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Was ist denn los mit der Wetter-App? Dieser Hinsweis steht derzeit bei vielen Städten. - © Screenshot
Was ist denn los mit der Wetter-App? Dieser Hinsweis steht derzeit bei vielen Städten. | © Screenshot

Gütersloh/Bielefeld "Ungesunde Luft für empfindliche Gruppen": Spinnt die Wetter-App?

Die Wetter-App von Apple zeigt für einige Städte in OWL einen merkwürdigen Hinweis an

Lena Vanessa Niewald
11.10.2018 | Stand 11.10.2018, 13:58 Uhr

Gütersloh. Smartphone-Nutzer, die in den vergangenen Tagen regelmäßig in die Wetter-App ihres iPhones geschaut haben, sind möglicherweise stutzig geworden. Irgendetwas stimmt dort nicht. Immer wieder taucht über der aktuellen Temperaturanzeige statt der Hinweise "sonnig" oder "teilweise bewölkt", die Aussage auf: "Ungesunde Luft für empfindliche Gruppen". Spinnt die App oder was hat das zu bedeuten? Von Apple direkt gibt's auf Nachfrage der NW keine Erklärungen. Wenzel Meurer von der betreuenden PR-Agentur von Apple Deutschland sagt: "Sämtliche Wetterdaten in der App stammen von 'The Weather Channel'." Dementsprechend würden konkrete Fragen zu der Wetter-App seitens Apple nicht kommentiert. Also liegt der Fehler schon mal nicht bei Apple, oder? "Apple verarbeitet die Daten falsch" Meteorologe Jan Schenck sieht das anders. Er leitet die deutsche Abteilung von "The Weather Channel" und gibt erstmal Entwarnung: "Mit der Luft ist alles in Ordnung. Die Werte sind gut." Bei dem mysteriösen Hinweis handele es sich lediglich um einen Fehler in der Wetter-App von Apple - den auch nur Apple selbst beheben könne. "The Weather Channel" bezieht die Werte der Luftqualität von den Landesumweltämtern und gibt sie an Apple weiter. Und genau dort liegt laut Schenck der Fehler. "Apple verarbeitet die Werte derzeit technisch nicht richtig und deshalb wird dieser Hinweis ausgepielt." Kann die Luftqualität an einem individuellen Standort gemessen werden? Könnte man "ungesunde Luft" denn überhaupt so messen, dass die Werte in Echtzeit auf dem Handy angezeigt werden können? Stefan Gilge vom Deutschen Wetterdienst hat Zweifel. "Prinzipiell schon, Messtechnik und Datenverarbeitung werden immer leistungsstärker. Prinzipiell hat man aber erstmal eine Messung für einen ganz bestimmten Ort. Das Ergebnis kann direkt ins Internet gestellt und mittels einer App mit dem Handy abgerufen werden." Dann hätte der Nutzer aber natürlich nicht die Werte für seinen konkreten Standort, sondern für die nächste Luftqualitätsmessstation, sagt Gilge. Und die könnte möglicherweise kilometerweit entfernt sein. "Also müssen Modelle entwickelt werden, die ausgehend von den Messpunkten die Informationen flächenhaft rechnen. Das ist insbesondere in Städte mit sehr inhomogenen Belastungen sehr schwer und aufwendig." Gütersloh und Bielefeld sind übrigens nicht die einzigen Städte in OWL, bei der der mysteriöse Hinweis in der Wetter-App angezeigt wird. Auch Detmold ist betroffen.

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