Immer wieder stehen verkaufsoffene Sonntage in der Kritik. - © Pixabay
Immer wieder stehen verkaufsoffene Sonntage in der Kritik. | © Pixabay

Gütersloh Verkaufsoffene Sonntage: Kirchen sind gegen fünften Sonntag

Evangelische und katholische Gemeinde fordern Rücksichtnahme

Alexander Lange

Gütersloh. Die Planungen der Stadt Gütersloh, einen fünften verkaufsoffenen Sonntag zu etablieren, stoßen bei den Kirchengemeinden auf starken Gegenwind. Neben den Verkaufssonntagen zu den Festen „Gütersloh blüht auf", „Gütersloh voller Blüte", der Michaeliswoche und dem Martinswochenende, soll es, wenn es nach der Stadt geht, auch zwischen Weihnachten und Silvester einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag geben. „Die Wahrung des Sonntages als Ruhetag ist ein grundsätzliches Anliegen der Kirchen", heißt es in einer Stellungnahme der evangelischen Kirchengemeinde mit Unterstützung des Pastoralen Raums: „Nach biblischer Schilderung ’ruhte Gott am siebten Tag’ und auch der Mensch soll den Feiertag ’heiligen’ um sich in Gemeinschaft an Gottes Taten zu erinnern." "Zutiefst menschliches Anliegen" Hinter dieser Bibelstelle, so die beiden Kirchen, stecke ein „zutiefst menschliches Anliegen". Der Mensch brauche einen „heilsamen Rhythmus" an Arbeits- und Ruhetagen. Das sei medizinisch bewiesen. „Es ist in der Bundesrepublik Deutschland sogar im Grundgesetz verankert", schreiben die Kirchen in Person von Pfarrer Eckhard Heidemann (evg.) und Pfarrer Elmar Quante (kat.) weiter: „Sonntags sollten demnach grundsätzlich nur die arbeiten müssen, deren Dienst an diesen Tagen für die Gesellschaft unverzichtbar ist." Dazu, so Katholiken wie Protestanten, zähle der Einzelhandel nicht. Deshalb dürfe die grundsätzliche Bereitschaft der Angestellten im Einzelhandel auch nicht ausgenutzt werden. Die Politik habe eine Fürsorgepflicht für die Gesundheit der Menschen. „Am Sonntag soll das Privatleben im Mittelpunkt stehen. (...) Die große Kundenfrequenz an verkaufsoffenen Sonntagen darf kein Argument für die Ökonomisierung der Sonntag sein." Kirchen hoffen auf Besonnenheit des Stadtrates Es sei deshalb durchaus ein Anliegen der Kirchen, dass gerade der Sonntag nach Weihnachten als „stiller Tag" gewahrt bleiben solle, da der Einkaufsbetrieb zwischen den Weihnachten und Silvester schon groß genug sei: „Der (...) vorgelegte Vorschlag (...) widerspricht den Abläufen des Kirchenjahres." Das Weihnachtsfest beginne am 24. Dezember und ende am 6. Januar (Epiphanias) oder am 2. Februar (Lichtmess). Daher hoffen beide Kirchen im einvernehmlich auf die Besonnenheit des Stadtrates „und bitten um Ablehnung eines zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntages".

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