. Bei uns passt dann nicht mal ein Feuerwehrauto durch." Mike Stephan Müller sieht hingegen viel eher Handlungsbedarf an anderen Stellen in der Stadt, an denen seiner Meinung nach das Stadtbild verschandelt wird. Bürgersteige seien dreckig, Dreck und Müll würden auf den Verkehrsinseln liegen. Auch die Bushaltestellen seien teilweise dreckig und würden als Lagerstelle für sämtliche Werbeprospekte genutzt, kritisiert Müller. "Kümmern Sie sich bitte erst mal darum sonst bekommen sie einem Bußgeldbescheid wegen Nichterfüllung der städtischen Reinigungspflicht." Am 20. Dezember sind die Pläne Thema im Stadtrat.

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